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The Namesake

The Namesake - Zwei Welten, eine Reise

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Bollywoodfilme lösen bei manchem Zuschauer einen Fluchtreflex aus: zu viel Kitsch und Schönfärberei. Daher sollte die indisch-amerikanische Koproduktion von Regisseurin Mira Nair, "The Namesake - Zwei Welten, eine Reise" (2006), keinesfalls mit einer der üblichen Bollywood-Storys verwechselt werden. Der Familienfilm über zwei Generationen zwischen Heimat und Wahlheimat, Freiheit und Konventionen, nimmt seine Figuren ernst, begegnet Mutter und Tochter, Vater und Sohn einer indischen Auswandererfamilie auf Augenhöhe. Das Drama, das in Deutschland allerdings nur 40.000 Zuschauer im Kino sahen, wird nun auf DVD veröffentlicht.

Mira Nair ("Vanity Fair"), die mit ihrem Debüt "Salaam Bombay" in Cannes vor fast 20 Jahren gleich den Regie-Preis gewann, lebt in Indien und New York, weiß von Anpassung und neuen Möglichkeiten. Sie setzt den Zuschauer in "The Namesake" am Bahnhof ab, ohne dass er recht weiß, wo die Reise hingehen wird. Er lernt zwei Männer im Zug kennen, die die Vor- und Nachteile des Reisens erläutern. Die Dimension dieses Dialogs erschließt sich erst später. Die Zugfahrt ist der Grund, weshalb Ashoke (Irrfan Khan) und Ashima (Tabu) ihren Sohn "Gogol" nennen, nach Ashokes Lieblingsautor. Es war ein spontaner Entschluss, eine Notlösung, die jedoch den Dreh- und Angelpunkt dieser bewegenden Familiengeschichte darstellt.

Gogol (Kal Penn), der sich später nach seinem zweiten, weniger auffälligen Namen Nick benennt, hält den russischen Schriftsteller für einen ziemlichen Freak. Schließlich ist er ein amerikanischer Jugendlicher mit Drang zum Kiffen und zu Grunge. Das Auswandererkind wächst in Amerika auf, die indischen Konventionen haben für ihn und seine jüngere Schwester keine Bedeutung. Seine Eltern fühlen sich jedoch nach wie vor mit Kalkutta verbunden. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten präsentiert sich dem Paar grau und kalt.

Es vergehen sehr viele Jahre, in denen der im Mittelpunkt stehende Gogol Fragen stellt und sich sein Leben als erfolgsorientierter US-Amerikaner einrichtet. Die Brüche passieren im Film mitunter ruppig, was unvermeidlich ist bei einer so großen Zeitspanne. Die Schwierigkeit, die Romanvorlage von Jhumpa Lahiri, die ausschweifend von vielen Kleinigkeiten erzählt, zusammenzufassen, gelingt der Regisseurin aber dennoch. Ohne moralisch zu werten, zeigt Mira Nair die Probleme der Familie auf und schafft so Verständnis.

Der 5.1-Sound der DVD konzentriert sich auf den Center. Die hinteren Boxen werden fast ausschließlich bei der musikalischen Untermalung des dialoglastigen Dramas hinzugenommen. Sowohl die farbenfrohen Gewänder der Inder als auch die Tristesse der neuen Heimat kommen scharf und kontrastreich auf dem Bildschirm zur Geltung. Highlight des recht ordentlichen Bonusteils der DVD ist ein halbstündiges Seminar über die Arbeit an "The Namesake", das Regisseurin Mira Nair vor Filmstudenten der Columbia University hält.

Jasmin Herzog

bewertungsbox

bildformat 1,85:1 (anamorph)
sprachen Deutsch (5.1), Englisch (5.1), Spanisch (5.1)
untertitel Deutsch, Englisch, Spanisch, Türkisch, Dänisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch
extras Audiokommentar von Mira Nair (Regisseurin); Entfallene Szenen; Featurette; Interview; Musikvideo
laufzeit 118 Min.
tonsystem Dolby Digital
regionalcode Regionalcode 2
preis ca. 16 Euro
bewertung bild gut
bewertung ton gut
bewertung extras gut

Credits:
(USA 2006, R: Mira Nair, D: Irrfan Khan, Kal Penn, Jacinda Barrett u.a.)


Der indische Familienfilm über zwei Generationen zwischen Heimat und Wahlheimat, Freiheit und Konventionen, hat mit einer herkömmlichen Bollywood-Story wenig gemein.
Der indische Familienfilm über zwei Generationen zwischen Heimat und Wahlheimat, Freiheit und Konventionen, hat mit einer herkömmlichen Bollywood-Story wenig gemein. (Twentieth Century Fox)

Das indische Auswanderer-Ehepaar Ashima (Tabu) und Ashoke Ganguli (Irrfan Khan) will mit seinem Neugeborenen in New York ein neues Leben beginnen.
Das indische Auswanderer-Ehepaar Ashima (Tabu) und Ashoke Ganguli (Irrfan Khan) will mit seinem Neugeborenen in New York ein neues Leben beginnen. (Twentieth Century Fox)

Gogol (Kal Penn) und Maxine (Jacinda Barrett) lassen sich von unterschiedlichen Traditionen ihr Glück nicht vermiesen.
Gogol (Kal Penn) und Maxine (Jacinda Barrett) lassen sich von unterschiedlichen Traditionen ihr Glück nicht vermiesen. (Twentieth Century Fox)

Datum: 20.12.2007

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