The Punisher

The Punisher

(tsch) Marvel-Heldenzeit im Kino: Am 1. Mai feiert "Iron Man" (Robert Downey Jr.) sein Kinodebüt, eineinhalb Monate später wird die grüne Comic-Urgewalt "The Incredible Hulk" (Edward Norton) abermals auf das Publikum losgelassen. Sogar "The Punisher" wird fortgesetzt - wenngleich wohl nur als DVD-Produktion. Während deren Release noch bis September auf sich warten lässt, wiederholt ProSieben das Original von 2004.

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Eigentlich ist Frank Castle (Tom Jane) gar kein Superheld mit übernatürlichen Eigenschaften, sondern ein ganz normaler Geheimdienstagent. Na gut, ganz so normal auch wieder nicht, sondern eher spezial. Seine Aufgabe: Infiltrierung von Schurkenorganisationen, die er dann den Gesetzeshütern an die Handschellen liefert.

Das geht so lange gut, bis bei einem der Aufträge der Sohn des nur dem Namen nach kreuzbraven Howard Saint (John Travolta) getötet wird. Der Gangsterboss schwört Rache und metzelt Castles Familie bei einem idyllischen Sommerfest auf Puerto Rico dahin. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Frank Castle einfach nur Frank Castle, aber mit dem wundersamen Überleben des Massakers setzt seine Transformation ein: Er findet ein T-Shirt mit Totenkopf, irgendwie passend zu seiner Gemütslage, schwört Rache und wütet fortan in der Unterwelt von Miami, bis er nahe dran ist an seinem Widersacher Howard Saint.

Geradlinig ist die Rache des "Punishers", finster und schmerzhaft. Die Bilder sind bedrohlich, strotzen nur so von kraftvoller Gewalt, stellen aber nichts in Frage. Der Feldzug des "Bestrafers" ist ungleich bösartiger, als der von "Braut" Uma Thurman In "Kill Bill". Das mag daran liegen, dass Quentin Tarantino einfach nur ästhetische Bilder auf die Leinwand bannen wollte. Der Punisher ist anders. Hier geht es nicht um die Form, sondern um den Inhalt. Selbstjustiz ist salonfähig, Brutalität notwendig. Und zwar nicht als letztes Mittel, wenn alles andere versagt hat, sondern von vornherein. Dadurch wird auch die einzige tiefer schürfende Szene des Films entkräftet, als Frank Castle seine Ex-Kollegen bezichtigt, die Verbrecher zu decken und damit ihre Korruptheit aufdeckt.

Regisseur Jonathan Hensleigh gab sich zwar Mühe, seinen Helden als zweifelnden Mann, der alles verloren hat, zu inszenieren, scheiterte mit diesem Vorhaben aber kläglich. Die düstere Atmosphäre und die Unmengen leerer Whiskeyflaschen in Castles Wohnung reichen nicht aus, um dessen schlingernde Seele auszuloten und offenbaren nur die Niveaulosigkeit dieser Totenkopfgeburt.

Andreas Fischer



Nachdem seine Familie von der Mafia ausgelöscht wurde, hat der ehemalige FBI-Agent Frank Castle (Thomas Jane) nur noch ein Ziel: Vergeltung.
Nachdem seine Familie von der Mafia ausgelöscht wurde, hat der ehemalige FBI-Agent Frank Castle (Thomas Jane) nur noch ein Ziel: Vergeltung. (ProSieben / Sony Pictures Television)

Ganz oben auf Franks Liste steht Unterweltboss Howard Saint (John Travolta), der die Morde an seiner Familie angeordnet hat.
Ganz oben auf Franks Liste steht Unterweltboss Howard Saint (John Travolta), der die Morde an seiner Familie angeordnet hat. (ProSieben / Sony Pictures Television)

Mit besessener Präzision bereitet Frank (Thomas Jane) seine Rache vor.
Mit besessener Präzision bereitet Frank (Thomas Jane) seine Rache vor. (ProSieben / Sony Pictures Television)

Artikel ID 195508

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