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Tom Petty And The Heartbreakers - Runnin' Down A Dream

Ehrlich und voller Poesie

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Mit Rock'n'Roll, das gibt Peter Bogdanovich offen zu, hatte er eigentlich nichts am Hut. Aber der US-amerikanische Filmemacher, Anfang der 70er-Jahre bei Kritikern und Publikum mit Filmen wie "The Last Picture Show", "What's up, Doc?" und "Paper Moon" megaerfolgreich, dachte sich: "Das muss nicht so bleiben." Zumal er gefragt wurde, ob er nicht zum 30. Bandjubiläum einen Dokumentarfilm über Tom Petty And The Heartbreakers machen wollte. Wollte er, und das Resultat heißt "Runnin' Down A Dream" (2007) und ist ein Meisterwerk geworden, das in einer exklusiv gestalteten Box mit drei DVDs und einer Bonus-CD erscheint.

"Ich suche ja immer neue Herausforderungen", sagt der heute 68-jährige Regisseur. Also traf er sich mit Tom Petty zum Lunch. Vier Stunden später hatten die beiden charismatischen Künstler viele Gemeinsamkeiten entdeckt und festgestellt, dass sie gerne miteinander arbeiten würden. Dabei traf es sich gut, dass Petty auf keinen Fall eine hektische Hommage im MTV-Stil wollte, und dass Bogdanovich neugierig war und ehrliche Fragen stellte. Vier Stunden lang wurde schließlich "Runnin' Down A Dream", der in einer 3-DVD-Box zusammen mit dem Geburtstagskonzert in Pettys Heimatstadt Gainesville, Florida und einer Bonus-CD mit raren Tracks veröffentlicht wird. Bogdanovichs Film zeigt eine Band, die wie keine andere Poesie mit Direktheit verbindet. Und er erklärt ganz beiläufig und unaufdringlich, wie sich diese scheinbaren Gegensätze zu einem künstlerischen Ganzen vereinen können.

Die Naivität des Regisseurs ist dabei die treibende Kraft. Er fragt ehrlich und direkt, und die Band (Mike Campbell, Ron Blair, Tom Petty, Stan Lynch und Benmont Tench) antwortet ehrlich und direkt. Es gibt keinen Erzähler, es gibt nur die Protagonisten, ihre Freunde und Kollegen. Sie erzählen die Geschichte. Von den Anfängen in Gainesville, als sie noch Mudcrutch hießen, in Stripclubs spielten und den Gitarristen feuerten, weil er sich in einer Bar derart daneben benahm, dass sie dort nicht wieder auftreten durften.

Passend zu den Interviews haben Tom Petty und Peter Bogdanovich aus dem umfangreichen Archiv der Band Bildmaterial ausgesucht. Keine leichte Aufgabe, aber es hat sich gelohnt. Jeder Song, jeder Auftritt, jede TV-Aufnahme und jede private Super-8-Sekunde ist perfekt auf die Zeit abgestimmt, um die es gerade geht. "Runnin' Down A Dream" arbeitet sich chronologisch vor, wodurch die im Endeffekt märchenhafte Erfolgsgeschichte auf dem Boden bleibt. Eine Menge Arbeit, viele Rückschäge und vor allem Rückgrat - Tom Petty, auf ihn konzentriert sich der Film natürlich, hat sich seine Reputation als ehrlicher, bodenständiger und einflussreicher Rockmusiker erarbeitet. Und Tom Petty zeigt, dass man geradlinig und unbeirrt seinen Weg gehen und dabei trotz aller Widerstände leichtfüßig über den Dingen schweben kann: mit einem wachen Auge für die poetische Wirklichkeit, einer Portion Verrücktheit, dem Mut, der Plattenindustrie die Stirn zu bieten (so wie es auch Radiohead mit ihrem jüngsten Album "In Rainbows" machten) und einer Portion entspannter Kreativität, die sich nicht von modischen Einflüssen einengen lässt. Unterwegs kann man dann durchaus mal für zwei Jahre eine Supergruppe wie die Traveling Wilburys ins Leben rufen.

Der Dokumentarfilm überzeugt technisch mit guten, klaren Bildern und ordentlichem Sound. Das Anniversary Concert ist mit einem satten 5.1-Mix allerdings ungleich opulenter abgemischt. Vier Stunden Film, zwei Stunden Konzert, eine Stunde Bonusmusik auf CD - die Box gehört zu den liebevollsten DVD-Editionen, die bislang zu haben sind.

Andreas Fischer

Wertung
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Kult-Regisseur Peter Bogdanovich machte aus 30 Jahren Bandgeschichte von Tom Petty And The Heartbreakers den wunderbaren Dokumentarfilm "Runnin' Down A Dream".
Kult-Regisseur Peter Bogdanovich machte aus 30 Jahren Bandgeschichte von Tom Petty And The Heartbreakers den wunderbaren Dokumentarfilm "Runnin' Down A Dream". (SPV)

Datum: 04.12.2007

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