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The Dandy Warhols: Odditorium or Warlords of Mars

The Dandy Warhols Odditorium Or Warlords Of Mars

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Dass sie und ihr "Bohemian Like You" vor ein paar Jahren so heftig vodafonisiert wurden, hängt den Dandy Warhols immer noch ein wenig nach. Dass sie mehr als nur der Soundtrack zu einem Mobilfunk-Werbespot sind, versuchten sie indes schon auf ihrem letzten Album zu beweisen. Aber "Welcome To The Monkey House" war eine reichlich öde Angelegenheit, deren Eigthies-Kante immens irritierte. Was haben die Dandy Warhols seitdem gemacht? "Odditorium Or Warlords Of Mars" lässt eines vermuten: Die haben sich auf eine alte Cordcouch gesetzt und erst einmal ordentlich einen durchgezogen. Denn so sehr Hippie war die Band um Courtney Taylor-Taylor noch nie.

Die Dandy Warhols scheren sich diesmal ganz offenbar einen Dreck um eventuelle Verkaufsargumente und schlurfen sich erstmal durch ein paar Stücke, die allesamt vor allem durch ausgiebige Überlänge punkten. "Love Is The New Feel Awful" schießt mit seinen neuneinhalb Minuten den Vogel ab, aber auch das folgende und nur unwesentlich kürzere "Easy" irritiert erst einmal. Was zur Hölle wollen die erreichen? Haben die einfach bei einer Jam-Session die Bänder mitlaufen lassen?

Nun, im weiteren Verlauf des Albums bestätigt sich dieser Verdacht nicht, und die Dandy Warhols zeigen, dass sie immer noch liebenswerte Pop-Käutzchen sind. "All The Money Or The Simple Life Honey" ist ein absurd geiler Südstaaten-Hauer mit windschiefen Bläsern, einer kratzigen Akustik-Klampfe und hinreichenden Rumms. Auch die erste Single, die den passenden Titel "Smoke It" trägt, besitzt trotz ihrer lauten Wall-Of-Sound-Produktion einigen Pop-Appeal. Stilistisch sind sie dabei einen Schritt zurück gegangen. Irgendwo zwischen Shoegazing, Britpop und einer dicken Portion Psychedelic generieren sie einen extrem eingängigen Mix, dessen Reiz freilich proportional mit der Lautstärke steigt. Bedeutet: Live fetzt das hier unglaublich, auf der Tanzfläche auch. Auf Platte braucht man vor allem bei diesem Album den einen oder anderen Durchlauf. Aber gut hinhören hat ja noch nie geschadet.

Jochen Overbeck


Datum: 18.09.2005

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