Freddy vs. Jason

Freddy vs. Jason

(tsch) Tote sollte man ruhen lassen. Ronny Yu war da scheinbar anderer Ansicht und reanimierte 2003 mit Freddy Krueger und Jason Voorhees die klassischen Ikonen des Slasher-Films. Leider. Ihm gebührte damit nicht nur die fragwürdige Ehre, mit "Freddy vs. Jason" den blutigsten Film des Jahres abgeliefert zu haben. Er war auch mit dem Genre des Teen-Horrors, das von Selbstironie und Persiflage lebt, häufig überfordert. In den USA schaffte es das Gipfeltreffen zwischen Schlitzefinger Freddy und seinem Kontrahenten Jason, dem Mann mit der Hockey-Maske, dennoch bis auf Platz eins der Kino-Charts. In Deutschland war der Film mit rund 230.000 Zuschauern in den Kinos lange nicht so erfolgreich. Nun wiederholt ProSieben das Duell der Horror-Titanen.

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Anfang der 80er-Jahre bescherte "Freitag der 13." - die düstere Geschichte des Jason Voorhees, der als Untoter mordend durch die Gegend zieht - dem darbenden Horror-Genre einen neuen kommerziellen Schub. Vier Jahre später, 1984, folgte Wes Cravens Grusel-Schocker "Nightmare on Elm Street", in dem sich Freddy Krueger - ein zu Tode gekommener Kinderschänder - in die Träume seiner jugendlichen Opfer schlich, um sie im Schlaf zu ermorden. Beide Filme brachten es über die Jahre auf erschreckend viele Sequels, die das anfängliche Niveau nicht halten konnten.

Die Idee, Freddy Krueger und Jason Voorhees zum finalen Duell aufeinandertreffen zu lassen, schlummerte bereits seit Jahren in den Schubladen von New Line Cinema, ehe sich Ronny Yu ("Chuckie und seine Braut") an ihre Umsetzung wagte.

"Freddy vs. Jason" knüpft da an, wo der letzte "Nightmare on Elm Street"-Film aufgehört hatte. Freddy Krueger (Robert Englund) schmort seit Jahren in der Hölle. Von den meisten Bewohnern von Springwood wurde er mittlerweile vergessen. Diejenigen, die sich noch an seine Taten erinnern, werden mit einem Traum hemmenden Medikament in einem künstlichen Koma gehalten. Freddys Macht reicht allerdings weit über die Pforten der Hölle hinaus. Es gelingt ihm, seinen Serienkiller-Kollegen Jason Voorhees (Ken Kirzinger) zu reanimieren, der vorerst an seiner statt für Angst und Schrecken sorgen und somit die Erinnerung an ihn selbst wachrufen soll.

Der tumbe Maskenmann findet allerdings mehr Gefallen an seiner blutigen Aufgabe, als dem wieder erstarkten Strickpulli-Träger Recht ist. Zwischen den beiden entbrennt ein erbitterter Kampf um die noch nicht von Jason niedergemetzelten Teenager, der in einem spektakulären Showdown am Crystal Lake, Jasons Heimat, gipfelt.

Es sind die bewährten Zutaten bekannter Teenie-Horror-Filme wie "Scream" oder "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast", die Ronny Yu hier noch einmal zusammengerührt hat. Ein bisschen Nervenkitzel, ein wenig Sex und ein paar Zitate aus früheren "Nightmare"-Filmen genügen jedoch bei Weitem nicht, um einem Horror-Mythos neues Leben einzuhauchen. An den brutalen Gewaltszenen und den hyperdämlichen Teenies (darunter Destiny's-Child-Star Kelly Rowland in einer Nebenrolle), die scheinbar alles dafür tun, um von den beiden Slashern auf die Schlachtbank geführt zu werden, hat man sich jedenfalls bereits nach kürzester Zeit satt gesehen.

Gerd Hilber

Freddy vs. Jason ProSieben 12.01.2008 23:05:00


Wertung
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Obwohl er längst in der Hölle schmort, sinnt Freddy Krueger (Robert Englund) auf Rache.
Obwohl er längst in der Hölle schmort, sinnt Freddy Krueger (Robert Englund) auf Rache. (ProSieben / Warner Bros.)
Damit man endlich wieder von ihm spricht, reaktiviert Freddy Krueger (Robert Englund, links) den untoten Massenmörder Jason Voorhees (Ken Kirzinger), der auch prompt in der Elm Street ein Blutbad anrichtet ...
Damit man endlich wieder von ihm spricht, reaktiviert Freddy Krueger (Robert Englund, links) den untoten Massenmörder Jason Voorhees (Ken Kirzinger), der auch prompt in der Elm Street ein Blutbad anrichtet ... (ProSieben / Warner Bros.)
Ahnen noch nicht, dass das Grauen auf sie wartet (von links): Lori (Monica Keena), Gibb (Katharine Isabelle) und Kia (Kelly Rowland).
Ahnen noch nicht, dass das Grauen auf sie wartet (von links): Lori (Monica Keena), Gibb (Katharine Isabelle) und Kia (Kelly Rowland). (ProSieben / Warner Bros.)

Datum: 12.01.2008

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