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Anacaona - The Buena Vista Sisters' Club

Anacaona The Buena Vista Sisters' Club

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Anacaona war eine tahitianische Königin, auch die "goldene Blume" genannt. Sie regierte Ende des 15. Jahrhunderts und war bekannt für ihre Balladen, Tänze, Gedichte und Theaterstücke. Nach dieser historischen Frauenfigur benannte sich 1932 eine Band. Aus dem selbstbewussten Frauen-Septett wurde bald ein elf Schwestern starkes Son-Ensemble. Anacaona sind "Cuba's forgotten girl band". Nachdem die Herren Havannas Ende der 90-er noch weltweit späten Ruhm feiern konnten, erinnert nun das gleichnamige Album an den "Buena Vista Sisters' Club".

Anacaona liefern, wenn man so will, den Abgesang auf Fidel Castro. Der Comandante geht, der Klang des alten Kubas kommt - wieder. Mit Jazz, Rumba, Mambo und Cha-Cha-Cha eroberten Anacaona - auch die Frauen, darunter Saxofonistin und Band-Biografin Alicia, trugen den Nachnamen Castro - in den 30er-Jahren zunächst ihre Heimatinsel, dann die Welt. In New York und Paris gelang ihnen 1938 der internationale Durchbruch. Über sechs Jahrzehnte traten die Schwestern, die mit herausragenden Sängerinnen wie Graciela Pérez, Omara Portuondo, die mit dem Buena Vista Social Club erneut zu Ruhm kam, und Celia Cruz zusammenarbeiteten, öffentlich auf, bis sie 1989 in den Ruhestand gingen.

Das Album veröffentlicht erstmals eine Vielzahl von Aufnahmen aus den Jahren 1937 bis 1958. Diese 25 Titel und die zwei Bonustracks sind seltene Tondokumente, die teilweise von Plattenfirmen vermarktet wurden, teilweise aber auch von Radiosendern oder von der Band selbst als Demo-Schallplatten aufgenommen wurden. Die Aufnahmen, eine feurige Mischung aus Guaracha, Foxtrott, Jazz, Mambo und Son, wurden restauriert. Doch ein leichtes Rauschen und Knacken ist geblieben, was keineswegs stört. So verströmt der etwas dumpfe Klang des wohl ältesten Frauenorchesters der Welt den Flair längst vergangener Zeiten. Passend dazu ist das stilvoll gestaltete Booklet, das mit alten Fotos ausgeschmückt über die Geschichte der Band berichtet, in verblichenen Sepiatönen gehalten.

Zu verdanken haben Musikfreunde diese besondere musikalische Wiederbelebung Ingrid Kummels, der Nichte einer der Schwestern. Die Journalistin und Filmemacherin sammelte in jahrelanger Arbeit Material über das Leben der Castro-Schwestern zusammen und machte daraus einen Film. "Buena Vista Sisters' Club" ist der Soundtrack, den all jene mögen werden, die den Buena Vista Social Club liebten.

Nina Hortig


Datum: 28.02.2008

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