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Wyclef Jean Carnival Vol. II - Memoirs Of An Immigrant

Wyclef Jean Carnival Vol. II - Memoirs Of An Immigrant

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Endlich wieder Karneval - doch die Jecken und Narren bleiben zu Hause. Mit Kölner oder Mainzer Fasching hat Wyclef Jeans "Carnival" nichts gemein. Der Haitianer, Hitmaschine und Kopf der Fugees, lädt zum zweiten Mal in seiner Karriere ein: Zehn Jahre nach der ersten musikalischen Maskerade folgt nun mit "The Carnival II: Memoirs Of An Immigrant" der zweite Teil. Seitdem der Vorgänger die Musikwelt um Dauerbrenner wie "Gone Till November" bereicherte, hat sich einiges getan, wie Clef im Intro klarstellt.

Die ganze Welt lebt in Panik, verrät er. Nur Wyclef Jean, der mittlerweile Vater ist, schreibt wie eh und je. Soweit die Bestandsaufnahme des 35-Jährigen, die er seiner neuen Platte vorausschickt. Schwer hat es das Album nicht gerade: "The Carnival II" muss niemandem etwas beweisen, denn wer bisher nicht mitbekommen hat, dass Wyclef Jean Hits aus dem Ärmel schüttelt wie kaum ein Zweiter, der ist entweder taub oder hört ausschließlich Klassik.

Ohne sich zu verändern, wächst die simple Tonfolge des Intros im Opener zu etwas Bedrohlichem heran, das in einem Trommelwirbel und Serj Tankians unvergleichlichem Gesang kulminiert. Dann der Maestro: Relaxt und im charakteristischen Rapstil kickt der Immigrant seine kantigen Zeilen - der Botschafter eines verarmten Volkes hält sein Plädoyer im Zigmillionendollar-Studio.

Musikalisch fährt Wyclef die üblichen Geschütze auf: Gitarren in jeder Ausführung und Spielart, knackige Beats, die in die Beine und ins Ohr gehen, massig karibische Stilelemente und eine Prise Reggae. Leider klingt "The Carnival II" bisweilen arg anbiedernd, zu den Tiefpunkten der Platte gehören die unsägliche Single "Sweetest Girl (Dollar Bill)" (mit Akon, Lil Wayne und Niia) und das hektische "King & Queen" (mit Shakira).

Dass Clef sein Handwerk beherrscht, stellen Nummern wie "Fast Car" (mit Paul Simon), "Slow Down" (mit Koproduzent T.I.) und der überfällige "911"-Nachfolger "What About The Baby" (mit Mary J. Blige) eindrucksvoll unter Beweis. Ob es nötig ist, auf jedem Track mindestens einen Featuregast zu präsentieren, darf bestritten werden. Dennoch trägt die Platte Wyclefs unverkennbare Handschrift, die mittlerweile zurecht als Qualitätssiegel gilt.

Gregor Jossé


Datum: 03.12.2007

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