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Vampire

Seiten mit Biss

(tsch) Nicht wundern, wenn einem auf der Straße hier und da scharfe Zähne entgegenblitzen. Halloween (31.10.) steht vor der Tür. Am meisten Biss und Beliebtheit hat nach wie vor das Vampirkostüm. Seit rund drei Jahrhunderten geistern diese lichtscheuen Wesen durch Legenden, Romane, sicher auch durch den einen oder anderen Albtraum und demnächst vor allem durchs Fernsehprogramm. Zum gruseligen Fest lässt ProSieben Wes Cravens' "Dracula" (31.10., 23.10 Uhr) und vox "John Carpenters Vampire" (01.11., 22.20 Uhr) wieder auferstehen. ARTE widmet den Untoten gar einen ganzen Themenabend (28.10., ab 20.45 Uhr). Was es mit dem blassen, blutdurstigen Volk auf sich hat, darüber wird auch im Internet rege spekuliert.

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Der berühmteste Vampir ist nach wie vor Dracula. Schöpfer des grauenvollen Grafen war der irische Theaterkritiker und Schriftsteller Bram Stoker. 1897 ließ er den Grafen erstmals aus dem Grab steigen. Eine Biografie des Autors sowie nähere Informationen zum Roman und zu seinen Hintergründen findet der User auf einer Homepage mit dem illustren Titel www.villa-fledermaus.de/vampyrjournal/stoker.htm sowie in der Literaturecke der düster-schwarzen Webseite www.vampire-world.com, die mit Bildern, Daten und kurzen Inhaltsangaben zu weiteren literarischen Werken aufwartet, in denen Vampire ihr Unwesen treiben. Vom Horror- bis zum Erotikstreifen sind hier zudem zahlreiche Filme aufgeführt, die auch nur entfernt mit den Blutsaugern zu tun haben. Besonders die auf der Seite akribisch zusammengesuchten Biografien überraschen. So erfährt der Interessierte die schaurige Geschichte der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory. Die Sadistin lockte zu ihrer sexuellen Belustigung junge Mägde aufs Schloss und folterte sie - unter anderem soll sie die Mädchen gebissen und ihr Blut getrunken haben. Auch über Bela Lugosi, den ersten Dracula-Darsteller, wurde ein ausführliches Kapitel verfasst.

Auf der Homepage www.sibiweb.de/dracula dreht sich alles um den "Exportschlager Dracula". Die Seite entlarvt so manche Unwahrheit über Transsilvanien und den Mythos der Figur. Stephan Vajda geht etwa der Frage nach: "Woher kam Dracula?" Dem nimmt sich im Online-Forum auch der im siebenbürgischen Schäßburg - angeblich Draculas Heimat - geborene Schriftsteller Dieter Schlesak an. Ein ganzes Kapitel widmet er der Biografie des Fürsten Vlad Tepes, eines in der Tat blutrünstigen Mannes, der Bram Stokers Romanfigur Dracula als Vorlage diente. Vlad erlangte aufgrund brutaler Foltermethoden fragwürdigen und unheimlichen Ruhm. Die "scheußliche Praxis des Pfählens" handelt Schlesak in einem weiteren Abschnitt ab. Ferner belegt er anhand von Bram Stokers Roman und eigenen Vor-Ort-Recherchen die Vermischung von Historie mit Sage und Fantasie des Autors.

Fotos von Rumänien - Vlads, Draculas und Schlesaks Herkunftsland - veröffentlicht Andy Winkler auf seiner passend in dunklen Tönen gehaltenen Webpage www.gruft-der-vampire.de. Der Erzieher, der rein äußerlich ohne Probleme in Draculas Fußstapfen treten könnte, war viermal im Land der gruseligen Sagen. Vom Urlaub der schaurigen Art zeugen auch Bilder einer Schottlandreise, bei der Andy, bekennender Gothic-Anhänger und Fan des "Kleinen Vampirs", ein angebliches Geisterschloss besuchte und fotografierte.

Eine Definition des Vampirs, die sich am realen Volksglauben orientiert, liefert das "Schwarze Netz" unter sungaya.de/schwarz/az/register.htm - eine Seite, auf der sich sämtliche unheimliche Wesen tummeln. Demnach zählt der Blutsauger zu den Wiedergängern. Besonders die slawischen Völker glaubten, dass ein Verstorbener als Untoter wieder aufersteht, wenn zum Beispiel ein "unreines" Tier wie ein Hund oder eine Katze über den Leichnam oder dessen Grab sprang. Auch bestimmte Personen wie Wöchnerinnen, die im Kindbett starben, galten als potenzielle Wiedergänger, wie auf der Seite zu erfahren ist.

Auf medizinische und biologische Ursachen für den schaurigen Volksglauben macht ein Lexikon auf der düster gestalteten Seite www.vampir-club.de aufmerksam. Dort werden unter anderem Milzbrand (Anthrax), Tollwut, Tuberkulose und Scheintod als wahrscheinlichste natürliche Ursachen für die Entstehung des Vampirmythos genannt. Die damalige Unwissenheit über Symptome schlimmer Seuchen, aber auch über verschiedene Verwesungsprozesse, brachte viele Mediziner dazu, den Glauben an Vampire zu schüren. Die Mär konnte sich im 18. Jahrhundert selbst einer Seuche gleich rasend schnell in ganz Europa, aber auch in den USA verbreiten. Wer es dennoch trotz aller rationalen Erklärungen beim Anblick zweier scharfer (Plastik?)Zähne mit der Angst zu tun kriegt, dem schlägt das Lexikon schließlich auch Abwehrmaßnahmen gegen die blutdurstigen Berserker vor.

Nina Fischer


Klaus Kinski war neben Bela Lugosi und Max Schreck einer der charismatischsten und furchteinflößendsten Dracula-Darsteller.
Klaus Kinski war neben Bela Lugosi und Max Schreck einer der charismatischsten und furchteinflößendsten Dracula-Darsteller. (Werner Herzog Film)

Auch Hollywood-Star Gary Oldman kam in den Genuss, in einer faszinierenden Verfilmung von "Bram Stoker's Dracula" den Grafen der Finsternis zu spielen.
Auch Hollywood-Star Gary Oldman kam in den Genuss, in einer faszinierenden Verfilmung von "Bram Stoker's Dracula" den Grafen der Finsternis zu spielen. (Columbia Pictures)

Ein Vampirfan veröffentlicht auf seiner Webseite Bilder seiner Rumänienreise.
Ein Vampirfan veröffentlicht auf seiner Webseite Bilder seiner Rumänienreise. (www.gruft-der-vampire.de)

Datum: 27.09.2007

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Diskussion: "Vampire"

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