(tsch) Ein Mann und eine Frau, die am besten extrem gegensätzlich sind - das genügte Eric Rohmer eigentlich, um einen Film zu machen. Der französische Regisseur, Filmkritiker und ältester Mitbegründer der Nouvelle Vague befasste sich gern in Filmzyklen mit zwischenmenschlichen Interaktionsproblemen, moralischen Fragen und intergeschlechtlichen Unterschieden. "Sommer" (1996), eine amüsante und feinfühlige Studie über die jugendliche Suche nach Freiheit und Glück, ist Teil des Jahreszeitenzyklusses Rohmers und wird nun als Wiederholung von ARTE ausgestrahlt.
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Der schüchterne Student Gaspard (Melvil Poupaud, beeindruckte zuletzt in François Ozons "Die Zeit, die bleibt") hofft, am Strand der Bretagne seine kapriziöse Freundin Lena (Aurelia Nolin) wiederzusehen. Bevor sie jedoch eintrifft, lernt er die verständnisvolle Margot (Amanda Langlet) kennen, der er seinen Liebeskummer klagt. Als Gaspard sich überdies noch in die temperamentvolle Solène (Gwenaelle Simon) verliebt, geraten seine Gefühle allmählich außer Kontrolle. Dabei wollte er doch nur am Strand herumlungern und Lieder schreiben.
Diese Konstellation nutzt Rohmer für eines seiner Lieblingsthemen. Es geht bei ihm immer wieder um die Liebe, um ihre Zwiespältigkeiten, um ihre Absurditäten - kurz: das ganze Spektrum der zwischenmenschlichen Unmöglichkeiten. Der beschwingte und unterhaltsame "Sommer" erinnert dabei nicht nur zufällig an "Pauline am Strand" (1982), Rohmers dritten Film im Zyklus "Komödien und Sprichwörter". Die Vorzeichen sind umgedreht, damals war es ein junges Mädchen, das sich auf den Irrwegen von Liebe, Lust und Leidenschaft zurechtfinden musste. Gespielt wurde diese Pauline von Amanda Langlet, die diesmal die warmherzige Kellnerin Margot gibt und ein emotionaler Halt für den zunehmend verwirrten Gaspard wird.
Mit der "Herbstgeschichte" (Donnerstag, 20.09.) und dem "Wintermärchen" (Donnerstag, 27.09., jeweils 20.40 Uhr) setzt ARTE die Betrachtung der Jahreszeiten fort.
Andreas Fischer
Gaspard (Melvil Poupaud) spürt, dass ihn mit seiner eigensinnigen Freundin Lena (Aurelia Nolin) nicht mehr viel verbindet. (ARTE F)
Gaspard (Melvil Poupaud) lernt an der bretonischen Küste die einfühlsame Margot (Amanda Langlet) kennen, der er von seinem Liebeskummer erzählt. (ARTE F)
Die selbstbewusste Solène (Gwenaelle Simon) setzt den unentschlossenen Gaspard (Melvil Poupaud) unter Druck. (ARTE F)
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