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George Clooney wird's schon richtenModeratorin Annemarie Warnkross (tsch) "Ich sage: Die machen den Oscar!" Annemarie Warnkross glaubt nicht, dass der Autorenstreik in Hollywood erstmals eine Oscar-Verleihung verhindern wird. Die "taff"-Moderatorin wird auch bei den 80. Academy Awards wieder in Los Angeles vor Ort sein und live mit den Stars um die Wette strahlen. Immerhin darf sich die quirlige 30-Jährige dafür bei der gleichen Adresse wie Cate Blanchett und Co. ihren Schmuck leihen, wenn sie erneut für ProSieben vom wichtigsten Ereignis der US-Filmbranche Bericht erstattet (Sonntag, 24.02., ab 00.30 Uhr, und am Montag, 25.02., 00.00 Uhr: "Annemaries Oscar-Welt - die Highlights"). teleschau: Frau Warnkross, ist Ihre Vorfreude auf die Oscar-Verleihung noch ein wenig verhalten? Annemarie Warnkross: Nein, ich bin ganz optimistisch! teleschau: Was lässt Sie hoffen, dass der rote Teppich ausgerollt wird? Annemarie Warnkross: Ich glaube, dass die Schauspieler - George Clooney allen voran - zwischen Studios und Autoren gut vermitteln. Außerdem lassen die Amerikaner sich das nicht nehmen. Der Oscar ist das Vorzeige-Event schlechthin. Mit der Absage der Gala zu den Golden Globes setzten Streikende und Schauspieler bereits ein Zeichen. L.A. hat einen Schaden in Millionenhöhe davongetragen. Jetzt ist es aber für die ganze Filmbranche wichtig, dass der Oscar stattfindet. Trotzdem, Hut ab: Ich finde es gut, dass sich die Schauspieler mit den Autoren solidarisieren und für sie einsetzen. Sowas wäre in Deutschland schwer vorstellbar. teleschau: Was wäre, wenn die Verleihung doch ins Wasser fällt? Annemarie Warnkross: Die Gala würde wahrscheinlich ebenfalls kurzfristig abgesagt. Ich werde dann wohl schon vor Ort sein, weil ich eine Woche vorher nach Los Angeles fliege und Vorberichte mache. Das wird definitiv stattfinden. Wenn es tatsächlich nur eine unglamouröse Pressekonferenz gibt, werden wir auch diese live übertragen. Das wäre zwar schade - aber ich werde trotzdem mein schönes Kleid und meinen schönen Schmuck anziehen. Wenn ich das schon alles wochenlang vorher mühevoll ausgesucht habe, dann trage ich das auch! (lacht) teleschau: Abgesehen von der Garderobe - Wie rüsten Sie sich für ihren Reporter-Einsatz am roten Teppich? Annemarie Warnkross: Meine absolute Premiere in dieser Hinsicht war im letzten Jahr bei den Golden Globes. Ich hatte mich unfassbar intensiv vorbereitet, Biografien und Filmkritiken gelesen bis zum Abwinken und mich völlig verrückt gemacht. Aber diese Stars sind so professionell, höflich und gut gelaunt, dass man gar keine Angst vor ihnen haben muss! Letztendlich geht es eben doch nur um ihre Klamotten und wer wem die Daumen drückt. Die Themen sind viel oberflächlicher. teleschau: Wie locken Sie, unter all den anderen Berichterstattern, die Stars gerade vor Ihr Mikro? Annemarie Warnkross: Wir können Glück haben und neben einem wichtigen amerikanischen Sender stehen, bei dem die Stars Schlange stehen. Als Frau im Kleidchen habe ich sicherlich bei Männern auch den ein oder anderen Pluspunkt. Oder ich bin auch mal laut. Ich musste mich ein bisschen überwinden, die Hollywood-Größen beim Vornamen zu mir zu rufen - so, als ob ich sie schon lange kennen würde. Aber das funktioniert. Ich werde nie vergessen, wie ich einfach "Clint, Clint" rief - noch relativ zaghaft - und dann kam tatsächlich Clint Eastwood zu mir herüber, reichte mir die Hand und unterhielt sich mit mir. Ich habe ein Foto davon, das an meinem Kühlschrank hängt, sonst würde ich es vielleicht selbst gar nicht mehr glauben! teleschau: Können Sie dabei auch mal eine kritischere Frage anbringen? Annemarie Warnkross: Ich habe das Gefühl, das wäre da eher fehl am Platz. Im letzten Jahr stellte ich Forest Whitaker, der in "Der letzte König von Schottland" einen Tyrannen spielte, Fragen zu diesem Thema, aber ich merkte: Es steht ein Party-Abend an, die Stars wollen feiern und nicht unbedingt über Kritisches sprechen. Es gibt natürlich Ausnahmen, aber allgemein sind locker-leichte Gespräche beliebter. teleschau: Unter den Nominierten für den besten Hauptdarsteller - wem drücken Sie da die Daumen? George Clooney, Johnny Depp, Daniel Day-Lewis, Viggo Mortensen oder Tommy Lee Jones? Annemarie Warnkross: Ich war nie ein großer Johnny-Depp-Fan und bin eher für George Clooney. Das ist wahrscheinlich der einzige Mann mit grauen Haaren, den ich toll finde. Er hat viel Charme. Ich habe ihn noch nie getroffen - das wäre eine Premiere. Er ist allerdings bekannt dafür, bei solchen Veranstaltungen eher den Hintereingang zu benutzen. Aber es gibt ja noch die Partys danach - da hoffe ich auf mein Glück! teleschau: Was ist für Sie persönlich der Inbegriff von Glamour? Annemarie Warnkross: Das wurde mir bewusst, als ich Angelina Jolie und Brad Pitt auf mich zukommen sah. Ich sprach nicht mit ihnen - sie sprachen mit niemandem. Aber auch inmitten all dieser perfekt gestylten Stars dachte ich: Wow, die sind Glamour pur. Die beiden haben eine Aura und Anmut an sich, die man nicht kaufen oder mit einem schicken Kleid und Make-up herstellen kann. Sie schwebten regelrecht über den Teppich. Ich hätte nie von mir gedacht, dass ich mich von so etwas dermaßen begeistern lassen könnte. teleschau: Waren Sie umgekehrt auch schon einmal von einer Begegnung ernüchtert? Annemarie Warnkross: Ich will nicht lästern, aber: Eva Longoria zum Beispiel ist eben auch so klein und zierlich wie ich. Ich hatte förmlich zu ihr aufgeschaut - bis ich ihr Aug' in Aug' gegenüberstand. Aber so etwas finde ich ja gerade schön: Das sind auch alles nur Menschen. teleschau: Gönnen Sie sich manchmal auch privat einen Hauch von Glamour und Luxus? Annemarie Warnkross: Seitdem ich einen so anstrengenden Job habe und jeden Tag eine live-Sendung moderiere, gönne ich mir im Urlaub oder an Wochenenden eher mal ein Wellness-Hotel. Ich glaube, ich werde alt - mit 30! Vor drei Jahren hätte ich Ihnen noch etwas anderes erzählt: von tollen Parties mit Fünf-Gänge-Menu vielleicht. Aber mittlerweile ist Luxus für mich: keinerlei Anstrengung, nicht gut aussehen müssen, einfach entspannen. teleschau: Dem 30. Geburtstag sahen Sie im letzten Jahr mit gemischten Gefühlen entgegen. War's schlimm? Annemarie Warnkross: Nein, es war ein toller Tag, vielmehr war es gleich eine ganze wundervolle Woche, denn ich hatte Besuch von all meinen liebsten Menschen. Obwohl ich mich wirklich ungern selbst feiere. Ich gehe lieber zu Geburtstagsfeiern anderer Leute und schenke viel lieber, als dass ich etwas bekomme. Aber meine Freundin Tina, die zwei Tage vor mir Geburtstag hat, und ich sagten uns: "30 werden wir nur einmal!" Jede lud 50 Leute ein - um ganz ehrlich zu sein, die Einladungskarten waren lila: "noch einmal mit 30 Mädchen sein!" - und wir hatten einen grandiosen Abend. Es tat gar nicht weh! teleschau: Googeln Sie sich eigentlich manchmal selbst? Annemarie Warnkross: Ganz ehrlich: Das habe ich vielleicht in meinem ganzen Leben dreimal gemacht. Das kann einen auch irritieren. Wieso, was haben Sie denn über mich gelesen? teleschau: Nur, dass auffallend viele männliche User sich über Sie mit Attributen äußern wie "wunderschön", "süß" und vor allem "sexy" ... Annemarie Warnkross: Aha. Ahaaa. Schön. Ich bekomme natürlich Fanpost, aber das ist wohl auch nicht mehr als bei anderen Moderatorinnen oder Schauspielerinnen. Im Internet finden sich auch immer die Extremreaktionen: Dort schreiben vor allem diejenigen, die einen extrem toll oder extrem blöd finden. teleschau: Trauen sich männliche Fans auch, Ihnen solche Komplimente direkt zu machen - zum Beispiel auf der Straße? Annemarie Warnkross: Ja, doch. Relativ gestandene Männer tragen sie sogar oft ziemlich verstottert vor. Aber viel lieber und häufiger als nette Worte über Äußerlichkeiten höre ich so etwas wie "Ihr kommt so echt und natürlich 'rüber bei 'taff'!" Es ist mir das liebste Kompliment, wenn die Arbeit gut ankommt. Weil wir den ganzen Tag in der Redaktion arbeiten, selbst unsere Texte schreiben und frei und ohne Teleprompter sprechen. teleschau: Zum Schluss bitte noch Ihr persönlicher Favorit unter den Oscar-nominierten Filmen ... Annemarie Warnkross: Es sind ja doch alles ziemlich düstere Männerfilme: "No Country for Old Men", "There Will Be Blood", "Michael Clayton". Ich freue mich auf "Juno" - das könnte ein ähnlicher Überraschungserfolg sein wie "Little Miss Sunshine" im letzten Jahr. Dieser Film hört sich für mich spannender an als all die Öl suchenden, über Leichen gehenden, mit Drogen dealenden Männer. Aber ich werde mir in der Woche vor den Oscars alle Filme in L.A. ansehen - zur Einstimmung. teleschau: Viel Vergnügen dabei - und schöne Grüße an George Clooney. Annemarie Warnkross: Ich werde ihm ein Küsschen von Ihnen geben - und da denke ich ganz egoistisch! Petra Fürst |
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