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Laith Al-Deen Die Frage wieAnzeige Unser deutsches Sangeswunder Laith Al-Deen, das seit seinem ultimativen Hit "Bilder von Dir" und den LPs "Ich will nur wissen", "Melomanie", "Live" und "Für alle" nicht mehr wegzudenken ist aus der Musikszene, wagt einen neuen Anlauf. Diesmal stellt er "Die Frage wie", und wir antworten ihm: Ganz einfach. Locker, aus dem Handgelenk und trotzdem so sorgfältig wie gewohnt, schüttelt Laith da mal wieder ein wunderschönes Stück deutschen Kulturguts aus dem Ärmel, mit dem man ihm einen noch steileren Aufstieg wünscht, als er es schon gewohnt ist. Denn schon seinen LP-Titel "Für alle" haben die Käufer wörtlich genommen und Laith zur Nummer eins der deutschen Charts gekauft. 500.000 Alben von Al-Deen gingen inzwischen über den Ladentisch, und das ist für einen deutschen Künstler heutzutage fast rekordverdächtig. Mit "Die Frage wie" startet Al-Deen nun also einen neuen Anlauf, und wir wagen die freche Behauptung, dass er damit Herbert Grönemeyer als Nummer-Eins-Wunder ablösen könnte. Nicht, weil der Herbert so schlecht ist, sondern der Laith Al-Deen so gut. Musikalisch hat sich Al-Deen komplett zur rockigen Singer- / Songwriter-Ecke hinbewegt, obwohl er eigentlich eine tolle Stimme für deutschen Soul hätte. Aber den Soul lässt er den anderen, er konkurriert nicht mit Xavier Naidoo und Kollegen. Den Soul trägt Al-Deen höchstens im Körper, in der Stimme, ebenso wie einen echten, tiefen Blues, aber die Lieder stammen aus den Gattungen Rock und edler Pop. Er schreibt und singt schnörkellos gerade, melancholisch und ehrlich wie Wolf Maahn, BAP oder Ulla Meinecke in den 80-ern. Al-Deen jedoch verbindet diese zeitlos-klassische Mischung zusätzlich mit der leidenschaftlichen Tiefe von Seal und der musikalischen Raffinesse uralter Studio-Hasen. Die Lieder und Arrangements sind so quellklar und unkompliziert und hintergründig, doch so virtuos, dass man sie heute schon als Evergreens der Zukunft identifizieren kann. Das unendlich traurige "Vergiss es nicht" ist eines der schönsten Lieder aller Zeiten! Auch wenn uns momentan nicht einfällt, wo er das Gitarrenlick geklaut hat. Neben der Orientierung an musikalischen Traditionen wie Blues oder Rock findet Al-Deen textlich eine eigene Sprache, eine neue Diktion für seine Klassiker, eine Art abstrakter Lyrik, die mehr andeutet als anklagt und mehr anreißt als fertig erzählt. Zart wäre die richtige Bezeichnung für seine Reime, aber das wäre für einen gestandenen Mann seines Kalibers nicht das richtige Wort. So echt, tief und trotzdem unprätenziös machen in Deutschland (und anderswo) sehr wenig Menschen ihre Hand gemachte Musik. Kati Hofacker |
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