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Ocean's 13

Ocean's 13

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Während im letzten James-Bond-Film nur gepokert wurde, lotet die dritte Edel-Gangster-Komödie von Steven Soderbergh aus der "Ocean's"-Serie das ganze Spektrum des Glücksspiels aus. Danny Ocean und seine Männer kehren nach Las Vegas zurück. Und an diesem Ort, an dem man über Nacht zum Millionär ebenso wie zum Bettler werden kann, haben "Ocean's 13" (2007) eine ganz persönliche Mission zu erfüllen, die in den deutschen Kinos von 1,8 Millionen Besucher verfolgt wurde. Nun erscheint der elegante Gangsterfilm auf DVD.

Der großartige, aber hier etwas unterforderte Al Pacino verkörpert den größenwahnsinnigen Casino-Mogul Willy Bank mit perfektem Pokerface. Sein neues, superschickes Spieletablissement für Kunden, die auch mal siebenstellig setzen, soll alles bisher Dagewesene in Las Vegas überstrahlen. Bei Willy Bank wollen die Oceans jedoch nicht nur die Casinogäste alles Bare an den Spieltischen abräumen lassen, sondern ihm auch noch die Hosen ausziehen, sprich ihm seine Reputation und seinen geliebten Hotel-Award aus Diamanten rauben. Das Neue am dritten Abenteuer (nach 2001 und 2004): Bei diesem Coup geht es nicht um persönliche Bereicherung, sondern um Freundschaft und Rache.

Rund um einen Superbösewicht wie Willy Bank fällt es nicht schwer, eine simple schwarz-weiße Geschichte zu stricken, bei der trotz krimineller Handlungen alle Sympathien Ocean und seinen einfallsreichen Mitstreitern gehören. "Ocean's 13" ist eine ebenso einfache wie charmante Komödie, die auf klare Strukturen setzt: Wer mit Willy Bank Geschäfte macht, steht am Ende immer schlecht dar. So fällt auch einer von Ocean's Original-Elf, Dannys Mentor Reuben (Elliott Gould) auf ihn herein und landet ruiniert und verzweifelt im Krankenhaus. Als Danny davon erfährt, trommelt er die anderen zusammen. Ganz Gentleman bietet er Willy Bank noch die Chance an, seinen Fehltritt zu korrigieren. Dieser lacht ihm ins Gesicht und besiegelt damit sein Schicksal.

Gezinkte Karten, ein Ass im Ärmel - das war einmal. Wer im digitalen Zeitalter das Prinzip "Die Bank gewinnt immer" außer Kraft setzen will, muss adäquate Waffen wie einen Millionen teuren Tunnelbohrer auffahren. Die Manipulation an den Spieltischen beginnt schon weit früher wie bei der Herstellung der Würfel in der Fabrik in Mexiko. Der Großangriff am Tag der Eröffnung sowie die Vorbereitungen finden auf vielen Ebenen statt, immer passiert etwas. Neben technischen Tricks spielt auch die menschliche Komponente eine Rolle. Da gibt es einen falschen Hotelkritiker, der umworben wird, während der echte einen Albtraum erlebt. Oder die knallharte Hotelmanagerin und Vertraute von Bank (wirkt frisch geliftet: Ellen Barkin), die dank einer Prise Pheromone in den Händen von Linus (Matt Damon) in einer albernen Szene dahinschmilzt. Missgeschicke beim großen Coup, die Improvisationen in letzter Minute erfordern, sorgen für zusätzliche Spannung. Als Zugeständnis an die Fans der "Ocean's" Filme, bekam auch der alte Gegenspieler der Bande, Andy Garcia, wieder einen Part. Er steht diesmal mit seiner Finanz-Power auf Dannys Seite, denn ein guter Plan amüsiert ihn eben.

Steven Soderberghs Bilder wirken glatt und rundum perfekt wie Brad Pitts und George Clooneys Gesichter und ebenso stilsicher wie ihre Anzüge. Die beiden Hauptdarsteller feiern und ironisieren sich und ihr Privatleben zur Freude des Publikums in dem unverbindlich unterhaltsamen Starvehikel aufs Beste. Es ist also wieder die leichte amerikanische Unterhaltung, die hohe Einnahmen generiert, mit denen Soderbergh und Clooney ihre ernsthaften Filmprojekte finanzieren. Zurzeit arbeitet Soderbergh mit Franka Potente und Benicio Del Toro an einer Biografie des lateinamerikanischen Revolutionshelden Che Guevera.

Das Bild der DVD ist detailreich, scharf, reich an Farben und tiefen Schwarztönen. Der Soundtrack gehört ebenfalls zu den besseren Aufnahmen und weist einige sehr gelungene und dynamische räumliche Momente auf. Nur der Bonusteil enttäuscht ein wenig: Hier gibt es lediglich eine - allerdings recht ordentliche - Dokumentation über den Mythos Las Vegas sowie ein paar entfallene Szenen.

Auch auf Blu-ray-Disc (VÖ: 12. Oktober) und HD-DVD (VÖ: 12. Oktober) erhältlich.

Alfred Kunze

bewertungsbox

bildformat 2,40:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Spanisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Spanisch, Portugiesisch
extras Dokumentation; Entfallene Szenen
laufzeit 117 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras befriedigend

Credits:
(USA 2007, R: Steven Soderbergh, D: George Clooney, Matt Damon, Brad Pitt u.a.)


In "Ocean's 13" sind George Clooney und seine Kumpels zurück in Las Vegas, wo sie in einem persönlichen Rachfeldzug ihre Trümpfe gegen Al Pacino mit viel Witz ausspielen.
In "Ocean's 13" sind George Clooney und seine Kumpels zurück in Las Vegas, wo sie in einem persönlichen Rachfeldzug ihre Trümpfe gegen Al Pacino mit viel Witz ausspielen. (Warner)

Macht er den Schnauzbart wieder salonfähig? George Clooney spielt die Titelfigur in "Ocean's 13".
Macht er den Schnauzbart wieder salonfähig? George Clooney spielt die Titelfigur in "Ocean's 13". (Warner)

Linus (Matt Damon, links), Rusty (Brad Pitt, Mitte) und Danny (George Clooney) zieht es diesmal wieder nach Las Vegas.
Linus (Matt Damon, links), Rusty (Brad Pitt, Mitte) und Danny (George Clooney) zieht es diesmal wieder nach Las Vegas. (Warner)

Datum: 21.10.2007

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