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DO: Das Leben des David Gale

Das Leben des David Gale

(tsch) So viele Filme haben den Zuschauer schon mit in die Todeszelle geschleppt. Ob "The Green Mile" oder "Dead Man Walking". 2002 erzählte der Regisseur Alan Parker "Das Leben des David Gale". Doch erst am Ende wird klar, dass es sich hier eher um einen Thriller im klassischen Sinne handelt, der die konventionellen Genreregeln nutzt, um ausreichend Spannung zu erzeugen.

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Das Ende also ... - der Kunstgriff, mit dem das Buch von Charles Randolph die Geschichte schließlich auf den Kopf stellt, wirft Fragen unterschiedlichster Art auf, polarisiert, ruft aber keineswegs eine Debatte über Sinn und Unsinn der Todesstrafe hervor, wie es sich die Macher womöglich gewünscht hätten. Vielmehr geht es einzig und allein um den wahren Charakter der Titelfigur.

Kevin Spacey (ab 29. November in der Komödie "Die Gebrüder Weihnachtsmann" im Kino zu sehen) spielt diesen David Gale, der in Texas zum Tode verurteilt in Haft sitzt und sich nur wenige Tage vor seiner Hinrichtung dazu entschließt, ein Interview zu geben. Die Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) darf ihn drei Mal besuchen. Er erzählt ihr seine Geschichte, gibt das eine oder andere Rätsel auf, macht sie zum Teil eines raffinierten Verwirrspiels. Ist er schuldig, oder ist er es nicht? Das ist die Frage, die den Betrachter zunächst bewegt.

Gale ist ein schlauer Mann, war sein Leben lang aktiv gegen die Todesstrafe und engagierte sich gemeinsam mit seiner Kollegin Constance (Laura Linney) in einer Organisation namens "Death Watch". Doch dann beginnt sein persönlicher Abstieg mit einer Verführung. Gale zerbricht - an Intrigen, an Verleumdungen und nicht zuletzt an seinen individuellen Schwächen. Schließlich wird ihm der Mord an Constance zur Last gelegt. Es gibt ein Videoband, und auf den ersten Blick sprechen alle Indizien gegen ihn.

In geschickt verbundenen Rückblenden wird der Zuschauer durch die Vergangenheit Gales geführt. Eine zunächst äußerst zurückhaltend agierende Kate Winslet ist da die meiste Zeit des Films über eigentlich eher störend, bis es ihr am Ende überlassen bleibt, die Strategie des David Gale zu erkennen. Denn eine solche gibt es. Der Todeskandidat ahnt, einem Hellseher gleich, den Ablauf von Ereignissen voraus, die ihn selbst und mit ihm auch seine Kollegin in gänzlich anderem Licht erscheinen lassen. Allzu konstruiert wirkt die Story nun und nimmt sich selbst eine gehörige Portion Überzeugungskraft, die sie lange Zeit dank eines gewohnt überzeugend agierenden Hauptdarstellers hat. Dessen Schicksal, geprägt von krankhaftem Idealismus und unglücklichen Umständen gleichermaßen, ist das, was an diesem Film zu interessieren vermag.

Für den Umgang mit dem Thema Todesstrafe indessen erntete Alan Parker Kritikerschelte. Zu Recht stellt er doch Befürworter gleichermaßen an den Pranger wie am Ende auch die Gegner. Das mag in den USA, wo knapp über die Hälfte aller Einwohner für die Todesstrafe sind, bisweilen ein Spiegelbild von Realitäten sein. In Deutschland ist es aber schlichtweg überflüssig.

Tom Ruder


Die Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) möchte die Wahrheit über David Gale herausfinden. Das gestaltet sich als sehr schwieriges Unterfangen.
Die Journalistin Bitsey Bloom (Kate Winslet) möchte die Wahrheit über David Gale herausfinden. Das gestaltet sich als sehr schwieriges Unterfangen. (vox / Universal Studios / David Appleby)

Constance (Laura Linney) bekämpft die Todesstrafe. Ihre Organisation heißt "Death Watch".
Constance (Laura Linney) bekämpft die Todesstrafe. Ihre Organisation heißt "Death Watch". (vox / Universal Studios / David Appleby)

David Gales (Kevin Spacey) Leben gerät völlig aus den Fugen. Seinen Job hat er schon verloren.
David Gales (Kevin Spacey) Leben gerät völlig aus den Fugen. Seinen Job hat er schon verloren. (vox / Universal Studios / David Appleby)

Datum: 04.12.2007

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Artikel ID 192672

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