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Klimt

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(tsch) Vorbei sind die Zeiten, als Kunstbeflissene aus nah und fern durch die Österreichische Galerie im Wiener Schloss Belvedere lustwandelten, um dort fünf der wichtigsten Gemälde des Malers Gustav Klimt zu bewundern. Der Grund: Nach einem jahrelangen Rechtsstreit wurden diese Werke, darunter zwei Porträts der Bankierstochter Adele Bloch-Bauer, deren Erbin Maria Altmann im Rahmen der Restitution von enteigneten Kunstschätzen während der Nazi-Zeit zugesprochen. Anlässlich des 90. Todestages des wohl berühmtesten Vertreters des Wiener Jugendstils am 6. Februar zeigt die ARD das Biopic "Klimt" nun als Erstausstrahlung. Im Sommer 2006 pilgerten lediglich knapp über 70.000 Zuschauer in die deutschen Kinos, um John Malkovich in der Titelrolle zu sehen.

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Regisseur Raoul Ruiz nahm sich dem Leben des Malers an. Der gebürtige Chilene tut dies nicht in Form eines linear erzählten Porträts, er vermischt vielmehr Reales mit Traumsequenzen und springt zwischen den Zeitebenen hin und her. Dabei beschränkt er sich auf den Zeitraum zwischen 1900, jenem Jahr, in dem Klimt (grundsolide: John Malkovich) für sein Bild "Philosophie" auf der Pariser Weltausstellung mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wird, und 1918, dem Jahr, in dem der Sohn eines böhmischen Immigranten an den Folgen eines Schlaganfalls stirbt.

Die erste Einstellung zeigt denn auch das Sterbebett von Klimt, der in diesen letzten Stunden sein Dasein Revue passieren lässt, sich im Fieberwahn aber auch in wildeste Fantasien hineinsteigert. So trifft er in Paris mit Georges Méliès, einem der Gründerväter des Kinos, zusammen, und auch mit einer geheimnisvollen Tänzerin (betörend: Saffron Burrows), die ihre wahre Identität nie preisgibt und wohl als Sinnbild für die sexuellen Obsessionen des Malers zu verstehen ist.

Ganz im Gegensatz zur bodenständigen Figur der Emilie Flöge (eindimensional: Veronica Ferres), Freundin und Muse, die Klimt zwar beste Kontakte zu Wiens besserer Gesellschaft verschafft, dem Künstler selbst jedoch nur auf platonischer Ebene nahe kommt. Schließlich gibt es noch Begegnungen mit Kollegen wie Egon Schiele (schon ähnlich diabolisch wie der Vater: Kinski-Sohn Nikolai) und einem mysteriösen Sekretär (Stephen Dillane), der stets unvermittelt auftaucht und so etwas wie das borniert-rückschrittliche Beamtentum verkörpert.

Ansprechende (Wiener) Originalschauplätze, erlesen fotografiert von Kamera-Veteran Ricardo Aronowich ("Nachtblende") und die unkonventionelle Erzählstruktur können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Klimt" - mit NRW-Geldern co-finanziert - lediglich eine klassische, selten wirklich originelle und weitgehend zäh dahin fließende Filmbiografie geworden ist. Zwar müht sich Malkovich redlich, seiner Figur besonderen Glanz zu verleihen. Doch das bleibt ebenso Stückwerk wie Ferres' Versuch, ihrer kleinen, aber zumindest wichtigen Rolle ein wenig Tiefe zu verleihen. Dennoch verhalf ihr der Auftritt an der Seite des Amerikaners zu internationalem Ansehen. Bereits abgedreht ist das Holocaust-Drama "Ein Leben für ein Leben - Adam Resurrected", das 2008 in die Kinos kommen soll. Veronica Ferres wird hier an der Seite von Jeff Goldblum und Willem Dafoe zu sehen sein.

Emma Scheibl


Die Beziehung zwischen Emilie Flöge (Veronica Ferres) und Gustav Klimt (John Malkovich) war rein platonischer Natur.
Die Beziehung zwischen Emilie Flöge (Veronica Ferres) und Gustav Klimt (John Malkovich) war rein platonischer Natur. (ARD / Degeto)

Die Modemacherin Emilie (Veronica Ferres) findet bei dem genialen Maler Klimt (John Malkovich) Zuspruch und Inspiration.
Die Modemacherin Emilie (Veronica Ferres) findet bei dem genialen Maler Klimt (John Malkovich) Zuspruch und Inspiration. (ARD / Degeto)

Der Maler Gustav Klimt (John Malkovich, rechts) ist nicht nur ein Mann der Kunst, sondern auch ein Freund der Wissenschaften.
Der Maler Gustav Klimt (John Malkovich, rechts) ist nicht nur ein Mann der Kunst, sondern auch ein Freund der Wissenschaften. (ARD / Degeto)

Datum: 10.02.2008

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