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Jennifer Connelly
Eine ganz gewöhnliche OscarpreisträgerinSchauspielerin Jennifer Connelly (tsch) Ehemann, Hund, Haus und zwei Kinder: Jennifer Connelly scheint die Normalität in Person zu sein. Aber nur fast, denn im Nebenjob ist die New Yorkerin Filmstar. Und eine der wenigen in Hollywood, die unangestrengt zwischen großen Studioproduktionen wie der Comicadaption "Hulk" und Kinokleinodien wie dem Junkiedrama "Requiem For a Dream" wechseln. Nebenbei gewann sie 2002 noch einen Oscar für ihre Rolle in "A Beautiful Mind" und angelte sich am Set den britischen Kollegen Paul Bettany. Da gerät fast in Vergessenheit, dass die heute 34-jährige Jennifer Connelly ihren Durchbruch mit 14 Jahren in Kultregisseur Dario Argentos blutigem "Phenomena" feierte. Jetzt kehrt sie zu ihren cineastischen Wurzeln zurück und spielt in dem von Walter Salles ("Central Station") inszenierten Horrordrama "Dark Water" (Start: 22.09.) die frisch geschiedene Dahlia. Mitten im Sorgerechtsstreit mit ihrem Mann (Dougray Scott) ziehen Dahlia und ihre fünfjährige Tochter Ceci (Ariel Gade) in ein düsteres Apartment. Dort findet Ceci eine imaginäre Spielkameradin. Doch die droht das Mädchen immer weiter in eine Geisterwelt zu entführen. Anzeige
Im Interview wirkt Jennifer Connelly ziemlich diesseitig und setzt umgehend selbst zur Frage an: "Spielen sich die Ereignisse vielleicht nur in Dahlias Kopf ab?" teleschau: In der japanischen Originalfassung wird diese Frage eindeutig mit "Nein" beantwortet ... Jennifer Connelly: Aber bei uns nicht. Ich hatte tiefes Vertrauen zu Walter, denn der Film hätte tatsächlich ins reine Horrorgenre abrutschen können. Aber Walter Salles ist ein viel zu eleganter, subtiler Regisseur, um das zuzulassen. Wer einen so herzenswarmen Film wie "Central Station" inszeniert hat, der setzt nicht auf plumpe Geistereffekte oder kleine Mädchen, die sich als Monster entpuppen. Es war mir von Anfang an bewusst, dass dies ein völlig anderer Film als die japanische Vorlage wird, mehr ein Psychodrama mit Horrorelementen. Ich finde das, ehrlich gesagt, auch viel erschreckender. Mich haben schon immer Filme wie "Shining" oder "Rosemary's Baby" viel mehr mitgenommen, weil der Zuschauer darin nie genau weiß, worin denn die Bedrohung liegt. teleschau: Sie gelten dennoch als Horrorfilmexpertin. Verraten Sie uns ein Geheimnis? Jennifer Connelly: Welches denn? teleschau: Warum bekommen Sie kein verquollenes Gesicht, auch wenn Sie in fast jeder Szene laut Drehbuch Heulen und Zähneklappern überkommt? Jennifer Connelly: Und ob man das meinem Gesicht ansieht! Nach einem Heuldrehtag wächst mir regelmäßig ein echter "Malden". teleschau: Igitt, ist das ansteckend? Jennifer Connelly: Haben Sie nie "Die Straßen von San Francisco" gesehen? So dick und verknautscht wie der Knollen von Karl Malden, dem TV-Detektiv in dieser Serie, sieht meine Nase dann auch aus. teleschau: Dahlia geht in ihrer Verzweiflung so weit, sich für ihre Tochter opfern zu wollen. Spielt sich das leichter für eine Schauspielerin, die selbst Mutter ist? Jennifer Connelly: Konnte ich meine Rolle in "Requiem For a Dream" auch ausfüllen, ohne mal Junkie gewesen zu sein? Die Antwort lautet: Ja. Dafür habe ich Vorstellungskraft. Aber natürlich fiel es mir leichter. Ich musste keine Nachforschungen darüber betreiben, worüber Fünfjährige mit ihrer Mutter wohl so auf dem Weg zur Vorschule sprechen. Vor den Dreharbeiten verbrachte ich dennoch zwei Wochen mit Ariel. Ich lernte ihren Hund, ihre Familie und Freunde kennen. teleschau: Wurden Ihre Jungs nicht eifersüchtig? Jennifer Connelly: Stellan war noch zu klein, und Kai fand Ariel sehr nett. Aber bei Drehende schenkte Ariel mir eine Schachtel mit einem Bild von ihr und mir darin. Da bekam Kai dann doch einen leicht säuerlichen Zug um den Mund und diesen "Das ist mein Hoheitsgebiet, Baby!"-Blick. teleschau: Sie jonglieren scheinbar locker Hausfrauen- und Filmstarleben zugleich. Wie klappt das? Jennifer Connelly: Ich nehme meine beiden Söhne mit an das Set. Das ist eben einer der großen Vorteile an meinem Beruf. Ich bin mir aber schmerzlich bewusst, dass andere arbeitende Mütter nicht über dieses Privileg verfügen. Auch wenn die Leute, mit denen ich zusammenarbeite, meine Kids vielleicht nicht gerne sehen: Sie werden sich unterstehen, ihre Einwände explizit zu artikulieren (lacht). teleschau: Gab es auch beim Dreh von "Dark Water" Bedenkenträger? Jennifer Connelly: Nein, da ging es ja gar nicht anders! Ich habe Stellan während der Dreharbeiten noch gestillt. Diesen Job kann ja nun wirklich niemand anderer übernehmen. Aber zum Glück wirkt die üppige Brust einer stillenden Mutter auf der Leinwand ja nicht gerade abstoßend auf die Zuschauer. teleschau: Sie leben mit Ihrer Familie seit zwei Jahren mitten im New Yorker Stadtteil Brooklyn. Bleiben Sie dort unbehelligt? Jennifer Connelly: Ich fahre U-Bahn und gehe mit meinen Jungs auf den Spielplatz. In Brooklyn sind die Menschen sehr unaufgeregt. Man kennt hier und da meinen Namen. Das war's dann aber auch. So interessant zum Abdrucken sind Fotos von mir in dreckigen Stiefeln, mit Stellan und Kai in der Buddelkiste spielend, nun auch wieder nicht. Kerstin Borner |
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