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Charlie und die Schokoladenfabrik

Charlie und die Schokoladenfabrik

(tsch) "Es ist die Geschichte eines kleinen Jungen, der noch nicht weiß, dass er der glücklichste Mensch auf dem Planeten ist und der in einem sehr, sehr schiefen Haus wohnt" - nun, der Erzähler irrt an einem Punkt. Charlie Bucket (Freddie Highmore) weiß sehr wohl, dass er glücklich ist. Auch wenn seine Mutter (Helena Bonham-Carter) nur Kohlsuppe kochen kann, der Vater (Noah Taylor) einen schlecht bezahlten Fließbandjob als Zahnpastatubenzuschrauber hat und er das winzige Haus mit seinen vier Großeltern teilt. Aber es steht unweit der größten und schönsten Schokoladenfabrik der Welt. Regiezauberer Tim Burton setzt mit seinem surrealen Märchen "Charlie und die Schokoladenfabrik" (2005) eine Menge Glückshormone frei. Sat.1 zeigt die geniale Verfilmung des Kinderbuchklassikers von Roald Dahl als Free-TV-Premiere.

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Schokolade setzt Endorphine frei, die das Glücksgefühl steigern. Charlie bekommt nur eine Tafel pro Jahr, aber die Nähe zur Fabrik Willy Wonkas (Johnny Depp) steigert die Wirkung der Glückshormone. Außerdem hat Opa Joe (David Kelly) dort früher gearbeitet und kennt viele Geschichten über den mysteriösen Träumer und Kakaopoeten, der sich irgendwann zurückzog und die Fabrik schloss. Die Welt ist kein Platz für Träumer und Poeten, weil niemand mehr weiß, wie man glücklich ist.

Aber Willy Wonka ändert seine Meinung, die Schornsteine rauchen wieder, und der Chocolatier lädt fünf Kinder in seine Fabrik ein. Allerdings müssen die erst noch die goldenen Eintrittskarten finden, die in den Wonka-Tafeln versteckt sind. Ein Marketing-Trick? Nein, es ist, das stellt sich später heraus, der Hilferuf einer einsamen Seele. Die Kinder, die sich Willy Wonka für einen Tag aufgehalst hat, gehen kaum als Paradebeispiele für mustergültige Erziehungsmethoden durch. Bis auf Charlie, der Willy Wonka letztlich wieder zu einem glücklichen Menschen macht. Tim Burton hat seinen extravaganten Filmspaß einmal mehr in eine skurrile und märchenhafte Bilderwelt verpackt, in der sich vor allem Johnny Depp nach Herzenslust austobt.

Er macht Wonka zu einem Träumer, der in seiner eigenen Welt lebt, aber selbst dort seinen Platz noch nicht gefunden hat. Ein Suchender ist Willy Wonka, der der Wirklichkeit entfliehen will - dem Kapitän Jack Sparrow in dieser Hinsicht nicht ganz unähnlich. Johnny Depps Sohn Jack sagt dann auch, wenn er nach dem Beruf seines Vaters gefragt wird: "Er ist ein Pirat, der sich als Willy Wonka verkleidet." Auch im neuen Tim-Burton-Film spielt Johnny Depp die Hauptrolle. An seiner Seite in "Sweeney Todd" (Kinostart: 21. Februar 2008): Helena Bonham-Carter und Alan Rickman.

Andreas Fischer


Ein Pirat, der sich als Chocolatier verkleidet: Johnny Depp gibt dem exzentrischen, verrückten, einsamen, verstörten und liebenswerten Willy Wonka einen Leib, eine Seele und ein Herz.
Ein Pirat, der sich als Chocolatier verkleidet: Johnny Depp gibt dem exzentrischen, verrückten, einsamen, verstörten und liebenswerten Willy Wonka einen Leib, eine Seele und ein Herz. (Sat.1 / Warner Bros.)

Willy Wonka (Johnny Depp, links) schwant langsam, dass Lachen Freude bringt. Charlie (Freddie Highmore, Mitte) und Opa Joe (David Kelly) machen es ihm vor.
Willy Wonka (Johnny Depp, links) schwant langsam, dass Lachen Freude bringt. Charlie (Freddie Highmore, Mitte) und Opa Joe (David Kelly) machen es ihm vor. (Sat.1 / Warner Bros.)

Die größte, schönste, beste Schokoladenfabrik der Welt steht irgendwo in Mittelengland und gehört Willy Wonka (Johnny Depp).
Die größte, schönste, beste Schokoladenfabrik der Welt steht irgendwo in Mittelengland und gehört Willy Wonka (Johnny Depp). (Sat.1 / Warner Bros.)

Datum: 22.12.2007

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Artikel ID 193712

 
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