(tsch) Das hier ist nicht gruselig! Das hier ist abenteuerlich! Aber man hätte es sich ja denken können. Stephen Sommers, jener Regisseur, der nach dem Erfolg von "Die Mumie" eine Art Narrenfreiheit in Hollywood genoss, drehte einen Film über Dracula, Werwölfe, Frankenstein und all die anderen Monster-Fieslinge, die schon seit Jahrzehnten die Kinoleinwand immer mal wieder für sich in Anspruch nehmen. Und natürlich wird da nichts anderes daraus, als man schon bisher von Sommers kannte: ein tricktechnisches, ziemlich herzloses Abenteuer, reich an gewollter und ungewollter Komik. RTL wiederholt "Van Helsing" (2004) nun.
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Immer mal wieder tauchte der Jäger Draculas in der Vergangenheit auf, und es ist tatsächlich verblüffend, dass diese eigentlich recht dankbare Figur lange Zeit keinen eigenen, großen Film bekam. "X-Men"-Star Hugh Jackman spielt Van Helsing. Und das ist wahrscheinlich das Beste am gleichnamigen Film, der ein Popcorn-Spektakel der sehr konventionellen Art ist, dezent verhüllt in ein paar düstere Bilder, ein bisschen Nebel, beleuchtet vom ewig vollen Mond.
Im Auftrag der Kirche reist Van Helsing nebst erfinderischem Handlanger nach Transsylvanien, wo sich die Familie Valerious seit Jahrhunderten mit überschaubarem Erfolg gegen das Böse, angeführt von Graf Dracula (Richard Roxburgh) wehrt. Sollte die letzte Überlebende der Widerständler, die junge Anna (Kate Beckinsale, "Underworld"), auch noch das Zeitliche segnen, wäre aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen der Weg Draculas frei in Richtung ganze Welt.
In aller Selbstverständlichkeit geht dieser Film davon aus, das sich in Transsylvanien so ziemlich alles trifft, was in der Gruselwelt Rang und Namen hat. Neben Dracula und seinen Bräuten wären da auch noch Werwölfe und Frankensteins Monster (Shuler Hensley) zu erwähnen, das im Fortgang der Geschichte eine besondere Rolle spielen soll.
Das ist die Ausgangssituation. Allzu viel folgt auch nicht mehr. In erster Linie ist "Van Helsing" eine Aneinanderreihung von Kampf- und Actionszenen, die zum Großteil am Computer erschaffen wurden und bisweilen leider sehr künstlich aussehen. Schon klar: Der Film will Unterhaltung der einfachsten Art sein, und das gelingt ihm auch. Wer "Die Mumie" mochte, wird auch dies hier mögen. Wer Dracula gerne in seiner Vorstellung so erhalten würde, wie ihn die Literatur und abgesehen von Wes Craven auch das Kino bisher präsentierte, sollte einen weiten Bogen um diesen Film machen.
Nick Petersen
Hugh Jackman gibt sich als Van Helsing redlich Mühe, gerät aber auch in die gigantische Popcorn-Maschine. (RTL)
Van Helsing (Hugh Jackman) findet in der furchtlosen Anna Valerious (Kate Beckinsale) eine Verbündete im Kampf gegen den teuflischen Graf Dracula. (RTL)
Im düsteren Transsylvanien herrscht der böse, verführerische und unbesiegbare Vampir Graf Dracula (Richard Roxburgh). (RTL)
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