(tsch) Er ist der Vater von Jack Sparrow, der Reanimator des Piratenfilms und Kassenschlagergarant: Mit den drei Teilen seiner schrulligen Seeräubersaga "Fluch der Karibik" brach Regisseur Gore Verbinski alle Besucherzahlenrekorde. Die Trilogie über die Abenteuer eines nicht ganz zurechnungsfähigen Piraten, dargestellt von Johnny Depp, lockte insgesamt mehr als 19 Millionen Zuschauer in die deutschen Kinosäle. Mit solchen Zahlen kann Verbinskis Geisterspuk "The Ring" freilich nicht mithalten, doch für einen Horrorfilm war der Andrang an den Kinokassen recht ordentlich. Immerhin eine knappe Million Zuschauer wagte sich 2002 in den schwer verdaulichen Schocker. Wie Horror made by Verbinski aussieht, zeigt nun ProSieben in einer Wiederholung.
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Mit Brian Cox, Martin Henderson, David Dorfman, Daveigh Chase und Naomi Watts, die zuletzt für ein Remake von Michael Hanekes Psychothriller "Funny Games" vor der Kamera stand, in den Hauptrollen gelang Gore Verbinski ein ebenso brillantes wie spannendes Remake des japanischen Originals "Ringu", das sich fast sensationell als Blockbuster entpuppte. "The Ring 2" lief vor gut zwei Jahren in den deutschen Kinos, mit demselben Cast, aber inszeniert von Hideo Nakata, der auch beim japanischen Original Regie führte, und mit etwas bescheidenerem Erfolg.
Im ersten Teil, der, obwohl er ohne vordergründige Brutalität auskommt, definitiv nichts für schwache Nerven ist, erliegt die Nichte der jungen Journalisten Rachel Keller (Naomi Watts) eines Abends ohne ersichtlichen Grund einem Herzinfarkt. Das Gerede um ein geheimnisvolles Video, nach dessen Konsum man genau sieben Tage später sterben soll, hält sie für Hokuspokus. Dennoch entschließt sie sich auf Drängen ihrer Schwester und aufgrund ihrer eigenen Neugier, der Sache nachzugehen.
Auf dem Bildschirm offenbart sich ein Gruselkabinett bizarrer Videoaufnahmen: Riesige Insekten kriechen durchs Bild, tote Pferde treiben in der Brandung, eine Frau stürzt sich von einer Klippe, und am Schluss ist da ein scheinbar glühender Ring inmitten eines finsteren Strudels. Unmittelbar nach dem Ende des Videos läutet das Telefon. Rachel hebt ab und hört eine Kinderstimme flüstern: "Sieben Tage". Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. "The Ring" ist kein einfacher Splatter-Schocker. Verbinski nutzt wesentlich subtilere Stilelemente, zeigt also nicht das Grauen selbst, sondern spielt mit den Grundängsten. Dabei bekommen Musik, Geräusche, Schnitt und Belichtung eine vordergründige Bedeutung.
Frank Rauscher
Rachel (Naomi Watts) versucht, dem Geheimnis des "Rings" auf den Grund zu gehen. (ProSieben / TM & Dreamworks LLC)
Rachel (Naomi Watts) versucht, der toten Samara (Daveigh Chase) endlich Seelenfrieden zu schenken. (ProSieben / TM & Dreamworks LLC)
Mit Hilfe ihres Freundes Noah (Martin Henderson) untersucht Rachel (Naomi Watts) das mysteriöse Videoband. (ProSieben / TM & Dreamworks LLC)
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