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Rainbow Six: Lockdown

Es wird persönlich

Neue Features, althergebrachte Story: "Lockdown", der neue Ableger der "Rainbow Six"-Reihe, bietet Taktik-Shooter-Kost auf gewohnt hohem Niveau.

(tsch) Den Sehtest haben Domingo "Ding" Chavez und seine Kumpels aus der bunt zusammengewürfelten Anti-Terror-Einheit "Rainbow Six" zwar mit Bravour bestanden. Dennoch tragen die Jungs nun Brille. Gewiss, keine gewöhnliche: Das Hightech-Accessoire versorgt den Spieler in "Lockdown", dem neuen Ableger von Ubisofts Taktik-Shooter-Reihe, mit allerlei wichtigen Informationen und fungiert sogar als Restlichtverstärker. Allerdings können die vielseitigen Gläser ziemlich schnell nerven - etwa wenn Regentropfen hässliche Schlieren hinterlassen oder sich im Kühlhaus Eis an den Rändern bildet. Der Überblick geht dann zwar etwas verloren, macht aber auch nicht sonderlich viel: Schließlich ist Ding so gut wie nie alleine unterwegs.

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Ein Rüffel vorweg: Um sich eine derart abgegriffene Geschichte auszudenken, muss wahrlich kein Bestseller-Autor als Namensgeber bemüht werden. Terroristen der Globalen Befreiungsfront (kurz: GBF) sind in den Besitz eines Killervirus gelangt und bedrohen nun damit die freie Welt. Hat man zum Glück noch nie gehört oder gesehen. Etwas spannender wird die Gesamtsituation, als die "Rainbow Six"-Truppe selbst ins Visier der GBF gerät und so manches Mitglied des Elite-Teams gefangen genommen wird. Der Terror wird also persönlich.

Global ist er schon: Die Hatz auf die bösen Buben führt das Elite-Kommando von Südafrika über Schottland nach Spanien und Gibraltar. 16 knüppelharte Missionen müssen PS2- und GameCube-Zocker bewältigen, 14 sind es bei der Xbox-Fassung. Dafür dürfen sich Microsoft-Jünger über vorbildlichen "Xbox Live"-Support und einen ebenso motivierenden wie exklusiven Online-Modus freuen. Darin startet der User mit einem selbst erschaffenen Charakter in eine viel versprechende Karriere als Anti-Terror-Spezialist. In Einsätzen erworbene Punkte lassen sich später gegen neue Gegenstände eintauschen oder zur Aufwertung der eigenen Fähigkeiten einsetzen.

Kaum Neues dagegen beim Solo-Abenteuer: Noch immer ziehen geneigte Team-Leader mit drei clever agierenden und bis an die Zähne bewaffneten Kameraden gegen Terroristen zu Felde, deren KI irgendwo zwischen "Dumm wie Brot" und "tödlich treffsicher" schwankt. Und noch immer gilt: Wer bedacht vorgeht, bleibt länger am Leben.

Zahlreiche Befehle können via Headset - allerdings ausschließlich in englischer Sprache - oder mithilfe der Controllertasten an die Begleiter erteilt werden. Dank automatisch eingeblendetem Aktionsmenü werden nun aber noch effizienter Türen eingetreten, Blendgranaten geworfen und Räume gestürmt. Der Kartenbildschirm fiel jedoch unverständlicherweise der Schere zum Opfer - genau wie das gelungene Tutorial von "Rainbow Six 3". Allerlei High-Tech-Equipment - vom Herzschlag- und Bewegungssensor bis zum Wärmesichtgerät - sorgt indes für Chancengleichheit.

Grafisch legt "Lockdown" gegenüber den Vorgängern noch einen Tick zu, erkauft den Detailreichtum aber mit teils heftigen Ruckelanfällen. Für die PS2-Version will Ubisoft gar eine komplett neue 3-D-Engine entwickelt haben, Unterschiede lassen sich jedoch kaum feststellen. An der Sounduntermalung und Sprachausgabe gibt es nur wenig zu meckern, dafür aber am lieblosen Multiplayer-Modus der GameCube-Fassung. Der beschränkt sich lediglich auf Splitscreen-Einsätze für zwei Terroristenjäger. Fade. Deshalb der Tipp an alle Mehrspieler-Fans: unbedingt zur Xbox-Fassung greifen!

Bernd Fetsch




Datum: 18.09.2005

Diskussion: "Rainbow Six: Lockdown"

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