(tsch) Derzeit macht sich Superstar Tom Cruise als in Berlin drehender Stauffenberg in allen Nachrichtenspalten breit. Darf ein Scientology-Mitglied so was ..? - Cruise ist seit 1981 ("Endless Love") im Geschäft. 1986 kam sein Vorzeige-Militärpass "Top Gun". Die Gage damals: lausige zwei Millionen. Das steigerte sich im Laufe der Jahre auf 25 oder - wie zuletzt - auf 20 Prozent Gewinnbeteiligung. Mit "Top Gun" wurde Cruise lederbejackt, stets breitbeinig und mit einem Dauerlächeln im Gesicht, zum Symbol der Reagan-Ära. - kabel eins greift nun zum wiederholten Male in den Fundus und bietet so die Möglichkeit, die Ursprünge eines Stars zu sichten, der zuletzt im Sinken begriffen war. "Schauspieler, Rockstar, Jetpilot und Präsident der Vereinigten Staaten sind die einzigen Berufe, die eines wirklichen Mannes würdig sind", tat Cruise damals kund. So was würde er heutzutage sicher nicht mehr tun.
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In "Top Gun" spielt Frauenschwarm Tom Cruise den Piloten Pete Mitchell, genannt "Maverick", der mit seinem erbitterten Rivalen Tom Kazanski (Val Kilmer), in Pilotenkreisen "Iceman" genannt, um Anerkennung und vor allem um die Gunst der hübschen Fluglehrerin Charlie (Kelly McGillis) buhlt. Am Ende wird aus den harmlosen Flugmanövern bitterer Ernst: "Mav" verliert seinen besten Freund, was ihn in eine tiefe Krise stürzt. Doch dann kommt es zu einem internationalen Zwischenfall. Pete muss den bösen Russen zeigen, wo Hammer und Sichel hängt.
Selbst der amerikanischen Presse trug Tony Scotts Werk in Sachen Glorifizierung militärischer Werte zu dick auf. Doch vor allem die romantisch angehauchte Lovestory und der gute Soundtrack, der die Charts binnen kürzester Zeit erstürmte, entschädigen für das Hochglanz-Epos im Military-Look.
Aus heutiger Sicht kann man das Ganze ohnehin satirisch sehen. Zu Zeiten, in denen das amerikanische Militär im Irak am Rande des Abgrunds steht, wird man Cruise als Fliegerhelden nicht mehr ganz so wichtig nehmen können. Es sei denn, er bewährte sich an anderer Stelle - eben in der soeben in Potsdam-Babelsberg (bis Ende Oktober) gedrehten "Valkyrie" (United Artists) als Widerstandskämpfer. In die Herzen der Berliner hat er sich nach anfänglicher Ablehnung sowieso bereits geschlichen, lobte sie der Schauspieler doch als hilfsbereite Menschen etwa im "Stern" glatt über den grünen Klee.
Hans Czerny
Pete Mitchell (Tom Cruise), Fliegername "Maverick", ist mächtig stolz, in der Elitetruppe "Top Gun" einen F14-Kampfjet fliegen zu dürfen. (Kabel eins / Paramount Pictures Corporation)
Eine Ausbilderin wie diese wünscht sich so mancher: Maverick (Tom Cruise) hat das Glück, von Charlie (Kelly McGillis) in die Kampfjet-Kunst eingewiesen zu werden, und verliebt sich in sie. (Kabel eins / Paramount Pictures Corporation)
Die Rivalität zwischen den Kampfpiloten wird immer größer - es kommt zur offenen Konfrontation zwischen "Maverick" (Tom Cruise) und seinem Dauerkonkurrenten, dem skrupellosen Iceman (Val Kilmer, links). (Kabel eins / Paramount Pictures Corporation)
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