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Aliens vs. Predator 2

Aliens vs. Predator 2

(tsch) Besinnlich muss es zu Weihnachten ja nicht unbedingt werden. Teile der Entertainment-Industrie, Fernsehen und Kino gleichermaßen, setzen zum Fest eher auf rüdere Unterhaltungsformen. Schon um jenen Teil des Publikums abzuholen, der mit der stillen Zeit so rein gar nichts anfangen kann. Wer dieses Jahr nach Action und Haudrauf-Ablenkung trachtet, sollte wohl einen Kinobesuch einplanen. In "Alien versus Predator: Requiem" werden erneut intergalaktische Innereien und Menschenblut verspritzt.

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Produzent John Davis wird vom Filmverleih mit gewissem Stolz zitiert. Schließlich kann er seinen Regie führenden Schützlingen Colin und Greg Strause angemessene Hingabe zugestehen: "In gewisser Weise leben Colin und Greg quasi in einer Welt mit Aliens und Predatoren. Sie haben all diese Filme unzählige Male gesehen, kennen die AVP-Comics und die AVP-Videospiele. Sie verstehen diese Charaktere." Und dann gibt es da noch die Anekdote, dass die Gebrüder Strause im frühpubertären Alter während einer Reise heimlich im Hotelzimmer Pay-TV abonnierten und sich James Camerons "Aliens" anschauten, während die Eltern bei einer Tagung zu Gast waren. Seitdem seien sie wie paralysiert und wollten unbedingt auch einmal selbst das Biest zum Leben erwecken. Dass sie nun sogar ein sogenanntes Predalien auftreten lassen, ist daher nur konsequent.

Bei dem gar nicht liebenswerten Wesen handelt es sich um keinen Hybriden, sondern um ein Alien, das sich pfiffigerweise von einem Predator ausbrüten lässt und sich gleich auch einige nützliche Fähigkeiten von seinem Wirt aneignet. Optisch macht sich das an einem zusätzlichen Kiefer und trendigen Dreadlocks bemerkbar, die das Wesen aus einer anderen Welt noch furchterregender als in den bisherigen Produktionen wirken lassen soll. Über den Grund, warum der Film der Presse im Vorfeld nicht gezeigt wurde, kann nur spekuliert werden. Wahrscheinlich liegt es am Termindruck vor den Festtagen, gepaart mit einem weltweit gleichzeitigen Kinostart.

Aus der recht simplen Geschichte wurde immerhin kein Hehl gemacht: Von der Handlung her nach den beiden "Predator"-Filme und vor "Alien" angesiedelt, geht es um die letzte Kreatur der Predatoren, eine Kampfmaschine, deren einziges Ziel es ist, als sogenannter Cleaner mit den sich ungestört ausbreitenden Aliens aufzuräumen. Dabei kommen ihr dummerweise einige Menschen dazwischen, was den gefühllosen Pragmatiker aber nicht stört. Kollateralschäden sind halt nicht ausgeschlossen bei der hehren Aufgabe, die ebenso hässlichen wie bösartigen Monster auszulöschen, in deren Adern alles zersetzende Säure fließt.

Die menschlichen Darsteller, darunter John Ortiz, der zuletzt in "American Gangster" einen Auftritt hatte, dienen trotz beabsichtigter Referenzen an die "Alien"-Klassiker nur als identifikatorisches Hilfsmittel, um dem Zuschauer angesichts des tricktechnischen Treibens noch den einen oder anderen Bezugspunkt zu geben. Letztlich, und damit wird die Fortsetzung nahtlos an Teil eins anschließen, macht das Duell zweier außerirdischer Rassen auf irdischem Territorium den Reiz des Actionspektakels aus, dessen Anspruch sich auf die Ausgestaltung der Kampfszenen konzentriert. Die menschliche Spezies wird dabei - wie unweihnachtlich - nicht allzu wichtig genommen. Aber vielleicht erkennt sich so manch ein Zuschauer ja in dem wackeren außerirdischen Einzelkämpfer wieder, der mit von Alien-Blut zerfressenem Gesicht und wohl auch deshalb verdammt schlechter Laune nicht mit sich spaßen lässt und derart kräftig austeilt, dass man meinen könnte, er kämpfe tatsächlich für eine bessere Welt. Aber diese Deutung ist wohl nur dem frohen Weihnachtsfest geschuldet.

Leif Kramp

Credits:
V:Fox, USA 2007, R: Colin Strause, Greg Strause, D: Steven Pasquale, Reiko Aylesworth, David Paetkau u.a.

Laufzeit: 93 Min.

Kinostart:
27. Dezember 2007


Chet ist ein Predalien: eine Mischung aus Alien und Predator.
Chet ist ein Predalien: eine Mischung aus Alien und Predator. (2007 Twentieth Century Fox)

Die Bestien wollen sich jeden Einwohner in der Kleinstadt Gunnison vornehmen.
Die Bestien wollen sich jeden Einwohner in der Kleinstadt Gunnison vornehmen. (2007 Twentieth Century Fox)

Das Alien hat es auf einen Autofahrer abgesehen.
Das Alien hat es auf einen Autofahrer abgesehen. (2007 Twentieth Century Fox)

Datum: 24.12.2007

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Artikel ID 194861

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