The Brian Jonestown Massacre Who Killed Sgt. Pepper?
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Anton Newcombe aus San Francisco liebt die Rotation. Seine Band The Brian Jonestown Massacre hatte ungefähr so viele Ex-Mitglieder und temporäre Studio-Kollaborateure, wie es Sterne am Himmel gibt. Naja, zumindest fast. Die Anzahl der Helfershelfer ist auch auf dem elften Album "Who Killed Sgt. Pepper?" opulent ausgefallen - sie alle aufzuzählen, wäre wohl jetzt zu viel des Guten. Die Musik indes wird jeden Acid-Freak und fortgeschrittenen Psychedeliker in Verzückung geraten lassen.
"Sgt. Pepper" legt mit orientalisierten Breakbeats los, die wie weißer Rauch die Gehörgänge von beiden Seiten zublasen ("Tempo 116.7") und ungebremst auf entzürnte E-Gitarren-Riffs treffen, die klingen, als würden zugedröhnte Blumenkinder von Garagen-Rock träumen ("Tunger Hnifur"). Der gute alte Madchester-Rave wird im wiederholten Singalong "Let's Go Fucking Mental" zitiert, und beim Konsum der halluzinogenen Klangcollage "White Music" scheint man auf dem Boden eines befüllten Swimmingpools zu sitzen, um verqueren Frauenstimmen zu lauschen.
Bevor das Brian Jonestown Massacre aber mit dem sphärischen Elfenklang "This Is The First Of Your Last Warning" und dem Elektro-Kiffer-Folk "Detka! Detka! Detka!" ganz die Bodenhaftung zu verlieren droht, servieren sie uns das wunderbar knackige Post-Wave-Trum "This Is The One Thing We Did Not Want To Have Happen", das auf einem Joy-Division-Sample basiert, sowie den erbarmungslosen Shoegazer-Noisepop "The One", der jedwede Benommenheit im Nu hinweg bläst. "Felt Tipped Pictures Of UFOs" schwört uns zum großen Finale auf traumwandlerische Sounds ein, die sich an Sprachschnipsel von und über John Lennon kleben und dabei eine surreale Schwere erzeugen. Prädikat: seltsam.
The Brian Jonestown Massacre auf Deutschland-Tournee
04.05., München, 59to1
06.05., Berlin, Magnet Club
11.05., Hamburg, Logo
12.05., Köln, Luxor
Constantin Aravanlis
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