(tsch) Nach gut zwei Stunden ist Mann auch nicht schlauer. "Was Frauen wollen" (nun bei vox) lautete der Titel des US-Blockbusters, der 2001 mehr als sechs Millionen Zuschauer in die deutschen Kinos lockte. Und die einzige veritable Antwort auf diese Frage, die der Film bereithält, heißt: Sie wollen Mel Gibson. Aber die Regisseurin Nancy Meyers wollte denn auch gar nicht das bestgehütete Geheimnis des weiblichen Geschlechts lüften und zur Aufklärung des Mannes beitragen, sondern lediglich solide Kinounterhaltung abliefern. Und das ist ihr - mit Abstrichen - gelungen.
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Ein Film wie dieser funktioniert nur über Klischees. Zuschauer, ob männlich oder weiblich, lachen schließlich am liebsten über sich selbst, ohne freilich in einen entstellenden Zerrspiegel blicken zu müssen. Mel Gibson spielt also den Mann so, wie es sich in diesem Fall gehört: Nick Marshall ist ein Macho aus dem Bilderbuch, der außerdem noch verdammt gut aussieht und erfolgreich ist, sodass sein Erfolg beim weiblichen Geschlecht beachtlich ist.
Doch dann der erste Tiefschlag: Sein Chef verweigert ihm in der Werbefirma den erhofften Posten des Kreativdirektors und vergibt ihn an eine Frau, Darcy Maguire (Helen Hunt). Der Grund: Frauen sind die bedeutenderen Kaufentscheider, also müssten Kampagnen eben so gesteuert werden, dass sie den Nerv der Kundinnen treffen.
Nick lässt sich das natürlich nicht bieten und therapiert sich am Abend in seiner Wohnung auf ungewöhnliche Weise: Er lackiert sich die Nägel, zerrt eine Strumpfhose über die enthaarten Beine und wartet auf die göttliche Eingebung, die tatsächlich kommt. Ein elektrischer Schlag, keine weitere Erklärung - und Nick ist plötzlich in der Lage, die Gedanken von Frauen zu hören. Davon, sie auch zu verstehen, ist er allerdings noch weit entfernt. Er wird eine Menge lernen müssen, über die Geliebte (Marisa Tomei), über seine Tochter (Ashley Johnson) und auch über sich selbst. Was folgt, ist die Läuterung und natürlich die wahre Liebe.
Es ist eigentlich eine ganz normale Love-Story, deren Unterhaltungswert sich einzig und allein aus den unglaublich witzigen Szenen ergibt, in denen Nick die holde Weiblichkeit denken hört und dabei erfährt, dass sie manchmal gar nicht so hold ist. Das Drehbuch von Josh Goldsmith und Cathy Yuspa packt hier alles hinein: Humor, Deftiges und sogar einen melancholischen Sub-Plot um ein junges Mädchen, das Aschenputtel-gleich unbeachtet durch die Firma streift und dem Suizid nahe ist.
Tom Ruder
Aus Konkurrenten wird ein Paar: Nick Marshall (Mel Gibson) und Darcy Maguire (Helen Hunt). (vox)
Trotz vieler Probleme hat sich Nick (Mel Gibson) längst in seine Kollegin Darcy (Helen Hunt) verliebt? (vox)
Auch wenn Nick (Mel Gibson) jetzt die Gedanken der Frauen hört - verstehen kann er sie deswegen noch lange nicht. (vox)
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