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Backstreet Boys - Unbreakable

Backstreet Boys Unbreakable

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Vincent Tomas, neuer fünfter Mann bei der Bubi-Boyband US 5 erklärte neulich, den Anstoß zu seiner "Karriere" habe ein Auftritt der Backstreet Boys gegeben. Damals war Vincent Tomas sechs. Betrachtet man nun die Bilder der Backstreet Boys von anno dazumal, kann man sagen: Vincent Tomas hat es einigermaßen gut hinbekommen, so doof auszusehen wie die damals. Und: Heute sehen die Backstreet Boys recht normal aus. Aber die Zeiten ändern sich. Ebenso wie Take That, die ja quasi eine Generation früher stattfanden, haben sich die Backstreet Boys reformiert. "Unbreakable" ist bereits ihr zweites Album in dieser 2.0-Variante und erfüllt genau die Erwartungen, die man in es so steckt: Es ist nicht sehr gut, aber auch nicht sehr schlecht. Sein Klang wurde von namhaften Produzenten Richtung 2007 gebogen, ist aber nie so radikal, dass er das Mainstream-Publikum jenseits der 25 verprellen könnte. Kurzum: Es ist in etwa so originell wie ein runder Autoreifen.

Alle fünf Alben der Backstreet Boys sprangen bisher in Deutschland an die Spitzenposition der Hitparaden. "Unbreakable" muss freilich gegen Konkurrenz aus dem eigenen Hause kämpfen: Britney Spears veröffentlicht am gleichen Tag ihr Comeback-Album "Blackout". Doch in gewisser Weise sind die Backstreet Boys der Gegenentwurf zu Spears, vielleicht auch zumindest an der Oberfläche der Beweis, dass dieses Ding namens American Dream funktioniert: Die Band ist sauber. Nick Carter, Howie Dorough, Brian Littrell und A.J. McLean funktionieren ohne Skandale - auch die Tatsache, dass der fünfte Boy, Kevin Richardson, momentan nicht mitmacht, wird nüchtern und ohne nähere Begründung kommuniziert.

Und die Musik? Ja, die ist auch da. Als "Vocal Harmony" bezeichnen die Backstreet Boys ihren Sound, und sollte das eine Umschreibung dafür sein, dass sie ganz gut singen können, so stimmt das natürlich ebenso wie der Eindruck, dass sie dieses Produkt, dass sie selbst sind, eindrucksvoll und professionell präsentieren.

"Inconsolable", "Any Other Way" oder "You Can Let Go" sind solide Popsongs, denen man nichts Schlechtes nachsagen kann, lediglich die schnelleren Stücke - etwa "Panic" funktionieren nicht - weil die Band schlichtweg zu alt dafür erscheint. Trotzdem: Dass sich das einer heute anschaut und denkt: "Wow, so will ich auch mal werden", das dürfte kaum mehr passieren.

Jochen Overbeck


(Jive Records 2007)

Datum: 29.10.2007

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