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Charlie Cox

Ein britischer Biker

Schauspieler Charlie Cox

(tsch) Der Mann ist ein echter Geheimtipp - aber nicht mehr lange: Der Brite Charlie Cox drehte bereits mit Al Pacino, Jeremy Irons und Heath Ledger. Jetzt spielt er die Hauptfigur Tristan im Fantasymärchen "Der Sternwanderer" (Start: 18.10.), an seiner Seite: Michelle Pfeiffer, Robert De Niro, Sienna Miller und Claire Danes. Zu Kopf steigt dem 24-jährigen Motorradfan sein Erfolg garantiert nicht. Er wirkt genau so liebenswert charmant wie sein Leinwand Alter Ego Tristan. Der glaubt, in Victoria (Sienna Miller) die Frau seines Lebens gefunden zu haben. Für seine Angebetete überschreitet Tristan heimlich die Grenze zum magischen Wunderreich Stormhold, um dort jene abgestürzte Sternschnuppe zu suchen, die er ihr schenken will. Doch der Himmelskörper entpuppt sich als Blondine namens Yvaine (Claire Danes). In die verliebt sich Tristan und gerät in das mörderische Spiel der bösen Hexe Lamia (Michelle Pfeiffer), die Yvaines Herz verspeisen will, um so unsterblich zu werden. Im Interview spricht Cox über Motorradpannen, Anrufbeantworter und Titanen der Leinwand.

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teleschau: Tristan hält Victoria für die Liebe seines Lebens, bis er Yvaine trifft ...

Charlie Cox: So spielt das Leben. Aber wenn Tristan aufmerksam wäre, dann hätte er gleich am Anfang gemerkt, dass Victoria nicht die Richtige für ihn ist. Seine Gefühle für sie sind wesentlich tiefer als ihre. Aber ein Verliebter will das natürlich nicht wahrhaben.

teleschau: Sie haben in "Der Kaufmann von Venedig" mit Al Pacino gespielt, jetzt verkörpert Robert De Niro eine Nebenrolle in "Ihrem" Film. Ziehen Sie Stars an?

Cox: Ich gebe zu, ich war überrascht. Ich hatte so unverschämtes Glück, dass ich es jetzt noch kaum fassen kann. Eigentlich sollte man darüber auch gar nicht sprechen, sondern nur dankbar sein und stolz darauf. Denn in 50 Jahren wird es nicht mehr viele Schauspieler geben, die sagen können: Ich habe mit diesen beiden Titanen vor der Kamera gestanden! Sollte ich also dann noch arbeiten, dann kann ich das von mir behaupten (lacht).

teleschau: Wussten Sie denn, dass De Niro und Michelle Pfeiffer Ihre Partner sein würden?

Cox: Meine Rolle war bei diesem Projekt als Erstes besetzt worden, ich hatte also keine Ahnung. Produzent Matthew Vaughn (Claudia Schiffers Ehemann) schickte Michelle Pfeiffer das Drehbuch und es gefiel ihr. Aber erst als auch Robert De Niro zusagte, als tuntiger Pirat aufzutreten, unterschrieb auch Michelle. Und plötzlich war der Film ein Starvehikel.

teleschau: Mit Ihnen als Hauptattraktion ...

Cox: Quatsch! Aber es ist natürlich ganz anders, als Hauptdarsteller jeden Tag am Set zu sein - einfacher und schwieriger zugleich. Einfacher, weil man sich in seine Figur einarbeiten und sie sich bewahren kann. Als Nebendarsteller hat man zwischendrin manchmal zwei Wochen frei. Dann kehrt man zurück ans Set und fragt sich: Wer war noch mal der Typ, den ich da spiele? Auf der anderen Seite arbeitet man sich als Hauptdarsteller den Allerwertesten ab, weil man in jeder Szene auftritt.

teleschau: Genießen Sie es, sich auf der Leinwand zu sehen?

Cox: Im Gegenteil: Ich hasse mich. Man kann die eigene Arbeit nun einmal nicht so bewerten, wie es Außenstehende können. Mögen Sie Ihre eigene Stimme auf dem Anrufbeantworter?

teleschau: Wer mag sich schon selber hören?

Cox: Und jetzt stellen Sie sich das noch mit Bildern untermalt vor. Absolut grauenhaft! Ich erkenne auf der Leinwand nie die Figur, die ich spiele, sondern sehe immer nur mich selbst. Früher musste ich sogar das Kino verlassen und litt tagelang unter Depressionen.

teleschau: Was half in solchen Fällen?

Cox: Motorradfahren. Ich bin begeisterter Biker. Diesen Sommer fuhr ich fast zwei Monate auf meiner Ducati quer durch Europa. Ich kam auf meiner Tour bis nach Frankreich, Tschechien, Italien, in die Schweiz und bis nach Österreich und Deutschland.

teleschau: Mit wem waren Sie unterwegs?

Cox: Ich war alleine. Mir gefällt das, weil ich in meinem Job mit so vielen Menschen zu tun habe. Da ist es ganz gut, ab und zu mal Abstand zu gewinnen. Dann fühlt man sich in manchen Momenten zwar sehr alleine, aber niemals einsam. Man beginnt über sich selbst nachzudenken und über das, was man vom Leben möchte. Dazu kommt natürlich ein Gefühl von Abenteuer: Wo schlafe ich heute Nacht mitten in den Alpen? Wie frage ich in Tschechien nach dem Weg?

teleschau: Welches Abenteuer galt es, in Deutschland zu bestehen?

Cox: Eine fiese Panne in der Nähe von Aachen, die ich nicht selbst reparieren konnte. Als Mechaniker bin ich komplett fehlbegabt. Dabei habe ich das einschlägige Werk zum Thema immer an Bord.

teleschau: Und das heißt?

Cox: "Zen und die Kunst der Motorradwartung". Aber ich habe wohl nicht oft genug über das Thema meditiert (lacht).

Kerstin Lindemann


In "Casanova" spielte Charlie Cox neben Heath Ledger eine Nebenrolle. In "Der Sternwanderer" bekam der Engländer den Hauptpart.
In "Casanova" spielte Charlie Cox neben Heath Ledger eine Nebenrolle. In "Der Sternwanderer" bekam der Engländer den Hauptpart. (Stuart Wilson / ImageNet)

Als "Sternwanderer" Tristan geht Charlie Cox auf Sternschnuppenfang.
Als "Sternwanderer" Tristan geht Charlie Cox auf Sternschnuppenfang. (Paramount Pictures / David James)

Charlie Cox verliebt sich in dem Fantasyspektakel "Der Sternwanderer" in Claire Danes.
Charlie Cox verliebt sich in dem Fantasyspektakel "Der Sternwanderer" in Claire Danes. (Paramount Pictures / David James)

Datum: 17.10.2007

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