Good bye, Lenin!
Good bye, Lenin!(tsch) Daniel Brühl tauchte in letzter Zeit im Kino immer ein wenig unverhofft auf. Seine Kurzauftritte in "Das Bourne Ultimatum" und "2 Tage Paris" machten auch nicht viel Sinn. Aber er konnte sich als eine Art Quotenbesetzung im Austausch für deutsches Produktionsgeld einem internationalen Publikum bekannt machen. Zu Hause hat Daniel Brühl seine Zuschauer ja längst erobert. Spätestens durch die Hauptrolle in Wolfgang Beckers umwerfender Zeitgeschichtskomödie "Goodbye, Lenin!" (2002), die das Bayerische Fernsehen nun wiederholt. Mehr als 6,5 Millionen Zuschauer hatten den vielfach ausgezeichneten Abschiedsgruß an eine kleine Republik im Kino gesehen. Anzeige Am Abend des 40. Jahrestags der DDR erleidet Mutter Kerner (Katrin Saß) einen Herzinfarkt und fällt ins Koma. Sie bekommt von den Ereignissen im Herbst 1989 nichts mit. Weder den Fall der Mauer noch die Abwicklung der Firma ihres Sohnes Alex (Daniel Brühl) oder den neuen Job ihrer Tochter Ariane (Maria Simon) bei "Burger King". Als sie im Sommer 1990 aufwacht und "Was ist passiert?" fragt, bekommt sie von Alex "Nichts" zur Antwort. Ihr Sohn setzt nun alle Energien daran, dieses Nichts wirklich zu machen. Denn jede Aufregung könnte Mutter Kerners Tod bedeuten. Also lebt die DDR in der 79 Quadratmeter großen Plattenbauwohnung der Kerners weiter: Pioniere kommen ans Krankenbett, die "Aktuelle Kamera" wird von Alex' Westberliner Kumpel und Hobbyfilmer Denis (Florian Lukas) gefälscht, und auch für plötzlich auftauchende Coca-Cola-Werbebanner gibt es einleuchtende sozialistische Erklärungen. Weil draußen derweil munter weiter Geschichte (Fußball-WM, Währungsunion, Einigungsvertrag) gemacht wird, verselbstständigt sich das Spiel mit der Wirklichkeit. Alex gerät immer tiefer in die Zwickmühle und weiß, dass er irgendwann die Realität anerkennen muss. "Good bye, Lenin!" ist komisch und skurril, gleichzeitig aber auch herzlich und warm. Trotz all der Komik und den grotesk-absurden Einfällen macht der Film die DDR nicht lächerlich, sondern zeigt sie detailverliebt so, wie sie war: eine kleine Republik, in der bei Weitem nicht alles stimmte, aber deren Menschen sich zu helfen wussten und ihr Leben mit großem Einfallsreichtum meisterten. Und viele erkannten durchaus an, dass die Zeit reif ist für Veränderungen. Daniel Brühl wird auch 2008 mehrfach im Kino zu sehen sein: An der Seite von Tom Cruise spielt er eine kleine Rolle im Stauffenberg-Drama "Walküre" (geplanter Kinostart: 10. Juli 2008). Außerdem hat er eine Rolle in Marco Kreuzpaintners ("Sommersturm") neuem Film "Krabat", einer düsteren Fantasy-Geschichte nach einem Otfried-Preußler-Buch ("Der Räuber Hotzenplotz"), übernommen. Der Film soll im Herbst 2008 starten. Andreas Fischer |
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