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Big Strides - Cry It All Out

Big Strides Cry It All Out

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Sie standen bereits für namhafte Landsmänner wie die Arctic Monkeys, Bloc Party und Damien Rice als Vorgruppe auf der Bühne. Ganz schön bunte Mischung. So abwechslungsreich sich das Lineup der Tourkollegen der britischen Big Strides liest, so schwer ist es, die Band selbst an einem bestimmten Stil festzumachen. Die drei Herren aus London sind musikalische Vorzeige-Chamäleons. Es ist an der Zeit, aus dem Schatten großer Hauptacts herauszutreten und selbst als Leadgruppe dem Publikum einzuheizen. Dass die Big Strides dazu durchaus bereit wären, zeigen sie auf ihrem zweiten Album "Cry It All Out".

Es ist eine etwas gewöhnungsbedürftige, weil nicht aalglatte und weich gespülte Mischung, wie man es heute nun mal in der Musik gewohnt ist. Dennoch liefern die Big Strides ein ausgereiftes musikalisches Schmankerl ab, das sich Anhänger so unterschiedlicher Genres wie Pop, Rock und auch Jazz genussvoll auf der Zunge zergehen lassen können.

Marcus O'Neill (Gesang, Gitarrist), Chris Kelly (Kontrabass) und Lewis Kirk (Schlagzeug) jammen sich entspannt durch eine gute Dreiviertelstunde, leichtfüßig zwischen Funk, Blues, Soul, Rock und Jazz - immer mit einer leichten Punkattitüde - hin und herwechselnd. Die Platte wirkt wie ein Nachmittag voller guter Gespräche unter Bandkollegen. O'Neill trifft immer den richtigen Ton, während Kelly und Kirk mit abwechslungsreichen Tempi und Rhythmen den Takt vorgeben. Mal diskutiert der Sänger in klarem, schnellem Sprechgesang mit den Instrumenten wie in "Let's Get Nice", einem Song, der von Courage handelt. Das eingängige und poppige "Always Together" erinnert an G. Love. Und das Intro zu "Breakfast" kommt so angestaubt daher, dass man unweigerlich an diese alten Radios denken muss, die so groß wie ein Fernsehgerät waren und mit poliertem Holzgehäuse eher an ein Möbelstück erinnerten. Wieder eine ganz andere Richtung schlägt das akustische "What's Wrong With Lucy" ein, eine traurige Ballade über ein völlig isoliert lebendes Mädchen.

Mit Produzent Dan Swift konnten die Big Strides genau den richtigen Mann für ihr Album finden. Immerhin arbeitet Swift bereits mit so unterschiedlichen Bands wie Art Brut, Snow Patrol und The Datsuns zusammen. Der Mann kennt sich also mit verschiedenen Einflüssen bestens aus.

Nina Fischer


Datum: 14.02.2008

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