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Princesas

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Fernando León de Aranoa ist ein bewundernswerter Mann. Der Regisseur schafft es immer wieder, dem tristen spanischen Alltag mit all seinen modernen Problemen, mit den real existierenden Sorgen und Nöten, mit der Perspektivlosigkeit und den aussichtslosen Kämpfen gegen das soziale Elend ein Fünkchen Hoffnung zu entlocken. Ein Fünkchen, das schon den entlassenen Werftarbeitern in "Montags in der Sonne" (2002) der Arbeitslosigkeit zum Trotz ein Lächeln auf die eigentlich wütenden Gesichter zauberte. Nun sind es "Princesas" (2005), Prinzessinnen, denen der Spanier einen melancholischen Optimismus gönnt, der jedes Herz erwärmt. Nachdem fast 70.000 Zuschauer den Film zu einem kleinen Programmkinoerfolg machten, erscheint er nun auf DVD.

Fernando León de Aranoa ist ein Regisseur mit starkem sozialen Gewissen, ein Mann, der beobachten kann und hinsieht, wo andere wegschauen. Seine "Princesas" sind Huren, die in Madrid arbeiten, die sich abseits der spanischen Wohlstandsgesellschaft durchschlagen müssen. Der Film ist kein Märchen, sondern ein politisches Statement, dass trotz des sozial-engagierten Sujets einfühlsam erzählt ist und die tiefe Traurigkeit mit wenigen, aber intensiven Szenen der Freude aufhellt.

Im Mittelpunkt, und das ist das Schöne bei Fernando León de Aranoa, stehen die Menschen. Hier sind es zwei stark gezeichnete Frauenfiguren, denen der Regisseur keine Stereotype aufgezwängt hat, sondern sie als ganz normale Frauen auf den Madrider Strich gehen lässt. Caye, umwerfend von Candela Pena gespielt, ist Anfang 30, eine Spanierin, die sich als Prostituierte durchs Leben schlägt, weil sie keinen Job bekommt. Ihre Träume hat sie aber noch längst nicht aufgegeben, auch wenn es immer schwieriger wird, an ihnen festzuhalten. Sie lernt eines Tages Zulema (Micael Nevárez) kennen, eine illegale Einwanderin aus der Karibik. Die Frau ist jünger als Caye und weiblicher. Vor allem aber, wie alle Einwanderinnen, ist sie billiger als die spanischen Mädchen.

"Princesas" ist ein Spielfilm, der sich zielstrebig mit dem aktuellen Zustand der Gesellschaft beschäftigt und die Auswirkungen der Veränderungen analysiert. Es ist eine kalte Gesellschaft, in der wir leben, das zeigt Fernando León de Aranoa, ohne dabei aufdringlich zu werden. Sein Blick auf den Alltag ist präzise, aber nicht voyeuristisch, seine Charaktere sprechen eine deutliche Sprache, polemisieren aber nicht. Es geht hier nicht um die Nächte, es geht um die Tage, um das alltägliche Leben. Und da lassen der Regisseur und seine Prinzessinnen, unterstützt von der stimmungsvollen Filmmusik Manu Chaos, bei aller sozialen Anklage am Ende doch ein wenig Hoffnung zu und die Menschlichkeit siegen. Die Würde kann dem Menschen hier keiner nehmen.

Die scharfen, sauber transferierten Bilder erstrahlen auf der DVD in kräftigen Farben und sind fast gänzlich rauschfrei. Der Sound, in Dolby Digital 5.1 abgelegt, ist insgesamt fröhlich offensiv und gefällt mit klaren Dialogen und dynamischer Musikwiedergabe. Extras gibt es leider nicht.

Andreas Fischer

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1 / 2.0), Spanisch (5.1 / 2.0)
untertitel Deutsch, Französisch
extras Keine
laufzeit 110 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 18 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras keine Wertung

Credits:
(E 2005, R: Fernando León de Aranoa, D: Candela Pena, Micaela Nevárez, Mariana Cordero u.a.)


Traurig, aber nicht rührselig, und sehr zurückhaltend erzählt "Princesas" vom Leben zweier Prostituierter, die sich in Madrid trotz aller Perspektivlosigkeit ein klein wenig Hoffnung gönnen.
Traurig, aber nicht rührselig, und sehr zurückhaltend erzählt "Princesas" vom Leben zweier Prostituierter, die sich in Madrid trotz aller Perspektivlosigkeit ein klein wenig Hoffnung gönnen. (good!movies (Piffl))

Caye (Candela Pena) träumt von einem schönen Leben, ist aber als Hure in einer tristen Wirklichkeit gefangen.
Caye (Candela Pena) träumt von einem schönen Leben, ist aber als Hure in einer tristen Wirklichkeit gefangen. (good!movies (Piffl))

Die schöne Zulema (Micaela Nevárez) muss auf dem Strich arbeiten, um eines Tages ihren kleinen Sohn zu sich holen zu können.
Die schöne Zulema (Micaela Nevárez) muss auf dem Strich arbeiten, um eines Tages ihren kleinen Sohn zu sich holen zu können. (good!movies (Piffl))

Datum: 21.10.2007

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