Motel
Motel
Anzeige Eine Autopanne nachts im Nirgendwo, ein leeres Haus und seltsame Gestalten, die ihre Hilfe anbieten - bei dieser Konstellation ahnen Filmfans sofort Böses. Nur die Menschen auf der Leinwand erkennen die Gefahr meist erst, wenn bereits einer von ihnen abgeschlachtet wurde. Aber keine Sorge, der US-Thriller "Motel" (2007) verläuft nicht nach Schema F. Die Protagonisten wissen schnell, was auf sie zukommt. Die spannende Frage besteht darin, ob und wie sie es abwenden können. Nun erscheint der Psycho-Horror von Nimród Antal ("Kontroll"), den in Deutschland knapp 100.000 Kinobesucher sahen, auf DVD und Blu-ray-Disc. Der Film lässt sich bei der Einführung der beiden Hauptfiguren David (Luke Wilson, "Natürlich blond!") und Amy (Kate Beckinsale, "Underworld") reichlich Zeit, schafft dabei aber schon durch zwischenmenschliche Konflikte eine unterschwellig unheimliche Atmosphäre. Die beiden stehen kurz vor der Scheidung. Bei ihrer letzten gemeinsamen Reise haben sie irgendwo in der Einöde eine Autopanne und müssen widerwillig in einem schmuddeligen Motel auf den nächsten Morgen warten. David will sich ablenken und schiebt die herumliegenden Videokassetten in den Rekorder. Was er sieht, lässt seinen Atem stocken. In den Filmen werden Menschen bestialisch ermordet. Und: Die Gräueltaten geschahen in genau demselben Raum, in dem Amy und er sich jetzt befinden. Das mit Kameras ausgestattete Zimmer ist ein "Set" und sie sollen die "Hauptdarsteller" in einem Snuff-Film sein, bei dem sie vor laufender Kamera umgebracht werden. Wer einen blutrünstigen Slasher erwartet, wird enttäuscht. In "Motel" geht es mehr ums Überleben als ums Sterben. Starke Nerven benötigt der Zuschauer dennoch - die Todesangst ist ständig präsent und wird durch ein zynisches Katz-und-Maus-Spiel noch auf die Spitze getrieben. Die atmosphärisch dichte und zum Teil - durch Gegenschnitte mit den Snuff-Filmen - raffinierte Inszenierung, folgt nicht dem derzeit im Horror-Genre angesagten Splatter- und Foltertrend. Stattdessen geht es um Psychologie. Der sehr gute 5.1-Sound der DVD verstärkt durch gezielte Surround-Effekte die Gruselwirkung des Films. Das Bild gibt die Hauptkulisse, ein schmuddeliges Hotelzimmer, scharf wieder. Differenzierte Schwarzabstufungen sorgen auch in den vielen düsteren Szenen des Horror-Thrillers für eine gute Bildqualität. Kernstück des überschaubaren Bonusteils ist ein 20-minütiger Blick hinter die Kulissen, in dem Cast und Crew zu Wort kommen. Hier verrät auch Drehbuchautor Mark L. Smith, wie ihm die Idee zu seiner Story kam: Als er mal wieder in der Pampa New Mexicos an unzähligen heruntergekommenen, scheinbar verlassenen Motels vorbeifuhr, fragte er sich: "Wie kommen die eigentlich zu ihrem Geld?" Auch als Blu-ray (VÖ: 10.01.2008) erhältlich. Jasmin Herzog bewertungsbox
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Credits: |
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