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Stealing Klimt

Stealing Klimt

(tsch) "Stealing Klimt" - Der Titel von Jane Chablanis und Martin Smiths brisanter Dokumentation hat ein Objekt, aber kein Subjekt. Eines ist klar: Kunst stehlen, kann nur der, dem sie nicht gehört. Doch wer ist überhaupt ihr wahrer Eigner? Der Künstler, der Auftraggeber, der Staat oder gar millionenschwere Privatsammler? Wichtige und hochaktuelle Fragen sind es, die der Film aufwirft, während er dem Zuschauer nicht nur die Odyssee einiger der berühmtesten Bilder Gustav Klimts (1862 - 1918) vor Augen führt, sondern vor allem einen ganz besonderen Rechtsstreit dokumentiert: Es geht um den Kampf der Erbin Maria Altmann, die fünf ursprünglich von den Nazis gestohlene Bilder Klimts, darunter eines der teuersten Gemälde der Welt, "Adele Bloch-Bauer I", von der österreichischen Regierung zurückforderte.

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Die Geschichte, die 2006 vor einem Schiedsgericht endet, beginnt im multikulturellen Wien des "Fin de Siècle": Seit ihrer Entstehung befanden sich die fünf Klimt-Gemälde "Adele Bloch-Bauer I", "Adele Bloch-Bauer II", "Apfelbaum I", "Buchenwald / Birkenwald" und "Häuser in Unterach am Attersee" im Besitz des österreichisch-jüdischen Zuckerrohrfabrikanten Ferdinand Bloch-Bauer und seiner 1925 verstorbenen Frau Adele. 1938 wurden die Kunstwerke jedoch auf Bescheid der Wiener Steuerbehörden enteignet und der Galerie im "Belvedere" übergeben. Der kinderlose Bloch-Bauer, der kurz nach Kriegsende verstarb, vermachte die Klimt-Bilder in seinem Testament seinen Nichten und Neffen, die sie bereits 1948 von der österreichischen Regierung zurückforderten. Einige Besitztümer erhielten die inzwischen in die USA ausgewanderten Angehörigen, jedoch nur unter der Bedingung, dass die wertvollen Ölgemälde Klimts in österreichischem Staatsbesitz bleiben.

Mehr als 50 Jahre sollte es dauern, bis Maria Altmann, Bloch-Bauers Nichte, aufgrund einer österreichischen Gesetzesänderung erneut die Herausgabe der Bilder anstreben konnte: Der Rechtsstreit erhielt im Dezember 1998 durch das Restitutionsgesetz erstmals eine konkrete juristische Basis. Fast sieben Jahre und 13.000 Aktenseiten später erwirkte die hartnäckige und mittlerweile 90-jährige Dame die Rückgabe der Gemälde. Österreich konnte von seinem Vorkaufsrecht auf die Kunstgegenstände keinen Gebrauch machen, denn die Bilder wurden von Experten damals auf rund 300 Millionen Dollar geschätzt.

Rückgabe von erinnerungsträchtiger "Beutekunst" oder Ausverkauf von Nationalkultur? Die Causa "Bloch-Bauer" erhitzte die Gemüter. "Nach einem jahrelangen Kampf gegen die Ungerechtigkeit hat Maria Altmann endlich im Alter von 90 Jahren über Lügen, Bürokratie und Gleichgültigkeit triumphieren können", sagt Drehbuchautor und ausführender Produzent Martin Smith, dem gemeinsam mit Regisseurin Jane Chablani eine äußerst spannende und mitreißende Dokumentation gelungen ist. Der Öffentlichkeit zugänglich ist heute nur die "Goldene Adele" ("Adele Bloch-Bauer I"), die nun in der "Neuen Galerie" in New York zu sehen ist, nachdem sie von Kunstmäzen Ronald S. Lauder für 135 Millionen Dollar ersteigert wurde. Die anderen vier Bilder gingen bei einer "Christie's"-Auktion in Privatbesitz über.

Ute Nardenbach

Credits:
V:Stardust, GB 2006, R: Jane Chablani

Laufzeit: 88 Min.

Kinostart:
06. September 2007


Eines der teuersten Gemälde der Welt, "Adele Bloch-Bauer I", von Gustav Klimt ist heute in der "Neuen Galerie" in New York zu sehen.
Eines der teuersten Gemälde der Welt, "Adele Bloch-Bauer I", von Gustav Klimt ist heute in der "Neuen Galerie" in New York zu sehen. (Stardust)

Maria Altmann, die Nichte von Ferdinand Bloch-Bauer, erwirkte die Rückgabe der fünf Klimt-Gemälde.
Maria Altmann, die Nichte von Ferdinand Bloch-Bauer, erwirkte die Rückgabe der fünf Klimt-Gemälde. (Stardust)

Maria Altmann gibt zusammen mit ihrem Anwalt Randy Schoenberg eine Pressekonferenz.
Maria Altmann gibt zusammen mit ihrem Anwalt Randy Schoenberg eine Pressekonferenz. (Stardust)

Datum: 08.09.2007

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Diskussion: "Stealing Klimt"

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