Bridge And Tunnel Without Ghosts
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Sind das die Alpen? Die Kirche im Vordergrund sagt laut ja. Dieser seltsame Gipfel hinten verschleiert die Sache ein wenig. Wo genau soll das sein? Eines ist klar, abseits der Touristenrouten. Andererseits hatten St. Etienne mit "The Sound Of Water" mal ein ganz ähnliches Cover - nur gezeichnet. Womit sich der Kreis schließt und wir das Fach wechseln können. Rucksack packen, von Kunsttrakt ab zum Musikunterricht. Für St. Etienne schoben Bridge And Tunnel nämlich einmal die Remix-Regler am Mischpult.Wer das aus zwei Herren namens Mark Bihler und Nathan Bennett bestehende Duo nun im tanzbaren Ambient-Pop verorten möchte, hat nur teilweise recht. Ambient manchmal schon, Pop nie. Stattdessen gibt's auf dem Debüt-Longplayer der beiden Briten vorrangig Instrumentales - das aber verblüffend abwechslungsreich ist. "A Wheelchair For Mrs Ruple" beispielsweise beginnt als ruhiges Ambient-Geblubbere - aber irgendwann lassen wilde Gitarren die Sau raus - das klingt für's Genre unerhört, funktioniert aber bestens. "The Kids Are Dead" baut auf einem hypnotischen Saxofonlauf auf, die "L.A. Nights" kommen monoton und düster daher, während in "Tulsa" auch einmal gepfiffen werden darf. Und den wohl spannendsten Track der Platte, "Phantom Semaphore", nahmen sich noch einmal die Brit-Schwurbler Appliance vor. Insgesamt ein Album, das nicht immer leicht ist, bei dem oft der Weg das Ziel zu sein scheint - und das gerade deswegen lonht - vor allem für Leute, die Instrumentales aus Städten wie Glasgow, Chicago oder Weilheim schätzen.
Jochen Overbeck
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