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Talk to Me

Talk to Me

(tsch) Es ist das immer wiederkehrende Lehrstück über die Gefahren des Ruhms. Die Biopics "Walk the Line" (2005) und "Ray" (2004) führten bereits vor Augen, dass Menschen, die angeblich auf der Sonnenseite des Lebens stehen, immer wieder mit ihren Dämonen zu kämpfen haben. Am Anfang steht der Aufstieg, den kaum einer für möglich hält. Später folgt womöglich der tiefe Fall des Idols. Auch "Talk to Me" reiht sich in diese konventionelle Erzählweise der filmischen Porträts ein. Kasi Lemmons setzt mit ihrer dritten Regiearbeit dem Afro-Amerikaner Petey Greene ein Denkmal, der in den brodelnden 60er-Jahren als Radiomoderator zum Sprachrohr der schwarzen Bevölkerung in den USA avancierte. In der Titelrolle brilliert Don Cheadle.

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Der Zuschauer kann dem Genre des Biopics den oftmals fehlenden Spannungsbogen durchaus verzeihen. Solange die Hauptrolle richtig besetzt ist und somit das Wesen des Porträtierten für das Publikum erlebbar gemacht wird, ist die Wiedergabe von Lebensepisoden ergreifend und fesselnd. Don Cheadle spielt diesen Paradiesvogel an den Reglern mit großer Intensität. Er gibt der Figur des Petey Greene eine emotionale Tiefe, die manche Länge des Films vergessen macht. Chiwetel Ejiofor ("American Gangster") bildet als Programmdirektor der Radiostation einen gelungenen und ebenbürtigen Gegenpart. Beiden Schauspielern dabei zuzusehen, wie sie sich als ungleiches Paar Machtkämpfe liefern, macht den Reiz dieses Werks aus, das bereits im Sommer 2007 in den USA in die Kinos kam.

Es ist die Lebensgeschichte eines Underdogs. Frisch aus dem Gefängnis entlassen, stürmt Petey Greene (Cheadle) die Radiostation WOL AM in Washington. Er will moderieren, und seiner Meinung nach bringt er auch die Qualifikationen für diesen Job mit. Im Knast unterhielt er die Insassen auch mit flotten Sprüchen. Der Programmdirektor Dewey Hughes (Ejiofor) ist alles andere als begeistert. Doch nachdem auch E.G. Sonderling (Martin Sheen), der weiße Besitzer des Senders, irgendwann entnervt einlenkt, steht der Karriere des Großmauls nichts mehr im Weg.

Seinen größten Moment erlebt der Ansager ausgerechnet am Tag der Ermordung von Martin Luther King. Er schafft es, die Trauer und die Wut der Menschen in seiner Ansprache zu bündeln, sie zu beruhigen und Washington vor dem Chaos zu bewahren. In diesen nervenaufreibenden Stunden werden aus den beiden Männern Freunde. Doch der Ruhm und die Verlockungen des Business zerstören später zwar nicht alles, so doch vieles.

Kasi Lemmons tat gut daran, den Film auf die alles entscheidende Szene am Todestag des Bürgerrechtlers zuzuschneiden. In diesen Minuten schafft es die Filmemacherin, die Schmerzen und die schwindende Hoffnung der Menschen zu jener Zeit fühlbar zu machen. "Talk to Me" zeichnet die Ära der 60er-Jahre nach, ohne in Pathos abzudriften. Der klug zusammengestellte Soundtrack trägt dazu bei, dass der Film sowohl in seinen dramatischen als auch komischen Momenten funktioniert.

Julia Köhler

Credits:
V:Central, USA 2007, R: Kasi Lemmons, D: Don Cheadle, Chiwetel Ejiofor, Taraji P. Henson u.a.

Laufzeit: 119 Min.

Kinostart:
7. Februar 2008


"Talk to Me" kommt am 7. Februar auch in die deutschen Kinos.
"Talk to Me" kommt am 7. Februar auch in die deutschen Kinos. (Central)

Don Cheadle spielt den Radiomoderator Petey Greene.
Don Cheadle spielt den Radiomoderator Petey Greene. (Central)

Petey Greene (Don Cheadle, links) versucht, Programmdirektor Dewey Hughes (Chiwetel Ejiofor) und Senderbesitzer E.G. Sonderling (Martin Sheen) von seinen Ideen zu überzeugen.
Petey Greene (Don Cheadle, links) versucht, Programmdirektor Dewey Hughes (Chiwetel Ejiofor) und Senderbesitzer E.G. Sonderling (Martin Sheen) von seinen Ideen zu überzeugen. (Central)

Datum: 09.02.2008

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Diskussion: "Talk to Me"

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