Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs
Der Herr der Ringe - Die Rückkehr des Königs(tsch) Nur Superlative: Elf Oscars, weit über eine Milliarde Dollar Einspielergebnis weltweit, mehr als zehn Millionen Zuschauer in Deutschland - die Reise fand ein eindrucksvolles Ende. Nicht nur für die Gefährten, sondern auch für Regisseur Peter Jackson, der sieben Jahre vorher begonnen hatte, seinen Lebenstraum zu verwirklichen und J.R.R. Tolkiens "Der Herr der Ringe"-Epos zu verfilmen. Teil drei der unglaublichen Kinosaga, "Die Rückkehr des Königs" (2003), stellt das bisher Gesehene sogar noch einmal in den Schatten. Nun zeigt das ZDF das prämierte Meisterwerk. Anzeige "Der Herr der Ringe" ist ein filmischer Tanz auf dem Vulkan, eine cineastische Gratwanderung der besonderen Art. Was faszinierend begann, geriet in Teil zwei etwas ins Straucheln - und wurde dann fulminant und bravourös zu Ende gebracht. Dabei machte es Tolkien dem Regisseur nicht leicht. Denn nach gemächlichem Anfang nimmt die Story immer mehr an Fahrt auf. Jedem, der das Buch nicht kennt, sei versichert, dass schon der Autor die Regeln der Dramaturgie perfekt beherrschte - sonst hätte er nicht so viele Menschen in seinen Bann gezogen. Und allen anderen sei gesagt, dass Jackson - von einigen Ausnahmen abgesehen - selbst die Details ernst nimmt und dem Zuschauer besonders im Mittelteil des Films keine Zeit zum Verschnaufen lässt. Zum Auftakt gönnt er sich noch einen Ausflug in die Vergangenheit und erzählt die Geschichte von Gollum, jenem Hobbit-ähnlichen Wesen, das in den Bann des Ringes geriet und sich davon nie wieder erholte. Dabei soll Gandalf (Ian McKellen) mit seiner Prophezeiung in den Höhlen von Moria Recht behalten: Auch ein Geschöpf wie Gollum hat seine Bestimmung zu erfüllen. Ihm wird im weiteren Verlauf noch eine wichtige Aufgabe zukommen, während er mit allen Mitteln versucht, den Ringträger Frodo (Elijah Wood) und seinen treuen Freund Sam (Sean Astin) auseinander zu bringen. Er führt die beiden über einen geheimen Zugang nach Mordor, jenes Schattenland, wo der dunkle Herrscher Sauron sich allsehendes Auge manifestiert hat und der eine Ring geschmiedet wurde. Frodo, geschwächt und kaum noch fähig, einen normalen Gedanken zu fassen, lässt sich von Gollum überlisten und in eine mörderische Falle locken. Während Frodo und Sam kaum noch Hoffnung haben, den Schicksalsberg zu erreichen, sehen sich Aragorn (Viggo Mortensen), Gimli (John Rhys-Davis) und Legolas (Orlando Bloom) einem nicht weniger gefährlichen Feind gegenüber: Sauron lässt seine Truppen auf Minas Tirith los, jene Hauptstadt des Königreiches Gondor, das unmittelbar an Mordor grenzt. Die sieben Wälle der Stadt halten dem Ansturm nur kurz stand - bis Hilfe von unerwarteter Seite kommt. Anders als noch in Teil zwei, als die verschiedenen Handlungsstränge dem Regisseur einige Mühe bereiteten und den Film etwas zerfasern ließen, fügt sich hier alles wunderbar zusammen. Gekonnt springt die Erzählung hin und her, um schließlich auf den einen - den entscheidenden - Punkt zuzulaufen: den Moment, als es gilt, den Ring dem Feuer des Schicksalsbergs zu übergeben und Saurons Macht auf ewig zu brechen. Und spätestens hier fällt auf, dass Teil drei auch den Schauspielern gehört, dass nicht nur die Tricktechnik- und Special-Effects-Leute hervorragende Arbeit leisten, sondern auch Elijah Wood, Sean Astin und die anderen Gefährten, die zusammen mit dem Regisseur und dem ganzen Team diese gewaltige Aufgabe stemmen mussten. Zum Schluss dürfen sie noch einmal Emotionen zeigen, die Kamera dicht dran an ihren Gesichtern, und jene Lügen strafen, die ihnen bei all der Technik und Opulenz nur eine untergeordnete Rolle zubilligen wollten. Hier melden sie sich noch einmal eindrucksvoll zurück. Was bleibt, ist Ehrfurcht. Peter Jackson (dreht momentan das Drama "The Lovely Bones" mit Mark Wahlberg, Rachel Weisz und Susan Sarandon) und sein Team haben sich als würdige Apologeten der Tolkienschen Fantasy-Welt erwiesen. Die größte Leistung besteht jedoch darin, dass dieses Unternehmen trotz der Unsummen, die es gekostet hat, trotz des Merchandising- und Medien-Theaters und der Rekordgewinne, die geflossen sind, anders wahrgenommen wird: als Herzensangelegenheit eines großen Kindes nämlich, als gewaltige Gemeinschaftsleistung und als eine wundervolle Geschichte, die es jederzeit wert war, erzählt zu werden. Tom Ruder |
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