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Dogtown Boys

Dogtown Boys

(tsch) Es ist die alte und immer neue Geschichte über die Jugend, die hier erzählt wird: Ein paar Jungs tun konsequent und ausschließlich das, worauf sie Lust haben. Genießen das wilde Leben, testen ihre Grenzen und erfinden nebenbei etwas, das noch keiner vor ihnen gemacht hat. Bis die Industrie der Szene auf die Spur kommt - und eh die Jugendlichen sich versehen, ist ihr Lifestyle zur Massenware verkommen, ihre Freundschaft zerstört; einige machen Karriere, andere bleiben auf der Strecke. Catherine Hardwickes Film "Dogtown Boys" packt den Betrachter bei seinem eigenen Traum von einer Jugend ohne Grenzen und Gewissen.

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Im Jahr 1975 wissen sie noch nicht, dass sie später einmal als "Pioniere" gelten werden: Damals haben Stacy Peralta, Tony Alva, Jay Adams und ihre Freunde aus "Dogtown", einem heruntergekommenen Viertel im kalifornischen Venice, das Skateboarden erfunden und damit eine ganz besondere Form von Coolness populär gemacht. Alva und Peralta verdanken dem Extremsport ihren sozialen Aufstieg, Jay Adams ist dem Rock'n Roll auch im wirklichen Leben treu geblieben, hatte mit mit Drogenproblemen und Justiz zu kämpfen. Die Geschichte dieser so genannten "Z-Boys" wurde 2001 schon einmal verfilmt, damals in Form einer Dokumentation. Jetzt kommt sie, basierend auf einem Drehbuch von Peralta höchstselbst, als Spielfilm in die Kinos.

Aus einer Hand voll verwahrloster Jugendlicher, die ihren Tag mit Wellenreiten, Surfen und Skaten vertun, formt der ständig zugedröhnte Surfladenbesitzer Skip (Heath Ledger) ein Team und macht sich daran, die bis dato langweilige Skater-Szene aufzumischen. Neue Skateboard-Rollen aus Urethan mit besserem Halt und eine Hitzewelle in Kalifornien bringen den Durchbruch auf dem Weg zu einem neuen Stil: Die Teenies können jetzt die Wände ausgetrockneter Pools hochsurfen - es war dieser halsbrecherische Stil, der sie berühmt gemacht hat.

Mit der wachsenden Bekanntheit zerbricht der Zusammenhalt in der Gruppe. Stacy (John Robinson) und Tony (Victor Rasuk) lassen sich abwerben, Werbeverträge locken mit dem großen Geld. Nur der kompromisslose Jay (Emile Hirsch) steigt aus; er ist zu eigensinnig, zu sensibel für das Geschäft. Hirsch gibt diesen Jungen glaubwürdig - mit all seiner Agression, seiner Destruktivität und dem Sex-Appeal, der dem Scheitern manchmal anhaftet. Die drei treffen sich noch einmal, als ein Freund an einem Gehirntumor stirbt. Aber bevor es soweit ist, geben sie eine Abschiedsvorstellung in dessen leerem Pool. Kühn und waghalsig, zugleich unendlich vorsichtig und zart umkreisen sie den Todkranken ein letztes Mal in einer der anrührendsten Szenen dieses Films.

Das alles mag simpel und pathetisch sein; auch die Stunts werden Profi-Skater nicht restlos befriedigen. Das 70er-Jahre-Feeling aber ist da, irritierend aktuell und nie museal. Hier wird die Frage nach den Lebensentscheidungen junger Menschen verhandelt. Aber - und das ist die Stärke dieses Films - abschließend bewertet wird sie nicht. Wer Karriere machen will, der darf das. Und wer den Ausstieg wählt, hat gute Gründe dafür. Bleibt das beruhigende Gefühl, dass es solche Jungs immer noch gibt. Sie leben wild und gefährlich, und sicher sind sie gerade dabei, etwas Neues zu erfinden. Wir wissen nur noch nicht, was es ist.

Lena Grundhuber

Credits:
V:Sony Pictures, USA 2005, R: Catherine Hardwicke, D: Emile Hirsch, Victor Rasuk, John Robinson u.a.


Sie gehen die Wände hoch: Jay Adams (Emile Hirsch, vorne), Tony Alva (Victor Rasuk) und Stacy Parelta (John Robinson) erobern die leeren Pools der reichen Nachbarschaft.
Sie gehen die Wände hoch: Jay Adams (Emile Hirsch, vorne), Tony Alva (Victor Rasuk) und Stacy Parelta (John Robinson) erobern die leeren Pools der reichen Nachbarschaft. (Sony Pictures Releasing GmbH)

Jay Adams ist auf den Straßen von Dogtown zu Hause.
Jay Adams ist auf den Straßen von Dogtown zu Hause. (Sony Pictures Releasing GmbH)

Jay Adams (Emile Hirsch, links), Stacy Parelta (John Robinson) und Tony Alva (Victor Rasuk, rechts) sind die besten Freunde - bis ihre Wege sich trennen.
Jay Adams (Emile Hirsch, links), Stacy Parelta (John Robinson) und Tony Alva (Victor Rasuk, rechts) sind die besten Freunde - bis ihre Wege sich trennen. (Sony Pictures Releasing GmbH)

Datum: 03.09.2005

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Diskussion: "Dogtown Boys"

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