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Will.I.am - Songs About Girls

Will.I.am Songs About Girls

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Was Fergie kann, kann ihr Black-Eyed-Peas-Kollege Will.I.am, bürgerlich William James Adam, schon lange: ein Soloalbum herausbringen. Und wie man es erwartet, strotzt das eklektisch-bunte, "Songs About Girls" betitelte Solo-Oevre vor kreativem Ungestüm und ausgebufften Überraschungsmomenten. Nur HipHop sucht man fast vergebens, den hat Will in seinem Modelabel versteckt.

Die Peas verkauften von ihren beiden Alben "Elephunk" und "Monkey Business" unglaubliche 30 Millionen Stück und stehen trotzdem in der Credibility ganz weit oben. Und das, obwohl sie den fröhliche Melodien huldigen, dem verspielten Pop-Ansatz im eigentlich als HipHop verkauften Musikmix. Und Will.I.am ist für dieses farbige Stilgemisch zum großen Teil mitverantwortlich - deshalb streiten sich die ganz Großen um ihn: Prince spielte mit Will.I.am, Michael Jackson, Mariah Carey und Whitney Houston riefen kürzlich an und baten um Produktionshilfe, er saß an den Reglern oder am Mikro für das rasant erfolgreiche Album von Bandschwester Fergie, arbeitet mit und für Busta Rhytmes, Santana, Nas und Justin Timberlake. Das alles kommt natürlich nicht von Ungefähr. William darf getrost als einer der derzeit schöpferischsten Männer im Black-Music-Bereich bezeichnet werden. Auf "Songs About Girls" liefert er einen bunten Strauß spaßiger Songs zwischen 70er-Glitzerkugel, Pepperoni-Soul mit Ska- und HipHop-Elementen (Single "I Got It From My Mama"), Eighties-Synthie-Elementen, coolen Robot-Stimmen ("The Donque Song"), und Moloko-cooler housy Nostalgie mit Vocoder ("Heartbraker", "Get Your Money"). Da treffen klassische R'n'B-Downbeat-Tracks à la Justin Timberlake ("She's A Star", "Invisible") auf falsettierte, geschmeidige Nummern ("Impatient") und funky Pop ("One More Chance"), da stehen brasilianische Baile-Beats ("Make It Funky") neben guten Tanzbodenknüllern ("Spending Money") und vor allem angenehm elegantem europäischem Dance-Flair. Das alle vermengt Will.i.am zu einer facettenreichen, aber beileibe nicht überladenen, abenteuerlichen und eklektischen Produktion.

Nicht jeder Song ist einzeln betrachtet wirklich überzeugend, es gibt reglerechte Aussetzer wie ausgerechnet der Umweltsong "S.O.S.", aber im Zusammenhalt, als komplettes Album, wirkt das Werk trotz der Vielseitigkeit geschlossen und überzeugend.

Und nun zum HipHop: Will.I.am designt Mode, (Label: "i.am.Antik"), schließlich hat er das studiert. Er selbst sagt: "Ich rede hier von richtigem Modedesign! Nicht von den HipHop-Kollektionen der Kollegen, die nur ihren XXXL-Namen auf XXL-Entwürfe von anderen setzen." Wenn man eine Jeans von Will kauft, findet man darin einen Code, mit dem man sich je einen HipHop-Track von ihm herunterladen kann. Diese "Resteverwertung" hat es in sich: Auf den Tracks rappen namhafte Sprechgesangikonen wie Ice Cube, Kanye West, Big Daddy Kane oder Slick Rick. Die Songs passten stilistisch nicht auf sein Album und versöhnen und verwöhnen den echten HipHop-Fan, dem "Songs About Girls" zu poppig ist.

Kati Hofacker


Datum: 05.10.2007

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