(tsch) Dieses Dekolleté erregte eine Menge Aufsehen. So freizügig zeigte sich Julia Roberts bis dahin selten. Für die Hauptrolle in "Erin Brockovich" (2000) ließ der Star jedoch das nette Image der natürlichen Schönheit von nebenan hinter sich. Die Anwaltsgehilfin mit den knappen Klamotten und dem losen Mundwerk spielte sie so glaubhaft, dass sie vor vier Jahren einen Oscar für die Rolle bekam. Während der Hollywoodstar mit Mike Nichols Drama "Der Krieg des Charlie Wilson" und Dennis Lees Regiedebüt "Fireflies in the Garden", die sich beide in Postproduktion befinden, erst im Februar 2008 wieder auf der Leinwand zu sehen sein wird, wiederholt vox nun die bislang beste Vorstellung in der Karriere der "Pretty Woman".
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Die zweifach geschiedene Erin (Julia Roberts) ist Mutter von drei Kindern und sucht dringend einen Job. Den findet sie über Umwege in der Kanzlei des Anwalts Ed Masry (Albert Finney). Durch Zufall stößt Erin auf einen brisanten Fall: Im kalifornischen Hinkley scheint ein großer Konzern das Grundwasser mit dem hochgefährlichen Chrom 6 zu verschmutzen. Auffällig viele Bewohner der Kleinstadt haben Krebs, mehrere Frauen erlitten Fehlgeburten. Ed ist von der riskanten Geschichte nicht begeistert, aber seine neue Angestellte bleibt hartnäckig, und so vertritt Masrys Kanzlei am Ende über 600 Kläger.
Julia Roberts gibt eine vorlaute Erin, die nicht einzuschüchtern ist und die vor allem mit dem einfachen Bürger gut auskommt. Die Anwälte eines großen Energiekonzerns geht sie harsch an, lässt sie kaum zu Wort kommen. Die bösen Kommentare der Anwaltsgehilfin sprudeln ungezügelt - eine Frau mit Courage. Auch Erins Nachbar George (Aaron Eckhart) macht Bekanntschaft mit ihrem losen Mundwerk und ist hin und weg. Er kümmert sich zunächst um die Kinder. Als jedoch klar wird, dass Erin wegen des Jobs weder die Kleinen noch ihn regelmäßig zu Gesicht bekommt, wirft er das Handtuch.
Dem Regisseur Steven Soderbergh gelang mit "Erin Brockovich" ein erstaunlicher Coup: Er inszenierte die "David gegen Goliath"-Story mit einer Heldin, die gerade dadurch sympathisch wird, dass sie nicht immer gefällig ist. Hinzu kommt, dass der Film auf einer wahren Geschichte basiert. Die echte Erin hat einen Kurzauftritt als Kellnerin, arbeitet aber im wahren Leben nach wie vor für Masry. Privat hatte sie im Jahr 2001 ihre eigenen Probleme mit der Umwelt: Ihr Haus war stark von Schimmel befallen und musste für 600.000 Dollar renoviert werden.
Jan Treber
Mit ihrer offenherzigen Art kommt Erin Brockovich (Julia Roberts) nicht bei allen gut an. (vox)
Ed Masry (Albert Finney) kämpft mit Erin Brockovich (Julia Roberts) gegen einen riesigen Energiekonzern. (vox)
Bei der Recherche für den Fall kann Erin (Julia Roberts) es sich nicht leisten, zimperlich zu sein. (vox)
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