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Little Children

Little Children

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Gleich mit seinem Regiedebüt "In the Bedroom" gelang Schauspieler Todd Field ("Eyes Wide Shut") 2001 ein Überraschungserfolg. Mit fünf Oscar-Nominierungen wurde der Autor-Regisseur zum neuen Hoffnungsträger des US-Kopfkinos. Präzise Dialoge, herausragende Darsteller und stimmige Bilder zeichneten das (Rache-)Drama aus, dem Todd Field jetzt eine packende, vorzüglich beobachtete Personenstudie folgen lässt: "Little Children" erscheint nach mäßigem Kinoerfolg (74.000 Zuschauer in Deutschland) nun auf DVD.

Satirisch und giftig im Ton begibt sich der Filmemacher nach dem Roman von Co-Drehbuchautor Tom Perrotta ("Election") in die amerikanische Suburbia. Hier lebt zwischen akkurat gemähten Grünflächen, penibel gestrichenen Zäunen und schmucken Einfamilienhäusern Sarah (Kate Winslet), einst strebsame Literaturwissenschaftlerin, die die Karriere dem tristen Hausfrauendasein geopfert hat.

Mit drei Freundinnen, die sie eher dulden als mögen, verbringt sie ihre Tage am Spielplatz. Bis Brad (Patrick Wilson) mit seinem Kinderwagen auftaucht. Ein Bild von einem Mann: Eine Nacht in seinen Armen, das wär's ... - Und so kommt es, dass es Sarah auf Grund einer Wette wagt, Brad anzusprechen und sich gar von ihm küssen lässt. Skandal!

Paranoia bestimmt diesen Post-9/11-Film, der mosaikartig eine aus den Fugen geratene Gesellschaft beschreibt. Verrückte, Entwurzelte, wohin man schaut: Sarahs Mann (Gregg Edelmann) sitzt mit Slip auf dem Kopf onanierend vorm Computer, derweil es die Gattin auf der rumpelnden Waschmaschine mit dem neuen Liebhaber treibt. Der sollte eigentlich für seine Juraprüfung lernen, sieht aber lieber den Kids beim Skateboardfahren zu, während die bildhübsche Dokumentarfilmer-Gattin (Jennifer Connelly) so sehr mit dem Leben anderer beschäftigt ist, dass sie darüber das eigene aus den Augen verliert.

Im Bermuda-Dreieck zwischen Shopping Mall, Spielplatz und Schwimmbad siedelt Field seine "Feldstudie" an, berichtet von geplatzten Träumen und zerronnenen Illusionen, beschreibt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit nach glücklichen Anfängen dann in der Ehe auseinanderdriften. Funktional sind dazu Antonio Calvaches Bilder, fast bescheiden, zurückgenommen - ganz im Gegensatz zum wuchtigen Spiel des hervorragend harmonierenden Ensembles. Eine Klasse für sich ist Kate Winslet als Sarah, die noch einmal Hoffnung schöpft, vom Neuanfang träumt und unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird.

Die präzisen Bilder werden auf der DVD mit Detailreichtum und guter Schärfe wiedergegeben. Der Sound erreicht diese Qualität allerdings nicht. Ein schwächlicher 5.1-Mix bedient vornehmlich die Frontboxen und vernachlässigt räumliche Elemente. Extras gibt es nicht.

Claas Nielsen

bewertungsbox

bildformat 2,40:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch
extras Keine
laufzeit 131 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 17 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(USA 2006, R: Todd Field, D: Kate Winslet, Jennifer Connelly, Patrick Wilson u.a.)


In Todd Fields packendem Americana "Little Children" gerät die Vorstadt zur Vorhölle.
In Todd Fields packendem Americana "Little Children" gerät die Vorstadt zur Vorhölle. (Warner)

Beim Kuscheln mit Tochter Lucy (Sadie Goldstein, rechts) denkt Sarah Pierce (Kate Winslet) über ihre unglückliche Ehe nach.
Beim Kuscheln mit Tochter Lucy (Sadie Goldstein, rechts) denkt Sarah Pierce (Kate Winslet) über ihre unglückliche Ehe nach. (Warner)

Brad Adamson (Patrick Wilson) und Sarah Pierce (Kate Winslet) erleben einen aufregenden Sommer.
Brad Adamson (Patrick Wilson) und Sarah Pierce (Kate Winslet) erleben einen aufregenden Sommer. (Warner)

Datum: 20.09.2007

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Diskussion: "Little Children"

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Artikel ID 190517

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