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Lissi und der wilde Kaiser(tsch) Da hängt er nun der arme Yeti und muss gleich das Zeitliche segnen. Und da der Schneemensch sein Leben lang gar nicht nett zu seinen Mitbewohnern im Himalaya war, bekommt er vom Teufel und dessen Echo auch gleich das Eintrittsbillet für die Hölle. Doch halt, Michael "Bully" Herbig will doch eine Geschichte aus der "k.u.k."-Monarchie erzählen. Also hat der Yeti eine letzte Chance: Er soll dem Teufel die schönste Frau der Welt bringen. Die wohnt in Österreich, "Lissi und der wilde Kaiser" turteln dort glücklich miteinander und regieren nebenbei das Kaiserreich. Und zwar in sehr, sehr schicken CGI-Bildern, von denen natürlich nicht weniger als die Rettung der Jahresbilanz der Kinobranche erwartet wird. Anzeige Das ist also das Ende, Michael Herbigs Abschlussfilm der "Bully"-Trilogie. Nach dem "Schuh des Manitu" und "Periode 1 - (T)Raumschiff Surprise" folgt nun ein Animationsfilm. Ein technisch guter, der in dieser Hinsicht trotz des vergleichsweise geringen Budgets von zwölf Millionen Euro mit der übermächtigen und bis zu zehn Mal teureren US-Konkurrenz mithalten kann. Das ist eine gute Nachricht. Aber abgesehen von der aufwendigen Animationstechnik, mit der diesmal inszeniert wurde, ist Bully nicht viel Neues eingefallen. "Lissi und wilde Kaiser" ist eine Ansammlung von Sketchen, von mehr oder weniger witzigen Szenen, die sich lose zu einer Geschichte zusammenfügen. Die meisten Figuren sind aus der "bullyparade" bekannt und müssen sich auf Slapstickszenen beschränken. Und die machen, bei allem parodistischen Talent des Autors/Regisseurs/Produzenten/Models Michael Herbig, noch lange keinen guten Film aus. Dabei geht's gut los. Doch leider ist diese erste Szene voller Esprit und mit genialem Gespür für komisches Timing nur der nicht ganz übliche vorgetragene Anti-Pirateriehinweis vor dem Film. Die Handlung jedenfalls ist einfach gestrickt und eine Spur zu albern. Der Yeti, vom Teufel losgeschickt, erreicht irgendwann Schloss Schöngrün, wo sich Lissi und Franz anhimmeln, Schokolade in den Mund stopfen, strippen und auch sonst erfüllte Tage haben. Der Feldmarschall erledigt die Regierungsgeschäfte und muss sich den erotischen Gelüsten der Kaiserin Mutter erwehren. Die Idylle wird jäh zerstört, als der Yeti kurzerhand Lissi entführt und sie, wie einst Shrek Prinzessin Fiona, geschultert durch den Wald trägt. An die Verfolgung machen sich: Franz, seine Mutter, der Feldmarschall und zwei oberösterreichische Jäger, die mit ihrer depperten Naivität schnell zu den heimlichen Stars des Films avancieren. Es gibt dann noch ein paar Missverständnisse, weil kaiserliche Korrespondenz falsch interpretiert wird und schließlich den Showdown auf Schloss Neuzahnstein. Dort bei ihrem Cousin, König Bussi von Bayern, suchen Lissi und der Yeti - Achtung: Stockholm-Syndrom! - Unterschlupf. Das ist vorhersehbar, manchmal sogar langweilig und nur selten richtig witzig. Was der Story fehlt, nämlich Herz und Seele, macht der burleske Humor nicht wett. Die Sissi-Filme der 50er-Jahre, die unverkennbar Pate standen, sind nicht schräg genug (und nicht herzlich genug) parodiert worden. Es fehlt dem Film ganz schlicht der Schmäh. Da bleibt also nur, sich auf die Details zu konzentrieren und die wenigen wirklich komischen Einfälle zu genießen. Den Kini als abgehalfterten Rocker darzustellen, ist einer davon. Man könnte auch raten, welche Sprechrollen Multi-Quassler Rick Kavanian übernommen hat. Es sind jedenfalls einige. Aber nicht Kaiser Franz, den spricht Christian Tramitz, und Bully leiht der Lissi seine Stimme. Michael Herbig war übrigens nie hübscher als in diesem Film, in dem er aussieht wie Lissi. Oder umgekehrt. Ebenfalls bemerkenswert, weil unprätentiös und prächtig unterhaltsam: die Spaßguerilla Badesalz, die die Hölle zum hessischen Hoheitsgebiet erklärt. Andreas Fischer |
Credits: Laufzeit: 85 Min. Kinostart:25.10.07 |
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