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Der Goldene Kompass

Nicht alles, was glänzt ...

Das Spiel zum Film "Der Goldene Kompass" ist kein schlechtes geworden. Dennoch sollte man lieber zur Büchervorlage greifen.

(tsch) Mit großem Tamtam und einem Produktionsbudget von 180 Millionen Dollar kam die Romanverfilmung "Der Goldene Kompass" Anfang Dezember in die Kinos. Zwar landete das Fantasy-Spektakel aufgrund mangelnder Blockbuster-Konkurrenz in den meisten Kinocharts auf Platz eins, aber überzeugen konnten die Zuschauerzahlen bislang nicht, weshalb schon jetzt vom größten Flop des Jahres gesprochen wird. Sega bringt nun das obligatorische Spiel zum Film für alle relevanten Systeme auf den Markt. Ob die Lizenz gut genutzt wurde oder wieder nur eine halbherzige Umsetzung herauskam, zeigt der Test.

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Oxford-Dozent Philip Pullman zählt neben Tolkien, Lewis und Rowling zu den ganz Großen der modernen englischen Fantasy-Literatur. Seine Romantrilogie "His Dark Materials: Der Goldene Kompass, Das Magische Messer, Das Bernstein-Teleskop" hat sich seit dem Erscheinen des ersten Buchs im Jahr 1995 millionenfach verkauft. Kein Wunder also, dass Hollywood nach Blockbuster-Erfolgen wie "Herr der Ringe" und natürlich "Harry Potter" diesem Umstand mit einer Verfilmung Tribut zollte - und auch die Spieleindustrie nicht widerstehen konnte. Mit der Umsetzung wurde Shiny Entertainment beauftragt, die bereits für das mittelmäßige "Enter the Matrix" verantwortlich zeichneten und auch bei "Der Goldene Kompass" wenig Innovationsfreude zeigen.

Als Action-Adventure ausgelegt, bietet das Spiel Elemente, die scheinbar bei keiner Filmumsetzung fehlen dürfen: Quicktime-Events sind ebenso vorhanden wie simpel gehaltene Kämpfe und Mini-Spiele. Das alles präsentiert Shiny in einer etwas lieblos wirkenden Optik, die vor allem auf den Next-Gen-Konsolen PS3 und Xbox 360 deutlich spektakulärer hätte ausfallen dürfen. Auch die Kameraführung ist alles andere als optimal und sorgt vor allem bei kniffligen Sprungeinlagen für Frust. Dafür darf man sich über mangelnde Abwechslung nicht beklagen. Das Spiel hangelt sich am Story-Faden des Films durch die unterschiedlichsten Locations - vom College über Eislandschaften bis hin zur Forschungsstation.

Dennoch bietet "Der Goldene Kompass" zu wenig, um den Kaufpreis von 60 Euro bei den Next-Gen-Fassungen zurechtfertigen. Weder technisch noch spielerisch noch erzählerisch überzeugt "Der Goldene Kompass" vollends. Ohne Vorkenntnisse ist der Einstieg in die Handlung wirr, Hintergründe werden - wenn überhaupt - nur notdürftig in sporadischen Zwischensequenzen vermittelt. Unser Vorschlag deshalb: die 60 Euro für einen Kinoabend mit der Familie und eine Ausgabe der Büchertrilogie verwenden.

Jens-Ekkehard Bernerth




Datum: 17.12.2007

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