(tsch) Auf die "Frühlingserzählung" von 1989 folgte 1991 das "Wintermärchen", der zweite Teil im "Vier Jahreszeiten"-Zyklus von Eric Rohmer, den er nach seinen "Moralischen Geschichten" und dem Zyklus "Komödien und Sprichwörter" drehte. Eine junge Frau hofft auf die Rückkehr eines von ihr geliebten Mannes, den sie während eines Sommerurlaubs kennenlernte und von dem sie ein Kind bekommen hat. Inzwischen versucht sie, sich Klarheit um ihre Bemühungen um zwei andere Männer zu verschaffen. Mit dem "Wintermärchen" schließt ARTE Rohmers Betrachtung der Jahreszeiten ab.
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Félicie (Charlotte Very) lernt in ihren Sommerferien am Meer Charles (Frédéric von den Driessche), die große Liebe ihres Lebens, kennen. Am Ende des Urlaubs versprechen beide einander, sich zu schreiben und sich bald wiederzusehen. Doch Félicie gibt Charles beim Abschied aus Versehen eine falsche Adresse. So wächst ihre gemeinsame Tochter Elise heran, ohne dass sich das Paar jemals wiedersah, denn Charles hatte Félicie niemals aufspüren können.
Doch Félicie glaubt felsenfest an ein Wiedersehen. Dass sie mit dem Friseur Maxence (Michel Voletti) in einer Provinzstadt einen neuen Anfang versucht und auch gerne den Reden des Bibliothekars Loic (Hervé Furic) zuhört, ändert nichts daran. - An einem klaren Wintertag geschieht dann auch wirklich das Wunder: Der Geliebte taucht nach fünf Jahren wieder auf.
Wie bei Shakespeare lässt sich hier eine junge Frau den Traum von einer Liebe "bis zum Wahnsinn" nicht nehmen und gewinnt damit natürlich die Zuschauerherzen. Ein naiver Glaube setzt sich gegen alle Logik durch. Kunstvoll und wirklichkeitsnah spürt Rohmer wieder einmal in leichten Dialogen den Bedingungen der Liebe und des Glücks gekonnt nach.
Claas Nielsen
Félicie (Charlotte Véry) erlebt ein kleines Wunder: Nach fünf Jahren sieht sie ihre große Liebe wieder. (ARTE F)
Félicie (Charlotte Very) und ihre kleine Tochter Elise (Ava Loraschi) strahlen, als sie nach fünf Jahren unvermutet Elises Vater Charles (Frédéric van den Driessche) begegnen. (ARTE F)
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