(tsch) Die Gentleman-Rolle scheint ihm zu liegen. Egal, ob er sie nun 1990 in "Pretty Woman" im Rolls Royce oder - schon 1982 - als galant uniformierter Offizier im Navy-Melodram "Ein Offizier und Gentleman" spielte: Richard Gere brachten diese Filme für immer den Ruf eines Sexsymbols ein ("Sexiest Man Alive"). "Ein Offizier und Gentleman" (Regie: Taylor Hackford) wurde zum sensationellen Kassenerfolg. Den Oscar bekam allerdings damals nicht der inzwischen 58-jährige Gere (der soeben in "Hunting Party" als couragierter Reporter auf den Spuren eines Kriegsverbrechers im Kino zu sehen war und sich unermüdlich für Tibet und den Dalai Lama engagiert), vielmehr wurde Louis Gossett Jr. als harter Ausbilder Emil Foley zum besten Nebendarsteller gekürt.
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Richard Gere heuert im Film als egoistischer Einzelgänger Zack Mayo bei der Navy Flight School an, um seinem Berufswunsch als Jetpilot ein Stück näher zu kommen. Dort gerät er jedoch an den unbarmherzigen Ausbilder Foley (Louis Gossett Jr.), der ihn kräftig in die Mangel nimmt, ihm aber auch Werte wie Ehre, Treue und Vaterlandsliebe näher bringt. Gerade durch die fast unerträglichen Drills und Schikanen wird aus dem früher haltlosen Mayo ein verantwortungsbewusster Gentleman.
Gleichzeitig verliebt sich die hübsche Papierfabrikarbeiterin Paula (Debra Winger, oscarnominiert), die sich von ihm den Ausweg in ein besseres Leben erhofft, in ihn. Doch Mayo bleibt distanziert, um sich ganz auf seine Ausbildung zu konzentrieren. Der Selbstmord seines Freundes Sid (David Keith) bringt seine Gefühlswelt ins Schwanken, und auch sonst werden ihm allerlei Steine in den Weg gelegt. Doch zum Happye End darf er in Galauniform Paula unter dem Beifall der anderen Arbeiterinnen auf Händen aus der Werkshalle tragen.
Mit einem Einspielergebnis von mehr als 100 Millionen Dollar war der Film an der Kasse sehr erfolgreich. Richard Gere überzeugt als Schauspieler, indem er sich als heimat- und bindungsloser Sohn eines Alkoholikers allmählich zum selbstbewussten Offizier und Gentleman wandelt, der endlich zu seinen Gefühlen stehen kann.
Regisseur Taylor Hackford beschreibt sensibel den Wandel des harten Mannes, ohne dabei in platten Gefühlskitsch zu verfallen und verbindet dabei das Militärdrama gekonnt mit der privaten Romanze. Fragwürdig bleibt indessen die Glorifizierung des Militärs als wertvolle Erziehungsanstalt schlechthin. - Letztlich eine romantische Lovestory, die obendrein auch noch für die gestrenge Erziehung bei den Marinefliegern plädiert.
Hans Czerny
Als sich sein Kumpel Sid wegen eines Mädchens das Leben nimmt, will Zack (Richard Gere, links) eigentlich aufgeben - doch da kommt es zwischen ihm und Ausbilder Foley (Louis Gossett J.) zu einem lange erwarteten Zweikampf. (kabel eins / Paramount Pictures)
In der wenigen Freizeit, die den Rekruten zur Verfügung steht, amüsieren sich Zack Mayo (Richard Gere, Mitte) und sein Freund Sid Worley (David Keith, rechts) in den Kneipen der Nachbarorte. (kabel eins / Paramount Pictures)
In dem knallharten Ausbilder Sergeant Foley (Louis Gossett Jr., rechts) findet der Rebell Zack Mayo (Richard Gere) schnell einen würdigen Gegner. (kabel eins / Paramount Pictures)
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