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50 Cent - Curtis

50 Cent Curtis

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Es ist ein hehrer Anspruch, mit dem 50 Cent auf dem schlicht "Curtis" betiteltem neuen Album arbeitet: Er möchte zurück zu seinen Wurzeln. Bedeutet: Nicht daran denken, dass er der HipHop-Act ist, der in den letzten Jahren mit Abstand an meisten Platten verkaufte und nebenher ("Get Rich Or Die Tryin'") auch noch zum Filmstar wurde. Nicht daran denken, dass sein aktuelles Leben eines ist, das sich zumindest nach außen hin vor allem durch Luxus definiert. Diese nicht ganz überzeugende "Back To The Roots"-Haltung wird freilich durch eine geradezu absurd großartige Gästeliste aufgewertet, sodass "Curtis" letztendlich eine ziemlich vielseitige Feature-Platte geworden ist, die 50 Cents musikalisches Profil nicht unbedingt schärft, aber zeigt, dass er auch ohne Scheuklappen arbeiten kann.

Natürlich könnte man Fifty auch unterstellen, dass er einfach seinen Einkaufswagen genommen hat. Raus aus dem Candy Shop mit G-Unit-Branding, rein in die schimmernde Pop-Boutique mit Mainstream-, aber auch Bescheidwisser-Appeal. In den Regalen lagen Acts wie Robin Thicke, Timbaland, Mary J. Blige, Justin Timberlake, Akon, Dr. Dre. Umsonst haben die sicher nicht an "Curtis" mitgearbeitet.

Andererseits lässt sich das vielleicht auch unter Qualitätssicherung verbuchen. Denn außer Dr. Dre, dessen Art der Arbeit im Zusammenspiel mit 50 Cent von den Vorgängeralben hinreichend bekannt ist, setzen alle Gäste, aber auch das zum Teil neu zusammengesetzte Produzententeam durchaus bemerkenswerte Akzente, die auch nötig sind, weil Fifty trotz aller Lippenbekenntnisse nach wie vor eher monothematisch Gangstertum und Artverwandtes abarbeitet. Was schon beim ersten Track deutlich wird: Das von Eminem produzierte "My Gun Go Off" ist ein klassischer, aber durchaus gewitzter Battle-Track in bester "Get Rich Or Die Tryin'"-Tradition. Eminem taucht später noch einmal auf, und zwar als Rapper, allerdings ist "Peep Show" trotz seiner Zeilen nicht mehr als solider Durchschnitt.

Die kreativen Momente schaffen andere, allen voran das Gespann Timbaland / Justin Timberlake sowie Robin Thicke. Während die beiden erstgenannten Schwergewichte mit "Ayo Technology" zwar durchaus Ich-bezogen, aber eben sehr modern und vielschichtig agieren und 50 Cent nur wenig Raum lassen, macht Thicke aus "Follow My Lead" einen ziemlich guten R'n'B-Track: Thickes weiche Soul-Stimme passt gut zu der zarten Klavier-Hook im Hintergrund, 50 Cent zeigt sich ebenfalls ungeahnt soft. Weitere Akzente setzt schließlich die Weiblichkeit: "Fire" mit Nicole Scherzinger und Young Buck ist der erwartete Partytrack, "All Of Me" mit Soul-Diva Mary J. Blige auf hübsch gemixten Bläser-Samples basierender Soul-HipHop. Insgesamt also ein Gemischtwarenladen im besten Sinne - und das ist ja nicht das Schlechteste für eine HipHop-Platte, die weltweit die Chartsführung anvisiert.

Jochen Overbeck


Datum: 12.09.2007

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Diskussion: "50 Cent - Curtis"

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