(tsch) Sie mögen sich, keine Frage. Schon drei Mal waren Regisseur Martin Scorsese und Leonardo DiCaprio als Team erfolgreich. Nun steht nach "Gangs of New York" (2002), "Aviator" (2004) und "The Departed" (2006) das nächste Großprojekt der beiden an. Der 33-jährige DiCaprio soll den 26. US-Präsidenten Theodore Roosevelt im Biopic "The Rise of Theodore Roosevelt" aus der Feder des Biografen Edmund Morris verkörpern. Erzählt wird darin das Leben des Politikers von seiner Jugend bis hin zum Einzug ins Weiße Haus im Jahr 1901, als sein Vorgänger William McKinley ermordet wurde. 2009 soll der Film in die Kinos kommen. Bei ProSieben steht nun mit "Gangs of New York" das gemeinsame Debüt von DiCaprio und Scorsese auf dem Programm.
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Im Anfang ist nicht das Wort, sondern die Rasierklinge. Blutverschmiert. Noch fährt sie über Bartstoppeln. Doch schon bald reiht sie sich ein in die Phalanx der Fleischermesser und Hackebeile, die hässliche Wunden hinterlassen. Der Mann, der sie führt und seinem Sohn eines der Geheimnisse des Lebens mit auf den Weg gibt - "Das Blut bleibt an der Klinge" - hat keine Zeit für Körperpflege. Draußen vor der Tür wartet der Tod auf Priest Vallon. Und der gleiche Sog, der ihn und seine Mannen in den Kellergewölben der alten Brauerei nach oben treibt, dem Feind entgegen, zieht den Zuschauer von "Gangs of New York" (2002) hinein in das brutale Innenleben der Stadt der Städte, damals, Mitte des 19. Jahrhunderts, als in den schmutzigen Straßen noch Gewalt und Bill the Butcher herrschten.
Five Points nennt sich der Ort, den Scorsese als frühen Mittelpunkt New Yorks ausmacht. 1846 landen hier die zahllosen Einwanderer aus der Alten Welt, mit Träumen, Angst und Hoffnung im Gepäck. Der Mann, der die Rasierklinge führte, ist der Anführer der "Dead Rabbits", einer Gang von Iren, die mit den Einheimischen, deren Vorfahren ein Jahrhundert früher ins Land strömten, um die Vorherrschaft kämpfen. Der Film ist gerade mal 15 Minuten alt, da liegt Vallon (Liam Neeson) tot im Schnee, dahingerafft vom Anführer der Gegner, Bill the Butcher, und beweint von seinem kleinen Sohn, Amsterdam Vallon.
16 Jahre später kehrt dieser aus einer Erziehungsanstalt als junger Mann zurück - Leonardo DiCaprio. Der Mörder seines Vaters, einer der vielschichtigsten Leinwand-Charaktere der letzten Jahre, von Daniel Day-Lewis kongenial als Mischung aus Verschlagenheit, Brutalität und feinstem Zynismus gespielt, stieg inzwischen zum unangefochtenen Herrscher von Five Points auf. Rache ist Amsterdams einziges Ziel. Er schleicht sich in Bills Umfeld ein, gewinnt Vertrauen und arbeitet auf die Abrechnung hin.
In Deutschland hatte der Film knapp eine Million Zuschauer - ganz ordentlich für ein solch düsteres und brutales Epos. Mehr aber nicht. "Gangs of New York" ist ein wunderbar-altmodischer Film, für den in den römischen Cinecittà-Studios die New Yorker Originalkulisse aufgebaut wurde und der fast gänzlich ohne digitale Tricktechnik auskommt. Stück für Stück fügen sich die Bilder von Kameramann Michael Ballhaus zu einer eigenen, rohen und ungeschliffenen Welt zusammen. Hier ist Gewalt noch Gewalt, ohne Maske und geheuchelte Manieren. Was zählt, ist Kraft, Stärke und die Gewissheit, dass der gekonnte Stoß mit dem Messer gelernt sein will.
Jan Treber
Töten will gelernt sein - vor allem in diesen Tagen. Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis, links) weiß als Metzger, wie's geht. Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) soll es nun lernen. (ProSieben / Miramax Films)
Bill the Butcher (Daniel Day-Lewis, links) mag Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio). Er weiß nicht, dass er der Sohn seines früheren Feindes ist. (ProSieben / Miramax Films)
16 Jahre nach dem Tod seines Vaters sucht Amsterdam Vallon (Leonardo DiCaprio) die Nähe von Bill the Butcher, um Rache zu üben. (ProSieben / Miramax Films)
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