|
Anzeige: |
Elizabeth - Das goldene Königreich
Elizabeth - Das goldene Königreich(tsch) Zurück im 16. Jahrhundert. Mit "Elizabeth - Das goldene Königreich" schlägt der britisch-indische Regisseur Shekhar Kapur neun Jahre nach den sieben Oscarnominierungen für "Elizabeth" das zweite Kapitel des Elisabethanischen Zeitalters auf. Doch der opulente Film ist kein Ersatz fürs Geschichtsbuch, denn dieses poppige Unterhaltungskino setzt auf stark verdichtete Historie und freie Interpretation zugunsten der Dramaturgie. Anzeige Die stets kühl und erhaben wirkende Cate Blanchett ergreift wieder das Zepter und schlüpft in die extravaganten Kostüme der Herrscherin, die sie wie eine Stilikone des 16. Jahrhunderts wirken lassen. Ein ästhetischer Höhepunkt ist der Ritt auf einem prächtigen Schimmel an der Küste, dessen Mähne ebenso wild im Sturm weht wie ihre offenen roten Haare. Eine kämpferische Ansprache an die Truppen dazu - ein Hauch von Jeanne d'Arc. Aufmunterung tut Not, schließlich baut sich die größte Flotte, die Spanien je verlassen hat, vor der Insel auf. Die Sympathie des Films gehört ganz klar der protestantischen Königin. Ihr Gegenspieler, der Katholik Felipe II (Jordi Molla) wird als fanatischer Trottel dargestellt. Und auch die in Haft sitzende Maria Stuart (Samantha Morton), die ihr nach dem Leben trachtet, kann der weitsichtigen protestantischen Herrscherin mit Hang zum Humanismus nicht das Wasser reichen. Elizabeth will ihren Untertanen nicht ins Herz schauen. Was bedeutet: Sie plädiert für die Freiheit von Geist, Gedanken und Religion - solange der Untertan nicht gegen das Gesetz verstößt. Und sie weigert sich, die Katholiken unter einen Generalverdacht zu stellen. Selbst in Zeiten, in denen sie die Bedrohung durch Attentate fürchten muss. Das elisabethanische Zeitalter (1558 bis 1603) bietet sich zur Idealisierung an. In dieser Zeit blühten die Literatur und das Theater mit William Shakespeare auf, begründete Francis Bacon die moderne Naturwissenschaft, und immer mehr abenteuerlustige Seefahrer stachen in See. Francis Drake umsegelte als Erster die ganze Welt. Das Fernweh schien ansteckend zu sein. Auch Elizabeth träumt sich gerne weg aus England, weg von der Verantwortung, die sie hier tragen muss. Ihre Faszination für Geschichten aus den fremden Ländern liegt auch im attraktiven Erzähler begründet. Der Seefahrer und Freibeuter Sir Walter Raleigh, gespielt von Clive Owen als gelungener Errol-Flynn-Verschnitt, hat nicht nur einen Staat in Amerika nach der jungfräulichen Königin "Virginia" benannt, sondern beeindruckt die Herrscherin auch durch seinen Freiheitswillen und seine Ehrlichkeit. Und so steht Elizabeth in ihrer Regentschaft neben gefährlichen politischen Intrigen auch ein privates Drama bevor. Soll sie ihre eiserne Jungfräulichkeit behalten oder den Thron für die Liebe riskieren? Wie Cate Blanchett den inneren Kampf der starken Frau mit sich und ihren Gefühlen zwischen Lust auf Liebe, Freude an der Macht und der Pflicht, ihrem Königreich zu dienen, darstellt, ist auch diesmal von außergewöhnlicher Überzeugungskraft. Im zweiten "Elizabeth"-Film erwecken erlesene Bilder und ausgezeichnete Kostüme (wieder von der Oscar-nominierten Alexandra Byrne) eine bewegte Epoche zum Leben. Neben Cate Blanchett gibt es ein Wiedersehen mit Geoffrey Rush in der Rolle ihres engsten Vertrauten Sir Francis Walsingham. Während der Film sich lange Zeit hauptsächlich mit Elizabeths Leben als Herrscherin am Hof zwischen Unnahbarkeit und Sehnsucht nach menschlicher Wärme beschäftigt, stilisiert Kapur sie am Ende zur absoluten Herrscherin, die auch die höheren Mächte auf ihrer Seite hat. Ein plakatives Ende für ein verführerisches und faszinierendes Historiendrama. Diemuth Schmidt |
Credits: Laufzeit: 115 Min. Kinostart:20. Dezember 2007 |
| Babel | |
| Ein Schuss löst eine weltumspannende Kettenreaktion aus. Zwei Hirtenjungen wollen die Reichweite eines Gewehrs testen und zielen achtlos auf einen entfernten Luxus-Reisebus, der durch die marokkanischen ... | |
| SO: Alexander | |
| Oliver Stone ließ sein Epos mit dem Tod Alexanders beginnen, was im amerikanischen Kino nichts Ungewöhnliches ist, sich aber mittlerweile als dramaturgisches Element verbraucht hat. Ein Ring fällt in Zeitlupe ... | |
| Tagebuch eines Skandals | |
| "Tagebuch eines Skandals" (2006) ist ein "Oh!"- und "Ah!"-Erlebnis. Richard Eyres Romanverfilmung über die diffizile Beziehung zweier Lehrerinnen gibt den Schauspielern Raum. Judi Dench und Cate Blanchett ... | |
| Geliebte Jane | |
| Jane Austen ist ein Muss für die Frau von heute, die sich gerne an die Werte von früher erinnert. So rangiert der Roman "Der Jane Austen Club" in den Bestsellerlisten und wartet auf seinen Kinostart im ... | |
| SO: Gladiator | |
| In Hollywood grassiert das Historien-Fieber. Regisseur Wolfgang Petersen inszenierte mit 140 Millionen Warner-Dollar im Rücken und Brad Pitt in der Hauptrolle den Trojanischen Krieg. Anschließend trieb ... | |
| SO: Last Samurai | |
| Es ist ein erbärmliches Bild, das dieser Mann zunächst abgibt. Wie eine Zirkusattraktion wird Captain Nathan Algren (Tom Cruise) vorgeführt. Früh ist klar, dass Algrens Charakter gebrochen wurde. Die amerikanischen ... |