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I'm A Cyborg, But That's OK

I'm A Cyborg, But That's OK

(tsch) Young-gun (Lim Soo-yung) hat ein Problem: Niemand glaubt ihr, dass sie ein Maschinenmensch ist. Dabei kann sie mit elektronischen Geräten reden und ernährt sich nur von Batterien. Und weil ihre Verwandten und die Ärzte so hilflos sind, weisen sie das Mädchen in eine psychiatrische Anstalt ein. Sie machen es sich sehr einfach, weil sie nichts verstanden haben. Und was sagt Young-gun dazu? "I'm A Cyborg, But That's OK" und zuckt in der koreanischen Kinopoesie einfach mit den Schultern.

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Mit der Leichtigkeit eines Sommertages, der gemeinsam von Surrealisten und Dadaisten hätte entworfen sein können, schwebt der Film über die Leinwand. Park Chan-wook hat ihn gemacht, ein Regisseur, der sich bislang eher als Racheengel einen Namen machte. "Sympathy For Mr. Vengeance", "Oldboy" und "Lady Vengeance" heißen seine Meisterwerke, die den Koreaner als stilistischen Revolutionär und kompromisslosen Filmemacher verorteten, der die Gewalt, die im Menschen schlummert, schonungslos auf die Leinwand projizierte.

Und nun das. Eine zarte Liebesgeschichte, eine surrealistische Freude am Leben, ein Feuerwerk fantastischer Einfälle, die das Normale im Absurden feiern, schlichtweg das Schöne im Leben genießen. Dazu gehört übrigens das Jodeln, das die Koreaner auf ihre ganz eigene Art und Weise perfekt beherrschen.

Young-gun lernt in der Anstalt Il-sun (Jung Ji-hoon) kennen, der glaubt, anderen Menschen ihre Fähigkeiten stehlen zu können und dadurch erst in der Lage ist, das Batterien schleckende Mädchen vor dem Hungertod zu retten. Zwischen den beiden Teenagern entwickelt sich eine merkwürdige Beziehung, die in in ihrer Schlichtheit unglaublich kraftvoll ist. Sie sind zwei Seelen, die von der Welt nicht akzeptiert werden, weil die Welt sich schwer tut mit allem, was nicht der Norm entspricht. Dabei entwickeln gerade die beiden "Verrückten", zusammen mit all den anderen in ihrem abgeschirmten Kosmos, mehr Mitgefühl und sind ehrlicher und normaler als der Rest der Welt.

Im Prinzip ist "I'm A Cyborg, But That's OK" eine Mischung aus melancholischer Komödie und unheimlich sensibler Liebesromanze im Kuckucksnest mit besonderem Dreh. Als pastellfarbener Traum voller verrückter und absurder Ideen verkleidet, ist der Film ein Plädoyer für die Ehrlichkeit der Gefühle und die Kraft der Menschlichkeit. Park Chan-wook hat keine Angst vor Übertreibungen, vor Absurditäten und Logikbrüchen, vor fantastischen Ausflügen ins Unmögliche und vor visuellen Tsunamis, die über die Leinwand toben. Lachen, weinen, staunen, entdecken: Im Sekundentakt ändert sich hier die Welt und wie wir sie erleben. Und das alles ist ganz einfach zauberhaft.

Andreas Fischer

Credits:
V:Rapid Eye Movies, ROC 2006, R: Park Chan-wook, D: Lim Soo-jung, Jung Ji-hoon, Lee Young-nyeo u.a.

Laufzeit: 107 Min.

Kinostart:
17. Januar 2008


Young-gun (Lim Soo-yung) arbeitet in einer Elektronikfabrik und ist davon überzeugt, ein Cyborg zu sein.
Young-gun (Lim Soo-yung) arbeitet in einer Elektronikfabrik und ist davon überzeugt, ein Cyborg zu sein. (Rapid Eye Movies)

Young-gun (Lim Soo-yung, links) findet in Il-sun (Jung Ji-hoon) einen Freund, der sie vor dem Hungertod rettet.
Young-gun (Lim Soo-yung, links) findet in Il-sun (Jung Ji-hoon) einen Freund, der sie vor dem Hungertod rettet. (Rapid Eye Movies)

Das Leben als Cyborg ist gar nicht so einfach, wie Young-gun (Lim Soo-yung) irgendwann feststellt.
Das Leben als Cyborg ist gar nicht so einfach, wie Young-gun (Lim Soo-yung) irgendwann feststellt. (Rapid Eye Movies)

Datum: 12.01.2008

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