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Once

Once

(tsch) "Once" ist ein Liebesfilm ohne Küsse. Eine romantische Musikerzählung, deren internationaler Erfolg fast schon märchenhafte Züge angenommen hat. In der Liste der preiswertesten Filme, die zu Kassenschlagern wurden - angeführt wird sie von "Blair Witch Project" - hat sich "Once" längst in die Top 10 vorgearbeitet. Erzählt wird die Geschichte eines namenlosen Dubliner Straßenmusikers (Glen Hansard von der irischen Band "The Frames"), der tagsüber Staubsauger repariert, um abends seine selbst geschriebenen Songs in der Fußgängerzone zu spielen. Durch die Begegnung mit einer jungen Pianistin aus Osteuropa (Markéta Irglová) scheint das Leben des in sympathischer Melancholie erstarrten Helden endlich Fahrt aufzunehmen.

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Verliebt hat sich der deutliche ältere "Guy", wie es im Abspann heißt, gleich am ersten Abend in das "Girl". Doch sie macht ihm klar, da läuft nichts. Weil sie verheiratet ist mit einem Mann, der noch in Tschechien lebt. Noch dazu wohnt das unkonventionell offene Mädchen - es schlägt sich in Dublin als Putzfrau und Zeitschriftenverkäuferin durch - mit Mutter und kleiner Tochter in einer winzigen Wohnung. Kaum Freiheitsgrade also für ein Techtelmechtel.

Nach Klarstellung der emotionalen Sachlage probiert man es mit einer Freundschaft, die zu einer musikalischen Partnerschaft wird. Ein Plattenvertrag soll her für den sympathischen Loser mit den schönen Songs. Dafür muss aber erst mal ein Demo produziert werden. Ein paar abgewrackte Straßenmusiker sind schnell angeheuert, ein Studio wird zum Discounter-Preis samt Toningenieur gemietet. Binnen eines Wochenendes sollen ein paar Songs aufgenommen werden, mit denen sich in London ein Plattenvertrag ergattern lässt.

Regisseur John Carney, der früher selbst in Glen Hansards Band "The Frames" spielte, ist mit "Once" ein echter Hit gelungen. Nur 120.000 Euro hat der innerhalb von 13 Tagen in Dogma-Manier gedrehte Film gekostet. Mittlerweile hatte das Indie-Musical allein in den USA über zwei Millionen Zuschauer, man gewann den Zuschauerpreis des renommierten Sundance-Festivals, der Soundtrack ist für zwei Grammys nominiert, und man steht auf der "Shortlist" für die Oscarnominierungen.

"Once" ist ein ästhetisch mutiger Film, weil er sich traut, die Songs zum Hauptgegenstand der Handlung zu machen. Statt ein paar kurzer knackiger Einblendungen werden etwa zehn extra für diesen Film komponierte Lieder des charismatischen Glen Hansard im Film ausgespielt. Mehr als die Hälfte der 85 Minuten Film sind somit gefüllt. Langweilig ist das nicht, weil die Kamera den zerbrechlichen Darbietungen der Musiker fast schon liebevoll über die Schulter guckt. Der Zuschauer fühlt sich, als wäre er Teil eines intimen, wunderschönen Vorspielens.

Selten hat sich ein Musikfilm verletzlicher und nackter gezeigt, und vielleicht niemals zuvor wurde die Faszination des Musikmachens in emotional besser verständliche Bilder gepackt. Trotzdem funktioniert "Once" auch ganz prima als Liebesfilm, bei dessen scheuer Romanze sich bis zum Ende trefflich mitfiebern lässt. Wer sich wundert, warum die beiden Laiendarsteller es schaffen, eine derart knisternde Spannung auf die Leinwand zu zaubern: Der irische Musiker Glen Hansard und die knapp 20-jährige Markéta Irglová sollen während der Dreharbeiten ein Paar geworden sein.

Eric Leimann

Credits:
V:Kinowelt, IRL 2006, R: John Carney, D: Markéta Irglová, Glen Hansard, Hugh Walsh u.a.

Laufzeit: 87 Min.

Kinostart:
17. Januar 2008


Zwei Underdogs aus Dublin träumen von der großen Musikkarriere. Von links: Glen Hansard, Markéta Irglová.
Zwei Underdogs aus Dublin träumen von der großen Musikkarriere. Von links: Glen Hansard, Markéta Irglová. (2007 Kinowelt GmbH)

Unterwegs in Dublins Straßen fühlt sich die Pianistin (Markéta Irglová) von einer musikalischen Darbietung angezogen.
Unterwegs in Dublins Straßen fühlt sich die Pianistin (Markéta Irglová) von einer musikalischen Darbietung angezogen. (2007 Kinowelt GmbH)

Der Verdienst auf den Straßen Dublins ist alles andere als üppig. Der namenlose Straßenmusiker (Glen Hansard) repariert hauptberuflich Staubsauger.
Der Verdienst auf den Straßen Dublins ist alles andere als üppig. Der namenlose Straßenmusiker (Glen Hansard) repariert hauptberuflich Staubsauger. (2007 Kinowelt GmbH)

Datum: 12.01.2008

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