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Sandra Nasic - The Signal

Sandra Nasic The Signal

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Was tun, wenn man etwa ein Jahrzehnt lang Frontfrau einer ziemlich erfolgreichen deutschen Rockband war und sich zwei Jahre nach der Trennung als Solokünstlerin beweisen will? Richtig, man erklärt, wie wertvoll die neu gewonnene musikalische Freiheit sei und koppelt zuerst die Lieder aus, die am meisten an frühere Erfolge erinnern. So ungefähr lässt sich das Sandra-Nasic-Prinzip beschreiben. Mit ihrer Doppelsingle "Fever / Name Of My Baby" sichert sich die Rockröhre erst einmal die alten Guano-Apes-Fans, während das Album "The Signal" auch auf bisher unberücksichtigte Musikgeschmäcker abzielt.

Nach den besten Stücken auf "The Signal" muss nicht lang gesucht werden: Sie finden sich prompt am Anfang, eingerahmt von den bereits erwähnten ersten Auskopplungen. Während diese beiden soliden Rocksongs noch sehr stark an die guten alten Zeiten mit den Guano Apes erinnern, fällt "Sorry" komplett aus dem Rahmen. Der Beat fängt einen sofort, Nasics markante Stimme klingt ungewohnt ruhig, ohne an Kraft einzubüßen.

Die ersten Takte des nächsten Liedes lassen den Hörer kurz stutzen: Ist der CD-Wechsler plötzlich zu der letzten The-Strokes-Platte gehüpft? Ein ohrwurmfähiges Gitarrenriff durchzieht "Right Lane", das selbst das zwischenzeitliche Geschrammel bis zum starken Refrain verzeihen lässt. Doch Sandra Nasic zeigt auch Mut zur Veränderung: "Big City" schmiegt sich mit ihren Elektroelementen gut im Gehörgang an, der Titelsong "The Signal" bricht ganz mit den restlichen aufputschenden Rocksongs der Platte.

Traurig stimmt einen hingegen "Stop The Crying". Jedoch nicht, weil die einzige Ballade des Albums besonders tiefgründig oder bewegend ist. Verglichen mit gefühlvollen Liedern wie "Don't You Turn Your Back On Me", "Rain" oder "Living In A Lie", die - wenn auch nicht kommerziell - zu den Stärken der Guano Apes zählten, klingt "Stop The Crying" so, als wäre vor Abschluss der Platte aufgefallen, dass der obligatorische ruhige Song noch fehlt: langweilig, lustlos, ohne Höhepunkte.

Spätestens an dieser Stelle fragt man sich, wo genau das gewisse Etwas von "The Signal" verloren ging: Von wenigen Patzern wie besagter Ballade abgesehen, funktioniert eigentlich jedes Lied für sich allein. Doch zu einem harmonischen Ganzen fügen sich die Lieder von Sandra Nasic nicht.

Annekatrin Liebisch


Datum: 30.09.2007

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Diskussion: "Sandra Nasic - The Signal"

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