|
| ||||||||||||||||||||||||||||||||
| |||||||||||||||||||||||||||||||||
"Kunst ist undemokratisch"Moderator Andreas Bär Läsker (tsch) Der "Bär" steppt nicht, er urteilt. Andreas Läsker, seines Zeichens Entdecker und Manager der Fantastischen Vier, ist das neue Mitglied der "DSDS"-Jury. Zusammen mit Dieter Bohlen und Anja Lukaseder sucht er - im Namen des Volkes - nach dem nächsten deutschen Superstar. Warum der Mann, den alle nur "Bär" nennen, den Zuschauer für unmündig hält, die Castings auf Mallorca und Ibiza die Hölle waren und was die eigene Band zu seinem Auftritt in der RTL-Show sagt, verrät der 44-Jährige im Interview. Anzeige teleschau: Herr Läsker, wie erklären Sie sich den anhaltenden Casting-Boom? Wieder haben sich fast 30.000 Kandidaten für die fünfte "DSDS"-Staffel beworben ... Andreas "Bär" Läsker: Mit Blick auf die Musikindustrie, die jungen Talenten kaum noch Chancen bietet, ist die Teilnahme hier wohl die einzige logische Konsequenz - zumal sich jede neue Künstler-Generation der Casting-Formate bedient. Was ich ebenfalls bezeichnend für den Wandel der Zeit halte, ist, dass diese Shows am Anfang von ein paar Jungs und Mädels angesteuert wurden, die glaubten, woanders keine Chance zu haben. Jetzt kommen ernsthafte Musiker zu uns, die diese Plattform als gesetzt ansehen. teleschau: Bietet das Internet nicht bessere Möglichkeiten, sich zu präsentieren - weltweit sogar? Läsker: Seiten wie MySpace sind meines Erachtens völlig überschätzt. Die Künstler, die sich in den letzten Jahren tatsächlich online nach oben gearbeitet haben, lassen sich an einer Hand abzählen. Das Adden von Tausenden von Freunden und das Verweisen auf seine Seite erleichtert zwar die Selbstdarstellung eines Künstlers, bringt aber keinen Erfolg, weil es auch keinen übergeordneten, meinetwegen redaktionellen Filter gibt. So herrscht blankes Chaos. teleschau: Warum haben deutsche "DSDS"-, aber auch "Popstars"-Gewinner eine so geringe Halbwertszeit, während US-Gewinner sogar international Erfolge feiern? Läsker: Ein abendfüllendes Thema, das Sie da anschneiden. Grundsätzlich ist es aber so, dass die "DSDS"-Gewinner durch die mediale Kraft von RTL die Charts rasend schnell hochgeprügelt werden. Diese Kraft lässt aber naturgemäß nach - spätestens, wenn die nächste Staffel ansteht. Dann sind die Gewinner sich selbst überlassen. Konnten sie sich bis dato kein stabiles Umfeld aufbauen, wird es schwierig für sie. Das andere Problem ist, dass in Deutschland mit der Kunstform Musik ganz anders umgegangen wird als in den USA. teleschau: Sie meinen in puncto Konsum? Läsker: Ja, der Amerikaner neigt per se dazu, sich mehr Musik zu kaufen. Eine grobe Rechnung: In den USA leben rund 300 Millionen Menschen, hierzulande sind es 80 Millionen - etwas mehr als ein Viertel also. Demnach müssten wir in Deutschland einen ähnlichen Prozentsatz bei den Plattenverkäufen erreichen. Tun wir aber nicht. Eine erfolgreiche Platte verkauft sich in den USA bis zu zehn Millionen Mal. Und wenn hier Xavier Naidoo eine Million Alben an den Mann bringt, ist das schon "out of this world". Woran das wiederum liegt, würde nun wirklich jeden Rahmen sprengen ... teleschau: Dann eine einfache Antwort bitte: Was halten Sie denn von Casting-Shows allgemein? Läsker: Grundsätzlich ist eine Casting-Show unter zwei Gesichtspunkten zu sehen. Ein Format wie "DSDS" will entertainen und soll einen Programmplatz füllen. Beides macht die Show hervorragend. Deshalb habe ich auch die vorangegangenen Ausgaben verfolgt. Warum das Prinzip aufgeht, hat unterschiedliche Gründe. Der eine Zuschauer schaltet aus reiner Schadenfreude ein, der andere aus musikalischem Interesse. Manche sehen es als reine Spaßveranstaltung, andere als Begleiterscheinung einer Medienwelt, die deutlich mehr Programmplätze als Inhalte hat ... teleschau: Das war einfach? Läsker: Ich halte das Ganze für ein durchaus probates Mittel, um Talente zu finden und ihnen eine Plattform zu bieten. Das ist ein Teil des Musikgeschäfts - und nicht zwangsläufig der schlechteste Weg, den man einschlagen kann, wie Mark Medlock beweist. Wie man mit dem Begriff "Superstar" umgeht, ist ein anderes Thema, aber für mich ist das ein Star. Er hat Ecken und Kanten, er ist ein bisschen prollig, zählt zu mindestens zwei Minderheiten und hat eine polarisierende Art. Und natürlich jede Menge Talent. teleschau: Gibt es ein spezielles Profil, nach dem in der fünften Staffel Ausschau gehalten wird? Läsker: Es wird nicht Spezifisches gesucht. Ich persönlich würde mir wünschen, wenn sich mehr Musiker vom Schlage eines Mark Medlock durchsetzen können. teleschau: Aber die Regeln wurden etwas geändert. Die Top-20-Shows wurden durch eine Top-15-Show ersetzt, in der nur noch fünf Kandidaten vom Publikum rausgewählt werden dürfen ... Läsker: Das ist zwar etwas undemokratisch, dem Zuschauer und Konsumenten die Vorabwahl zu nehmen, was ich aber sehr gut finde. Ich halte das Volk für nicht so mündig zu entscheiden, ob ein Künstler ein Künstler ist oder nicht. Ich glaube auch nicht, dass es Sinn macht, weil Kunst generell ein undemokratisches Thema ist. teleschau: Viele voten eben nach Sympathie ... Läsker: Das Problem haben wir ja auch in der Politik, bringt uns aber nicht unbedingt weiter, wie wir wissen. teleschau: Durch die Vorauswahl von 15 Kandidaten konnten Sie allerdings doch schon eine gewisse Richtung vorgeben ... Läsker: Ja, aber wir drei gingen tatsächlich nur nach dem Talent der Kandidaten, zumal wir auch unterschiedliche Geschmäcker haben. Dieter Bohlen hat bestimmt ein andere Vorstellung vom Gewinner im Kopf als Anja oder ich. Wir suchen kein festes Genre. teleschau: Sie haben schon unzählige Auditions hinter sich. Gab es dennoch Überraschungen - positive wie negative? Läsker: Ja! Wir haben Stimmen dabei, die für meine Begriffe spektakulär sind. Da ist ein 16-jähriges Mädchen, bei der man sich wundert: Woher hat sie nur diese Stimme? Und woher weiß sie, so damit umzugehen? Dann ist da noch ein 28-Jähriger, der einen Song von Xavier Naidoo performte. Das ist normalerweise Casting-Selbstmord, weil ich Xavier für nicht coverbar halte. Aber er hat es geschafft, uns vollends zu überzeugen, obwohl wir alle schon insgeheim beteten: "Tu uns und dir das nicht an." Es gab auch Teilnehmer, bei denen ich meinen Arsch darauf verwettet hätte, dass die der nächste Superstar werden. Und dann flogen sie im Recall mit Pauken und Trompeten raus, weil sie total versagt hatten. teleschau: Wie oft haben Ihnen während der Castings die Ohren geblutet? Läsker: Mehrmals täglich. Das Übelste waren - speziell auf Mallorca oder Ibiza - die Typen, die besoffen vom Strand kamen. Wenn man so einen Spaßvogel mit Gummiente und Tirolerhut mal zwischendurch hat, ist das noch ganz amüsant. Nach dem 30. volltrunkenen Stranddeppen hört dann aber der Spaß auf. Vor allem, weil es auch immer wieder Vollidioten gibt, die meinen, sie müssen Dieter Bohlen provozieren - im Irrglauben, ihn tatsächlich affecten zu können. Das raubt einfach nur Zeit, Nerven und anderen den Slot. teleschau: Wenn jeder nach seinem persönlichen Gusto entscheidet - wonach suchen Sie konkret? Läsker: Ich persönlich lege nicht allzu viel Wert auf eine spätere Chartperformance. Es gibt nach den Top-Ten noch 90 andere Plätze, die ich auch noch spannend finde. Mag sein, dass das nicht für RTL interessant ist. Aber wenn ich mich in meinem Leben nur um Künstler gekümmert hätte, die garantiert unter den Top-Drei landen, hätte ich ein langweiliges Leben geführt. Und dann würde es auch nicht die Fantastischen Vier geben, denn die wollte die ersten drei Jahre keine Sau haben. teleschau: Apropos: Was sagen die Fantas eigentlich dazu, dass Sie nun bei diesem Format mitmachen? Gab's kritische Worte? Läsker: Ach, die finden das eigentlich ganz lustig. Nur Michi Beck war skeptisch, aber das liegt in seiner Natur. Mein Auftritt wird mit einer Mischung aus Respekt, Interesse und Schadenfreude gesehen ... teleschau: Inwiefern Schadenfreude? Läsker: Im Sinne von: "Jetzt siehst du mal, wie das ist, an jeder Straßenecke angesprochen zu werden. Das geschieht dir gerade recht." Die vermeintlichen Nachteile des Bekanntseins gönnen sie mir jetzt sozusagen. teleschau: Sie scheinen das ziemlich locker zu nehmen ... Läsker: Klar wird das Ganze eine Potenz dessen sein, wie ich bislang in der Öffentlichkeit stand. Aber ich habe 1985 als DJ mein erstes Autogramm geschrieben. Und Angst vor dem Rummel habe ich auch keine. teleschau: Die vergangenen Staffeln haben gezeigt, dass Dieter Bohlen keine anderen Jury-Götter neben sich duldet. Das haben Herr Stein und Herr Henn zu spüren bekommen. Hatten Sie Bedenken? Läsker: Ich komme mit Dieter super klar - bislang zumindest. Ich habe auch nicht den Anspruch, ein Jury-Gott zu sein. Es ist nun mal unumstritten, dass Dieter Bohlen in diesem Format eine ganz zentrale Rolle spielt. Ohne ihn hätte die Show vermutlich nicht einmal die Hälfte der Zuschauer. Und mal ehrlich: Es geht hier nicht darum, die Welt zu retten. Es ist eine Samstagabend-Show, die unterhalten soll. Gerd Hilber |
| TV On The Radio - Dear Science | |
| Es ist womöglich nicht die originellste aller Lehren. Aber wenn es eine Faustformel gibt, die neue Bands von Wert erkennbar macht, dann bemisst sie sich an der ratlosen Verwirrung ihrer Hörer. TV On The ... | |
| Ben Folds | |
| (tsch) "I was never cool in school": Mit diesem Satz begann 1994 "Underground", der Titelsong des Debüts von Ben Folds Five. Und auch sonst war diese seltsame Platte extrem gut durchdüngter Nährboden für ... | |
| Jane Fonda | |
| (tsch) Nichts als Quälerei seien ihre letzten zwei oder drei Filme Ende der 80er-Jahre gewesen, erinnerte sich Jane Fonda unlängst in einem Interview. Nie wieder wollte die Diva als Schauspielerin vor ... | |
| Coldplay | |
| (tsch) Es ist vielleicht ein untrüglicher Hinweis auf den Niedergang des Abendlandes: Ein Klingelton wurde Coldplay zum Verhängnis. Statt - wie das alle Fans, aber auch die Buchmacher des traditionell ... | |
| Jennifer Aniston | |
| (tsch) Nein, es sind keine leichten Monate für das Mädchen aus Sherman Oaks, Kalifornien. "Wenn einem die Leute 20 Straßenblocks folgen, um zuzusehen, wie man Klopapier kauft, sind die Dinge nicht mehr ... | |
| Christian Bale | |
| (tsch) Ein Geheimnis wolle er bleiben, am besten ein Leben lang. Das fordert Christian Bale von sich selbst. Da passt sie eigentlich bestens, die neue Rolle, die er nun im Kino spielt und mit der er vom ... |
![]() Konzert-DVD im Stream ![]() Gentleman am 27.04. ab 20.00 Uhr als » Musikstream |