(tsch) Wer Untote gerne bei ihrer Arbeit beobachtet, mochte natürlich "From Dusk Till Dawn" (1995), jenen ironischen Vampirfilm, in dem George Clooney und Harvey Keitel den bösen Beißern reihenweise den Garaus machten. Wem der Streifen von Robert Rodriguez jedoch zu heiter war, wer statt Splatter den "ernsthaften" Vampirschocker bevorzugt, der wurde drei Jahre später von Altmeister John Carpenter ("Halloween", "Die Klapperschlange") versorgt. "Vampire" hieß sein Film denn auch wunderbar schlicht, den vox nun in einer Wiederholung zeigt.
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Da ist so gut wie nichts Heiteres: Die Jungs um den erfahrenen Vampirjäger Jack Crow (James Woods) erledigen ihren Job ähnlich routiniert wie Bankbeamte. Erste Szene: Sie finden ein "Nest", ein altes, verlassenes Haus in der Wüste, in dem sich die Blutsauger einquartiert haben. Die werden dann gepfählt und mit einem Flaschenzug ans Tageslicht gezogen. Ein paar Stichflammen, und tot sind sie. Job erledigt? Mitnichten. Eine Art Übervampir namens Valek (Thomas Ian Griffith) hat überlebt, gräbt sich aus der Erde aus und übt anschließend grausame Rache an Crows Team. Er schlitzt Körper auf, beißt in den Genitalbereich junger Damen und praktiziert noch andere fantasievolle Tötungsmöglichkeiten. Wie gesagt: Ein Spaß ist "Vampire" nicht.
Carpenter erzählt fortan von Jack Crows Versuch, den gefährlichen Vampir aufzuhalten. An seiner Seite nur noch: Freund Tony (Daniel Baldwin) und die attraktive und kurz berockte Katrina (Sheryl Lee). Sie wurde von Valek gebissen, aber nicht getötet. Nun sieht sie mit seinen Augen und soll so den Jägern bei ihrer Suche hilfreich sein. Irgendwann aber, in ein paar Stunden, wird sie vollends mutiert sein und somit zur tödlichen Gefahr.
"Vampire" ist eine Mischung aus Western, Road-Movie und klassischem Vampirfilm. Ohne überflüssige Schlenker wird die simple Handlung vorangetrieben. Carpenter ergötzt sich an der staubtrockenen Atmosphäre und an seinen durchweg grandiosen Darstellern. Thomas Ian Griffith orientiert sich bei der Interpretation seines Vampirs ganz offensichtlich am Kultfilm "Die Krähe" (1994) und an dessen Hauptfigur, die er vom Positiven ins Negative transportiert hat. Ohnehin weist "Vampire" eine Reihe von Parallelen zum genannten Klassiker auf, bis hin zur Tatsache, dass seine Hauptfigur den bezeichnenden Nachnamen "Crow" trägt.
James Woods fühlt sich offensichtlich wohl in seiner Rolle. Er ist hart, er ist stark, er hat eine sehr coole Sonnenbrille, und er hat gesehen, wie seine Eltern von Vampiren getötet wurden, was ihn zu einem anderen Menschen gemacht hat. Woods ist es zu verdanken, dass sein Charakter und damit der gesamte Film nicht ins Klischeehafte abrutscht, sondern sein Grundthema konsequent verfolgt: Vampire müssen sterben. Und spaßig ist das nicht.
Kai-Oliver Derks
Vampirfürst Valek (Thomas Ian Griffith) erhebt sich aus seinem Grab auf der Suche nach menschlicher Beute. (vox)
Vampirjäger Jack Crow (James Woods, Mitte) und seine Mannschaft kennen nur ein Ziel: die Ausrottung der Blutsauger. (vox)
Auf Katrina (Sheryl Lee) wartet ein blutdurstiger Vampir. (vox)
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