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Empty Trash

Danke, Dieter!

Band Empty Trash

(tsch) Empty Trash? Nie gehört. Max Buskohl? War das nicht der von "Deutschland sucht den Superstar", der sich vergangenen Sommer mit Dieter Bohlen und RTL anlegte? Richtig. Also der, "der Bohlen ma so richtig innen Arsch jetreten is, wa." Solche Kommentare hört Max Buskohl fast jeden Tag, wenn er durch seine Heimatstadt Berlin schlendert. Mit seiner Band Empty Trash, die es immerhin schon seit zwei Jahren gibt, bringt ihn noch kaum jemand in Verbindung. Das dürfte sich bald ändern. Nun erscheint das Debütalbum der fünf Jungs: "Confession" - ein klares Bekenntnis zum Rock'n'Roll und gegen den Retortenpop. Das hat mit "DSDS" so gar nichts zu tun. Es bleibt zu sagen: Danke Dieter Bohlen, danke RTL, dass das nicht geklappt hat.

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Da kam einer und sang bei "DSDS" "When You Were Young" von den Killers. Die Stimme hatte eine ganz eigene Lage, der junge Mann mit dem Piercing in der Lippe und den zotteligen Haaren heulte und grölte schon mal ins Mikrofon. Die Rockstarpose saß, die Bühnenpräsenz war von Anfang an spürbar und musste nicht erst antrainiert werden. Da wehte auf einmal ein Hauch von Whiskey und Zigaretten durchs steril-glitzernde Fernsehstudio. Ein frischer Wind, der RTL und ganz besonders Dieter Bohlen etwas zu sehr um die Ohren blies. Ständig kamen der Castingscharfrichter und Max Buskohl in die Schlagzeilen, weil sie sich gegenseitig dissten. Kurz vor dem Finale ließ Max dann die Bombe platzen und stieg aus. Aus dem frischen Wind wurde ein Orkan. "Die waren total geschockt", erinnert sich Max.

"Ich befürchte, dass bald kein Hahn mehr nach Max Buskohl kräht", sagte der geschasste Dieter Bohlen damals in einem Interview. Eine völlig unbegründete Sorge. Ein halbes Jahr nach dem Debakel konterte Stefan Raab mit einer eigenen Casting-Show: "Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte und gerne auch bei RTL auftreten darf" - eine Reaktion auf das dreimonatige Auftrittsverbot durch RTL, das Max nach seinem Ausstieg daran hinderte, in Raabs ProSieben-Show zu erscheinen. Max' Vater, der Musikproduzent und Gitarrist (unter anderem von Peter Maffay und Udo Lindenberg) Carl Carlton, saß in der "SSDSDSSWEMUGABRTLAD"-Jury. Auch Buskohl durfte nun nach Ablauf der Sperrfrist bei ProSieben auftreten. Mit Empty Trash rockte er die Münchner Olympia-Schwimmhalle beim "großen TV total Turmspringen 2007".

Nach dem "DSDS"-Skandal kräht heute in der Tat kein Hahn mehr, nach Max Buskohl aber sehr wohl. Er kommentiert die Angelegenheit recht locker, auch wenn er den Casting-Stempel nicht so leicht los wird: "Es ist Teil des Rock'n'Roll, dass man immer gegen etwas ankämpft, und wir kämpfen inzwischen ziemlich hart gegen das 'DSDS'-Vorurteil an." Er kann der Zeit bei RTL sogar etwas Gutes abgewinnen: "Dort lernte ich, wie man richtig atmet. Vorher dachte ich, entweder kann man singen oder man kann's nicht. Damit lag ich ziemlich falsch. Man kann das Singen durchaus erlernen." Auch das Covern habe er bei "DSDS" gelernt. "Wir haben vorher nie gecovert. In der Show lernte ich, wie ich mich in den Kopf eines anderen Musikers hineindenken und mir den Song zu eigen machen kann."

Eine Fähigkeit, die Empty Trash nicht benötigen. Alle Songs ihres Debütalbums sind handgemacht. Die Musik haben Stefan Kull, Per Jacob Blut, Tim Schultheiss, Julius Casper Hubertus Murke und Max Buskohl selbst entwickelt. Die Texte stammen aus Max' Feder. Das musikalische Gespür wurde ihm bereits in die Wiege gelegt. Der Vater, bekanntermaßen ebenfalls Musiker und Co-Produzent von "Confession", begleitete die Band von Anfang an, als Max und Per noch zu zweit waren. "Er regte sich immer auf: 'Jungs, so könnt ihr nicht proben! Ihr braucht den richtigen Sound.' Er kaufte uns die ersten Verstärker, die ersten DPA-Boxen. Wenn wir musikalische Probleme haben, können wir immer bei ihm nachfragen."

Der Vater besorgte nicht nur das Material und den etwas hohlen Bandnamen - Empty Trash heißt übersetzt "gedankenloser Müll" -, sondern auch den dritten Gitarristen. Tim kam als letztes Mitglied im Mai 2007 dazu. "Er hatte sich über MySpace bei meinem Vater gemeldet und ihn um Tipps für seine Karriere gebeten. Mein Vater schickte ihn gleich weiter zu uns", erzählt Max. "Wir anderen kennen uns aus der Schule. Per und Max trafen sich auf einer Party. Julius ist ein Sandkastenfreund von Per. Und schließlich kam ich auf die Schule und lernte die anderen kennen", ergänzt Leadgitarrist Stefan, der am Telefon im Vergleich zu seinem flachsenden Bandkollegen um einiges ernsthafter wirkt.

Dass sich der Medienrummel überwiegend um Frontmann Max dreht, stört ihn und seine Kollegen keineswegs. Als Max auf der "DSDS"-Bühne stand, jubelte ihm die komplette Band aus dem Publikum heraus zu. Trotz anfänglicher Bedenken, "als uns bewusst wurde, dass Max es wirklich schaffen könnte, damit in die Medien kommen und sein erstes Album aufnehmen könnte", hätte die Band ihn stets unterstützt, sagt Stefan. Der Druck laste immerhin auf allen Schultern. Und der ist enorm.

Teilweise werden Empty Trash als das "next big thing" gehandelt. "Wenn wir das 'next big thing' sein sollen, müssen wir uns live auch so präsentieren. Die ersten drei, vier Jahre, diese Phase, die eine Band braucht, um sich zu steigern, sowohl musikalisch als auch mental, die haben wir einfach übersprungen. Das war ein Schub von der E- in die A-Liga", sagt Max. "Jetzt müssen wir uns an der Oberfläche halten, oben bleiben. Wir wollen zeigen, das wir hier auch hingehören und nicht gleich wieder abtauchen", bestätigt Stefan.

Sicher: Für alle fünf hängt einiges vom Gelingen der Musikkarriere ab, besonders aber für Max. Der brach im Januar mit Mittlerer Reife die Schule ab, um sich ganz und gar der Musik widmen zu können. "Ich meldete mich für die Musikakademie 'Deutsche Pop' an. Das Semester wäre im April losgegangen. Aber dann kam alles anders." Das hört sich sehr nach Rockstar an, und ein wenig auch nach Max' Vater. "Er haute selbst mit 17 nach Holland ab, um dort auf eigene Faust seine Karriere zu starten. Meine Mutter macht da schon eher Stress. Aber mittlerweile erkennt sie, dass ich mich nie wirklich für Schule interessierte, außer für mein Lieblingsfach Geschichte. Ich war nie dort, um aufzupassen, sondern nur um meine sozialen Kontakte zu pflegen."

Wie ernst es ihm mit dem Musikmachen ist, bewies Max gleich bei der ersten Tour, die Empty Trash im Sommer starteten. Am ersten Tag wurde der Sänger krank. Der Auftritt in Stuttgart musste gar ausfallen. Aber trotz "blutender Mandeln und zwei Tagen am Tropf" wollte Max die Tour nicht abbrechen. "Das war die erste. Das ging auf gar keinen Fall", sagt der 18-Jährige, der irgendwann trotzdem nochmal die Schulbank drücken will, um sich als Produzent ausbilden zu lassen. "Wenn wir im Studio sind, will ich wissen, welchen Knopf ich drücken muss, damit es besser klingt." Das wissen Empty Trash schon jetzt ganz gut.

Bereits vor "DSDS" spielte die Band in Berlin "in so ziemlich jedem Schuppen, den man abklappern kann". Nun geht sie mit ihrem Debütalbum auf Deutschlandtour:

12.12., Frankfurt, Sinkkasten

13.12., Erfurt, Unikum

14.12., München, Ampere

15.12., Ingolstadt, Paradox

17.12., Stuttgart, Die Röhre

18.12., Köln, Prime Club

19.12., Hamburg, Knust

20.12., Berlin, SO36

22.12., Ansbach, Kammerspiele

Nina Fischer


Empty Trash hoffen, dass sie bald den "DSDS"-Stempel ablegen können. Sänger Max Buskohl (Mitte) schaffte es ins Halbfinale der Castingshow.
Empty Trash hoffen, dass sie bald den "DSDS"-Stempel ablegen können. Sänger Max Buskohl (Mitte) schaffte es ins Halbfinale der Castingshow. (EMI / Capitol / Olaf Heine)

Eigens komponierte Lieder, eigens geschriebene Texte - auch die Idee zum Cover ihres Debütalbums "Confession" stammt von Empty Trash selbst.
Eigens komponierte Lieder, eigens geschriebene Texte - auch die Idee zum Cover ihres Debütalbums "Confession" stammt von Empty Trash selbst. (EMI / Capitol / Olaf Heine)

Sehen nicht nur wie Rocker aus. Von links: Leadgitarrist Stefan Kull, Bassist Julius Casper Murke, Sänger Max Buskohl, Drummer Per Jacob Blut und Gitarrist Tim Schultheiss sind Empty Trash.
Sehen nicht nur wie Rocker aus. Von links: Leadgitarrist Stefan Kull, Bassist Julius Casper Murke, Sänger Max Buskohl, Drummer Per Jacob Blut und Gitarrist Tim Schultheiss sind Empty Trash. (EMI / Capitol / Olaf Heine)

Datum: 27.11.2007

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Diskussion: "Empty Trash"

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